Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ftth-und-fttb-telekom-hat-weniger-glasfaseranschluesse-als-stadtwerke-1402-104596.html    Veröffentlicht: 15.02.2014 17:58    Kurz-URL: https://glm.io/104596

FTTH und FTTB

Telekom hat weniger Glasfaseranschlüsse als Stadtwerke

Die Deutsche Telekom versorgt laut FTTH Council Europe nur 18.000 Haushalte mit Glasfaser. Damit liegt sie weit hinter kleineren Netzbetreibern wie M-Net, Netcologne oder Wilhelm.Tel.

Von den 275.000 Haushalten in Deutschland, die über Glasfaseranschlüsse verfügen, versorgt die Deutsche Telekom nur 18.000. Das geht aus einer Studie des Ausrüsterverbands FTTH Council Europe hervor, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Viel mehr Glasfaserkunden haben danach M-Net in München mit 90.000 und Netcologne in Köln mit 88.000. Wilhelm.Tel aus Norderstedt hat 45.000 Glasfaserkunden.

Nicht nur bei den Glasfaserkunden, auch bei den gelegten Anschlüssen liegt die Telekom hinter den Stadtwerke-Töchterfirmen. Diese haben bereits fast eine Million Glasfaseranschlüsse bis zu den Haushalten verlegt, die Telekom kommt auf 320.000 Anschlüsse. "Deutschland hinkt bei der Zukunftstechnologie Glasfaser im weltweiten Vergleich erheblich hinterher", sagte Hartwig Tauber, Generaldirektor des FTTH Council Europe, der Wirtschaftswoche.

Während in Südkorea 70 Prozent und in Japan jeder Zweite das Glasfasernetz nutzen, tun es hierzulande weniger als 1 Prozent, so Tauber. Auch in der Statistik, die in der kommenden Woche veröffentlich wird, mache Deutschland keine Fortschritte: Die Versorgungsquote mit Glasfaseranschlüssen in Deutschland bleibt unter 1 Prozent.

In Deutschland gab es im Dezember 2012 eine Anzahl von 205.600 zahlenden Glasfasernutzern, wie der FTTH Council Europe im Februar 2013 erklärte. Das entspricht rund 0,5 Prozent bei rund 40 Millionen Haushalten. "Homes passed", also mit Glasfaser versorgt, waren 1.104.200 Haushalte in Deutschland.

Das FTTH Council Europe ist eine Branchenorganisation, in der Netzwerkausrüster wie Alcatel-Lucent, Cisco, Ericsson, Motorola, Nokia Siemens Networks, Huawei und Glasfaserkabelhersteller zusammengeschlossen sind.

Ende 2012 verfügten die Telekommunikationsunternehmen in Deutschland über 486.000 Glasfaserstreckenkilometer. Davon entfielen auf die Telekom rund 312.000 Kilometer. Ein flächendeckender Glasfaserausbau bis zum letzten Bauernhof in Deutschland würde bis zu 93 Milliarden Euro kosten.  (asa)


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