Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/titanfall-angespielt-spass-im-schleudersitz-1402-104505.html    Veröffentlicht: 12.02.2014 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/104505

Titanfall angespielt

Spaß im Schleudersitz

Trotz Skepsis gegenüber einem Multiplayer-only-Actiontitel: Beim Anspielen einer Betaversion entpuppt sich Titanfall als auffallend durchdachtes und grafisch spektakuläres Game - bei dem es uns sogar Spaß gemacht hat, durch das Ziehen des Schleudersitzes eine kleine Niederlage einzugestehen.

Der Bildschirm leuchtet rot, eine Computerstimme schnarrt "Eject": Wir haben versagt - der mächtige Stahlkoloss, in dem wir uns in Titanfall über das Schlachtfeld gekämpft haben, ist schwer beschädigt und wird jede Sekunde explodieren. Also ziehen wir die Notleine: Mit ein paar wilden Tastenschlägen aktivieren wir den Schleudersitz und werden aus dem Cockpit in die Höhe geschleudert.

Beim vergleichsweise gemächlichen Runterfallen - bei dem wir keinen Schaden nehmen - können wir ein Stück weit selbst bestimmen, wo wir landen: in Sicherheit hinter einer Mauer oder doch lieber in unmittelbarer Nähe unserer Teamkameraden, so dass wir das feindliche Hauptquartier gemeinsam attackieren können.

Der Schleudersitz ist nur eines von vielen kleinen Beispielen dafür, dass sich das Entwicklerstudio Respawn Entertainment bei Titanfall spürbar Mühe gegeben hat, ein möglichst rundes und ausgereiftes Multiplayerspektakel zu programmieren. Das ist auch deswegen wichtig, weil es keine Kampagne gibt: Der einzige allein spielbare Teil ist das gut 20-minütige Tutorial.

Beim Einstieg haben wir einige Besonderheiten der Titanfall-Steuerung gelernt: Gleich zu Beginn wird uns erklärt, wie wir an Wänden entlanglaufen können und dass uns ein doppeltes Drücken der Sprung-Taste besonders hoch hüpfen lässt. Beides lässt sich miteinander kombinieren, so dass es die Piloten - so heißen die menschlichen Spieler abseits der Kampftitanen - mit etwas Übung schaffen können, sich über meterhohe Hindernisse oder bis in den ersten Stock von Gebäuden zu bewegen.

Außerdem lernen wir, dass wir uns mit einer der drei Klassen für kurze Zeit nahezu unsichtbar machen können oder wie wir mit der Smart-Pistole mehrere Gegner anvisieren und fast gleichzeitig ausschalten können.

Auch die Besonderheiten der Titan-Steuerung erklärt das Tutorial: etwa, wie wir den kurzzeitig verfügbaren Schutzschild aktivieren. Wenn uns ein Gegner dann beschießt, bleiben die Geschosse ein paar Meter vor uns in der Luft kleben - einer der wenigen Effekte, der künstlich aussah und uns in der Betafassung nicht gefallen hat. Außerdem lernen wir, dass die Kampfkolosse mit der aufgeladenen "Dash"-Energie für kurze Zeit besonders schnell zur Seite, nach vorne oder hinten ausweichen können. Das mag wie ein nebensächliches Detail wirken - im Einsatz ist es enorm wichtig und kann darüber entscheiden, welcher von mehreren Spielern den Schleudersitz ziehen muss.

In den Multiplayermatches von Titanfall treten grundsätzlich zwei Teams aus maximal sechs Spielern gegeneinander an. Das klingt wenig, aber angesichts der Tatsache, dass neben den Piloten auch mehrere KI-gesteuerte Titanen unterwegs sind, war zumindest auf den Schlachtfeldern, die wir ausprobieren konnten, mehr als genug los.

Drei Titanen im Angebot

Etwas mehr Vielfalt hätten wir uns bei den Stahlmonstern selbst gewünscht: Für den Start soll es lediglich die Modelle Ogre, Atlas und Stryder geben. Der Stryder ist schnell, wendig und schwach gepanzert sowie bewaffnet. Der Ogre als langsamer Tank ist genau als Gegenteil konzipiert; ein Koloss mit der Typenbezeichnung Atlas liegt genau zwischen den beiden Extremen.

In den Multiplayerpartien ist uns vor allem eines aufgefallen: Auch wenn wir ein feindliches Hauptquartier finden und besetzen sollen oder beliebige andere Ziele bekommen, stehen die Titanen eigentlich im Mittelpunkt des jeweiligen Matches. Je nach Modus haben die Spieler anfangs gar keine Mechs, oder nur ein Teil der Spieler - also warten wir darauf, dass endlich der Countdown abgelaufen ist und wir per Tastendruck einen der Kolosse herbeizaubern können. Der fällt dann übrigens schick animiert mit ordentlich Wumms aus dem Himmel, ein paar Augenblicke später können wir dann einsteigen.

Mit den Titanen können wir natürlich besonders viel Schaden anrichten - ein halbwegs gezielter Schuss schaltet normalerweise jeden feindlichen Fußsoldaten aus. Außerdem haben wir in den verschachtelten, mehrstufigen Umgebungen deutlich mehr Sichtreichweite und können unser Team so extrem effizient unterstützen. Jedenfalls, bis ein feindlicher Koloss auftaucht und es zu den meist nicht vermeidbaren Duellen kommt, bei denen meist Massen an schweren Raketen durch die Luft sausen.

Auch aus Sicht der Piloten am Boden sind die Titanen wichtig - die riesigen Gebilde sind unter anderem ein guter Hinweis darauf, wo gerade schwere Kämpfe toben. In den ausprobierten Modi Hardpoint (im Grunde Domination) und Team Deathmatch hatten sich rund um die Stahlbiester jedenfalls rasch Gruppen gebildet, die sich gegenseitig angegriffen hatten. Ein einzelner Soldat scheint gegen einen Titanen kaum etwas ausrichten zu können - aber je nach Modus zählt das Programm offenbar auch kleine Mengen an ausgeteiltem Schaden, was die Wartezeit auf den nächsten Mech für das eigene Team verkürzt.

Die Maps sind gelungen. Zur Verfügung stand die Stadtumgebung Angel City, in der die Piloten den Vorteil hatten, auf Hochhausruinen springen zu können und dann ein besonders weites Schussfeld zu haben. Die zweite Karte war eine Landschaft namens Fracture, die etwas weitläufiger angelegt war - hier haben die Piloten eher von ihrer hohen Laufgeschwindigkeit profitiert.

Titanfall erscheint hierzulande vollständig übersetzt ohne inhaltliche Schnitte mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Publisher EA will die Fassungen für die Xbox One und Windows-PC am 13. März 2014 veröffentlichen, die Version für die Xbox 360 folgt am 27. März 2014. Über eine Umsetzung für die Playstation 3 oder 4 wollten sich Mitarbeiter von Respawn Entertainment auf Anfrage von Golem.de nicht äußern.  (ps)


Verwandte Artikel:
Spielebranche: EA behält Titanfall und Star-Wars-Spiel dank Millionendeal   
(10.11.2017, https://glm.io/131083 )
Respawn Entertainment: Live Fire soll in Titanfall 2 zünden   
(16.01.2017, https://glm.io/125605 )
Burnout Paradise Remastered: Hochaufgelöste Wettrennen in Paradise City   
(21.02.2018, https://glm.io/132894 )
Basemental: Mod erweitert Die Sims 4 um Drogen   
(16.02.2018, https://glm.io/132830 )
Fortnite: Battle Royale auf der Playstation 4 gegen das iPhone   
(09.03.2018, https://glm.io/133246 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/