Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lenovo-miix-2-im-test-windows-fuer-die-handtasche-1403-104612.html    Veröffentlicht: 02.03.2014 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/104612

Lenovo Miix 2 im Test

Windows für die Handtasche

Das Miix 2 ist Lenovos erstes 8-Zoll-Tablet mit Windows 8.1 und Intels Bay-Trail-SoC für unter 300 Euro. Das Tablet überzeugt vor allem mit einer guten Akkulaufzeit und seiner schlanken Bauweise. Etwas mehr Speicher und eine bessere Verarbeitung hätten aber nicht geschadet.

Das Lenovo Miix 2 ist ein weiteres Windows-8-Tablet mit 8 Zoll großem Display und Intels Bay-Trail-SoC. In vielerlei Hinsicht erinnert es an das bereits getestete Toshiba Encore, ist aber deutlich dünner und leichter. Trotz der guten Leistung und Akkulaufzeit trübt die schlechte Verarbeitung das Gesamtbild.

Technisch ähnelt das Lenovo-Tablet sehr dem Toshiba Encore. Denn der verwendete Atom Z3740 ist ebenfalls im Toshiba-Tablet verbaut und basiert auf Intels Bay-Trail-T-Plattform. Er verfügt über vier Kerne, die unter Last zwischen 1,33 und 1,86 GHz takten, die integrierte HD Graphics taktet mit 311 bis 667 MHz. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß. Die Benchmark-Ergebnisse fallen aufgrund des gleichen SoCs mit 15.299 Punkten im 3D Mark Ice Storm Unlimited bei den beiden Geräten nahezu identisch aus und bewegen sich im Bereich eines im iPad Air verbauten A7 von Apple.

Das interne eMMC-Laufwerk ist 32 GByte groß und wie beim Toshiba-Tablet mit einer Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 46 und 92 MByte pro Sekunde langsam. Auch der Micro-SD-Kartenleser arbeitet mit Schreib- und Leseraten von 13 und 21 MByte pro Sekunde schleppend.

Lenovo hat neben Windows 8.1 in der 32-Bit-Version noch McAfee Live Save Internet Security, Microsoft Office 2013 Home & Students als Vollversion, Lenovo Companion und Lenovo Support vorinstalliert. Damit sind bereits rund 20 GByte belegt. Auch wenn nach der Deinstallation dieser Programme dem Nutzer etwa 3 GByte mehr Speicher zur Verfügung stehen, ist das für ein Windows-Tablet knapp bemessen. Hier hätten wir uns eine Version mit mehr Speicher gewünscht.

Für drahtlose Netzwerke steht WLAN nach 802.11 a/b/g/n zur Verfügung, das im 2,4- und 5-GHz-Band arbeitet. Außerdem werden Bluetooth 4.0 und GPS unterstützt. Unser Testgerät besitzt ein Mobilfunkmodul mit Micro-SIM-Schacht für mobiles Internet und deckt UMTS und GSM ab, LTE nicht. Diese Version des Tablets wird in Deutschland allerdings nicht in den Handel kommen.

Dünn und leicht

Mit einem Gewicht von 340 Gramm und 8 mm Dicke ist das Miix 2 das leichteste und dünnste aktuell erhältliche Windows-8-Tablet. Zum Vergleich: Toshibas Encore ist rund 90 Gramm schwerer und 3 Millimeter dicker. Die restlichen Maße des Lenovo-Tablets ähneln mit 216 x 132 mm in etwa denen des iPad Mini. Das Gehäuse des Tablets besteht aus Kunststoff, die in Metalloptik umgesetzte Rückseite besitzt eine leichte Struktur und ist angenehm griffig.

Durch Druck und Gegenzug lässt sich das Gehäuse etwas verwinden. Dabei macht es knarzende Geräusche. Allgemein wirkt das Kunststoffgehäuse weniger stabil. Die Gehäuserückseite weist im Übergang zum Displayrahmen ein deutlich sichtbares Spaltmaß auf. Vor allem im Bereich rund um den Micro-USB-Anschluss ist dies auffallend. Die Klappe des Micro-SIM- und Micro-SD-Kartenschachtes hält nicht ganz fest und knarzt manchmal beim Öffnen.

Die Start- und Lautstärketasten sitzen gut im Gehäuse und haben einen etwas ungewöhnlichen Druckpunkt. Die Position des Lautsprechers auf der Rückseite ist ungünstig gewählt: Wird das Tablet im Landscape-Modus gehalten, verdecken die Finger diesen leicht und die Soundqualität wird deutlich schlechter. Die 2-Megapixel-Front- und 5-Megapixel-Rückkamera liefern Bilder in Schnappschussqualität, die für ein Tablet ausreicht.

Helles Display

Das IPS-Panel des Miix 2 löst mit 1.280 x 800 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von 189 ppi entspricht. Das ist für ein 8-Zoll-Gerät vergleichsweise wenig. Mit einer maximalen durchschnittlichen Bildschirmhelligkeit von 376 cd/m² ist das Display in etwa so hell wie das des Toshiba Encore. Selbst in heller Umgebung sind Bildschirminhalte gut ablesbar. Die Farbdarstellung hat uns beim Lenovo-Tablet besser gefallen als beim Toshiba-Gerät. Die Bedienung des Windows-Desktops ist auf einem 8-Zoll-Gerät prinzipbedingt sehr fummelig. Ein Stylus verbessert den Bedienungskomfort - allerdings wird er von Lenovo nicht mitgeliefert.

Bei mittlerer Bildschirmhelligkeit, also etwa 150 cd/m², und durchschnittlicher Benutzung muss der Akku im Tablet nach knapp zwei Tagen geladen werden, was etwa drei bis vier Stunden dauert. Ein 1080p-Video spielte das Tablet bei gleicher Helligkeit knapp 8 Stunden lang ab. Im Productivity-Test des Powermarks hält das Lenovo Miix 2 rund geschätzte 8 Stunden durch, das Toshiba Encore kommt hier auf rund 8,5 Stunden.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Lenovo Miix 2 mit 32 GByte Speicher ist ab 290 Euro im Onlinehandel erhältlich. Rund 100 Euro kostet allein schon die mitgelieferte Vollversion von Office 2013 Home & Students.

Fazit

Das Lenovo Miix 2 kann durch die Kombination aus Intels Bay-Trail-Plattform und Windows 8 überzeugen. Die Leistung im Alltag reicht vollkommen aus, um auch produktiv an Office-Dokumenten arbeiten zu können. Dabei hält das Tablet mit einer Akkuladung länger als einen Tag durch. Wird es sporadischer genutzt, muss es noch seltener an die Steckdose. Auch das Display gefällt uns aufgrund der guten Farbdarstellung und der hohen Bildschirmhelligkeit.

Das Tablet ist zwar deutlich flacher und leichter als etwa das Toshiba Encore, aber nicht verwindungssteif und wirkt nicht ganz so solide. Die Übergänge zwischen der Gehäuserückseite und dem Displayrand weisen Spaltmaße auf, und die Abdeckung des Micro-SD-Kartenlesers knarzt manchmal beim Öffnen. Auch wird der Lautsprecher beim Halten im Landscape-Modus leicht mit den Fingern verdeckt.

Für ein Windows-8-Tablet ist der Speicher zu klein. Effektiv bleiben dem Nutzer nur 10 GByte, die sich im Alltag als zu wenig herausstellen. Auch einen einzigen Micro-USB-Anschluss finden wir zu wenig - vor allem, da er auch zum Laden des Akkus verwendet wird.

Wem das etwas höhere Gewicht nichts ausmacht, der sollte lieber zum Toshiba Encore greifen. Das Display ist zwar etwas schlechter, wegen der besseren Verarbeitung und dem Micro-HDMI-Ausgang halten wir das Toshiba-Gerät aber für das bessere Tablet.  (sw)


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