Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/elektroautos-kauft-apple-tesla-motors-1402-104609.html    Veröffentlicht: 17.02.2014 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/104609

Elektroautos

Kauft Apple Tesla Motors?

Elektroautos und Herzsensoren: Laut einer kalifornischen Tageszeitung sucht Apple nach neuen Geschäftsfeldern. Apple soll unter anderem den Kauf des US-Elektroautoherstellers Tesla Motors erwägen. Ein Spitzenmanager von Apple traf Tesla-Chef Elon Musk Anfang 2013. Der hält einen Tesla-Verkauf aber für "unwahrscheinlich".

In Zeiten sinkender Verkäufe von Tablets und Smartphones sieht sich Apple nach neuen Geschäftsfeldern um. Dabei soll sich das Unternehmen auch für Elektroautos interessiert haben.

Adrian Perica, bei Apple für Fusionen und Übernahmen zuständig, habe sich im Frühjahr 2013 mit Elon Musk, Chef des US-Elektroautoherstellers Tesla Motors, getroffen. Das berichtet die Tageszeitung San Francisco Chronicle unter Berufung auf einen Informanten, der namentlich nicht genannt wurde, um seine Geschäftsverbindungen zu schützen.

Treffen in Cupertino

Perica habe Musk ins Apple-Hauptquartier in Cupertino eingeladen. Möglicherweise sei sogar Apple-Chef Tim Cook selbst bei dem Treffen dabei gewesen. Sollten sich tatsächlich die Chefs der beiden Unternehmen getroffen haben, zeige das, dass Apples Interesse an Tesla Motors groß sein müsse, schreibt die Zeitung.

Gut ein halbes Jahr nach diesem Treffen hatte Adnaan Ahmad, Analyst der Hamburger Berenberg Bank, Cook und Arthur Levinson, Verwaltungsratschef von Apple, einen offenen Brief geschrieben. Darin forderte er die beiden auf, den Elektroautohersteller zu kaufen.

Tesla zu kaufen werde "Apples Wachstumsprofil radikal verändern", begründete Ahmad seine Forderung. Er glaubt außerdem, dass Apples Einstieg in den Elektroautomarkt die Akzeptanz von alternativen Antrieben vorantreiben werde - vergleichbar dem iPhone: Vor dem Verkaufsstart 2007 habe der Anteil bei unter einem Prozent gelegen. Bis 2016/17 sollen Smartphones knapp 100 Prozent des Mobiltelefonmarktes ausmachen.

Sensor belauscht Blut

Außer für Elektroautos interessiert sich Apple laut San Francisco Chronicle auch für Medizintechnik: Das Unternehmen entwickle einen akustischen Sensor, der Herzattacken erkennen soll. Der Sensor soll auf die Fließgeräusche des Blutes hören. Die Apple-Entwickler prüfen, ob sich daraus Rückschlüsse auf eine Herzattacke ziehen lassen.

Das Team werde von dem Toningenieur Tomlinson Holman geleitet, dem Entwickler des 10.2-Surround-Sounds sowie des Qualitätssiegels THX. Tomlinson arbeitet seit 2011 bei Apple.

Nachtrag vom 20. Februar 2014, 10:34 Uhr

In einem Interview mit Bloomberg Television am 19. Februar hat Elon Musk Gespräche mit Apple bestätigt. Worum es dabei ging, wollte Musk jedoch nicht verraten.

Auf die Frage der Bloomberg-Journalistin, ob Tesla Motors zum Verkauf stehe, antwortete Musk ausweichend: Ein Verkauf sei "sehr unwahrscheinlich". Tesla müsse sich darauf konzentrieren, ein "überzeugendes Elektroauto für den Massenmarkt zu verwirklichen." Er befürchte, dass jedes Verkaufsszenario das Unternehmen von der Aufgabe, die der Antrieb von Tesla sei, ablenken werde.

Ein klares Ja oder Nein konnte sie dem Tesla-Chef nicht entlocken. Wenn ein Verkauf Tesla dem Ziel, ein erschwingliches Elektroauto zu bauen, näherbringe, dann sei es sinnvoll, solche Gespräche zu führen, antwortete er auf die Frage, ob Tesla zum Verkauf stehe. "Ich kann mir kein Szenario vorstellen, dass das die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht."  (wp)


Verwandte Artikel:
Steuerstreit: Apple zahlt 13 Milliarden Euro an Irland   
(05.12.2017, https://glm.io/131487 )
Geländekauf in Nevada: Google wird Nachbar von Teslas Gigafactory   
(18.04.2017, https://glm.io/127348 )
Autofabrik: Elon Musk sucht Trumps Hilfe gegen China   
(09.03.2018, https://glm.io/133240 )
Elektromobilität: Elektroautos werden langsam beliebter in Deutschland   
(22.01.2018, https://glm.io/132299 )
Mobile Games: Apple setzt Gewinnwahrscheinlichkeit bei Lootboxen durch   
(09.03.2018, https://glm.io/133254 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/