Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kde-nepomuk-ist-reif-baloo-ist-schneller-1402-104638.html    Veröffentlicht: 18.02.2014 14:53    Kurz-URL: https://glm.io/104638

KDE

Nepomuk ist reif, Baloo ist schneller

Seit KDE 4.11 gilt die semantische Suche Nepomuk als ausgereift. Deren Nachfolger Baloo soll aber deutlich schneller werden - denn Nepomuk ist abhängig vom Resource Description Framework, das als zu langsam gilt und zu viel Arbeitsspeicher belegt. Baloo verzichtet darauf.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir Nepomuk nicht mehr verbessern können, zumindest nicht, indem wir an dem Code feilen", schreibt der Entwickler Vishesh Handa in einer E-Mail an die Nepomuk-Entwicklerliste. Nepomuk sei inzwischen einigermaßen schnell und stabil. Allerdings nicht, wenn es zusammen mit Akonadi eingesetzt wird, dem Zwischenspeicher für KDEs Personal Information Management (PIM). Dann belastet Nepomuk die CPU übermäßig.

Zudem verwendet Nepomuk Virtuoso für das Speichern von RDF. Virtuoso sei möglicherweise der beste Speicher für RDF-Daten (Resource Description Framework), allerdings benötigt Virtuoso übermäßig viel Arbeitsspeicher. Außerdem nutzt es zwei Speicherorte, einmal für die Suche und nochmal für die Daten. Dadurch entstehen eine massive Datenduplizierung sowie erhebliche Synchronisierungsprobleme. Im Zusammenspiel mit Akonadi verstärkt sich dieses Problem nochmals, da die Daten zwischen den beiden Frameworks zusätzlich synchronisiert werden müssen. Daher gibt es auch viele Doppelungen in den APIs, da nicht immer klar ist, wo genau welchen Daten gespeichert werden.

Suche per Plugins

Bei der Entwicklung der Nepomuk-Alternative Baloo wollten die Programmierer zunächst eine verbesserte Version von Virtuoso unter dem Namen Vishuoso entwickeln. Sie mussten allerdings bald feststellen, dass die Probleme der Datenduplizierung und der Synchronisierung weiterhin bestehen würden. Da helfe auch die schnellste RDF-Implementierung nicht, schreibt Handa.

Baloo hingegen bietet sämtliche Funktionen von Nepomuk, ohne RDF zu verwenden. Im Kern gibt es nach wie vor Speicherorte für Daten und die Suche sowie für die Beziehungen zwischen Objekten. Die Suche ist in Form von Plugins realisiert. Gegenwärtig haben die Entwickler drei Plugins entwickelt, die unabhängig voneinander Dateien, E-Mails und Kontakte durchsuchen. Baloo kümmert sich gegenwärtig nur um Dateien und überlässt beispielsweise Akonadi die Verwaltung von PIM-Daten.

Nach nur zwei Monaten funktioniere Baloo bereits besser als Nepomuk, schreibt Handa. Deshalb schlägt er vor, Baloo als Ersatz für Nepomuk bereits in KDE 4.13 einzusetzen. Nepomuk soll dann nur noch für die Distributionen gepflegt werden, die Baloo nicht so schnell umsetzen können.  (jt)


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