Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/evolve-angespielt-ein-monster-armee-statt-zombiehorden-1402-104605.html    Veröffentlicht: 17.02.2014 11:49    Kurz-URL: https://glm.io/104605

Evolve angespielt

Ein-Monster-Armee statt Zombiehorden

Zuletzt hat Turtle Rock Studios zusammen mit Valve an Left 4 Dead gearbeitet, jetzt stellen die Entwickler ihr eigenes Koop-Actionspiel Evolve vor. Golem.de hat es ausführlich angespielt - auch in der Rolle des Monsters.

Wir sind das Monster, und wir gehen erst mal essen - aber natürlich nicht beim Italiener ums Eck. Stattdessen erlegen wir mit einem Fausthieb ein herumstreifendes Wildtier, fressen es und freuen uns dann über etwas bessere Schilde, die ersten Erfahrungspunkte auf dem Weg zu unserer Monster-Ausbaustufe 2 und neue Fähigkeiten. Vorerst ist nun allerdings Schluss mit dem Picknick. Wir müssen uns in Evolve einen Kampf auf Leben und Tod mit vier Jägern liefern.

Das Actionspiel entsteht beim kalifornischen Entwicklerstudio Turtle Rock, das bislang vor allem für seine gemeinsam mit Valve produzierte Reihe Left 4 Dead bekannt ist. Auch in Evolve treten vier Spieler als Jäger mit unterschiedlichen Fähigkeiten an. Allerdings bekommen sie es nicht mit Massen von computergesteuerten Zombies zu tun - sondern mit einem einzigen Monster, das ein fünfter Spieler kontrolliert.

Über ein paar Details von Evolve sprechen die Entwickler noch nicht: So hat ihnen unsere Frage nach einer Kampagne nur ein gut gelauntes "Kein Kommentar" entlockt - was im Grunde heißen dürfte, dass es eine geben wird. Ebenfalls noch nicht endgültig geklärt ist, ob das eine Monster immer das gleiche ist, oder ob es unterschiedliche Typen geben wird. Wir haben aber zwischen den Zeilen herausgehört, dass die Entwickler wohl an mehreren Bestien arbeiten.

Das Monster, das wir bereits jetzt anspielen konnten, ist eine Art zweibeiniger, wohl drei bis vier Meter großer Mini-Godzilla. Vor dem Spielstart können wir zwei von vier Spezialangriffen wählen, die zum simplen, aber wirkungsvollen Faustschlag dazukommen. Wir können Feuer spucken, einen Sprungangriff durchführen, Felsbrocken werfen oder die vier Jäger durch eine Art Sprint rammen.

Vor allem aber hat es unfassbar viele Lebenspunkte - wir haben den Eindruck, dass die in anderen Spielen für eine ganze Armee an Einheiten reichen würden. Dazu kommen Schilde, die sich ein Stück weit wieder aufladen lassen, etwa durch das Verspeisen von Tieren. Trotzdem verlieren wir am Ende unseres ersten Einsatzes als Monster - denn auch unsere Gegner können ordentlich Schaden anrichten. Vor allem aber können sie im Spiel technische Geräte einsetzen.

Mit welchen Tricks die Jäger arbeiten, merken wir im Detail in der nächsten Partie, in der wir zu viert das Monster ausschalten sollen. Was uns sehr gut gefällt: In Evolve geht es nicht direkt in den Kampf - stattdessen eiern wir erst mal über die verwinkelte Dschungelkarte, um das Biest erst zu jagen und es dann zu stellen, was sich als ausgesprochen spannend entpuppt.

Jagd im dichten Wald

Ein Mitglied des Quartetts ist der Haupt-Jäger. Er kann Fallen im Gelände verteilen, mit denen das Team dann etwa aus der Ferne mit einem hörbaren Signal darauf hingewiesen wird, wo sich das Monster gerade befindet. Sobald wir dann in seine Reichweite kommen, sehen wir es mit einer grünen Umrandung dann auch durch Bäume oder Felsen hindurch.

Ein weiterer Vorteil in unserer Rolle als menschlicher Verfolger: Wir verfügen über Jet-Packs, mit denen wir in den bewusst verwinkelten Karten auch mal elegant über einen größeren Abgrund fliegen, oder auf einen Felsen über dem Monster springen können.

Sobald wir nahe genug an das jetzt von einem anderen Spieler gesteuerte Biest gelangt sind, schlägt die Stunde des Trappers: Diese Figur kann auf Knopfdruck ein großes, kuppelförmiges Schutzschild errichten, das keiner der insgesamt fünf Mitstreiter verlassen kann. Vor allem das Monster kann nicht flüchten und sich erholen. Außerdem kann der Trapper das Biest mit einer Art Energielasso so fixieren, dass es in seiner Bewegungsfreiheit für eine gewisse Zeit zumindest eingeschränkt ist.

Dann kommt der Damagedealers im Team dran. Er ist der Hauptverantwortliche dafür, das Schild und die Lebenspunkte des Monsters zu vernichten. Das ergibt ein wildes, wirklich spaßiges Gemetzel: Das Monster hängt im Energielasso, spuckt dabei aber trotzdem seinen Feueratem über die Umgebung, während das Team der Jäger per Jetpack herumfliegt und aus allen Kanonenrohren auf das Biest ballert; der Medic hat dabei allerdings vor allem die Aufgabe, seinen Kumpel an vorderster Front mit einem grünen Heilstrahl am Leben zu erhalten.

Bei den durchaus etwas längeren Partien gibt es auch taktische Besonderheiten zu beachten: So steht der Monster-Spieler zwar stärker unter dem Druck, seine Gegner auszuschalten, denn nur so kann er gewinnen, die Zeit arbeitet gegen ihn. Gleichzeitig muss er aber eher mal flüchten, denn nur so kann er seine Schilde neu aufbauen und sich von der ersten Ausbaustufe durch das Fressen von Tieren bis in die dritte fortentwickeln.

Die vier Jäger hingegen müssen das Biest immer neu jagen, und zwar möglichst schnell, und dabei auch aufpassen, dass sie nicht von den übrig gebliebenen Wildtieren angegriffen werden und sich in Scharmützel verwickeln lassen.

Die Grafik auf Basis der Cryengine macht einen gelungenen Eindruck, sowohl die vier Jäger als auch das Monster sind sehenswert in Szene gesetzt. Auch die Landschaft wirkt interessant und abwechslungsreich - mehr als einen dichten Wald haben wir beim Anspielen der PC-Version allerdings nicht zu sehen bekommen. Evolve soll Ende des Jahres 2014 über Publisher 2K Games auch für Xbox One und die Playstation 4 erscheinen.  (ps)


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