Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/glenn-greenwald-omidyars-erstes-magazin-arbeitet-nsa-skandal-auf-1402-104437.html    Veröffentlicht: 07.02.2014 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/104437

Glenn Greenwald

Omidyars erstes Magazin arbeitet NSA-Skandal auf

Pierre Omidyar lässt nicht locker: Sein erstes digitales Magazin wird sich der Aufarbeitung des NSA-Skandals widmen. Es startet in der kommenden Woche - unter der Leitung von Glenn Greenwald.

First Look Media, das Medienunternehmen von eBay-Gründer Pierre Omidyar, will Anfang der kommenden Woche seine erste Publikation herausbringen. Weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Das hat Omidyar im Unternehmensblog angekündigt.

First Looks erstes digitales Magazin soll sich mit der Aufarbeitung der Dokumente des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) beschäftigen, die der ehemalige Mitarbeiter Edward Snowden im Juni vergangenen Jahres veröffentlicht hat. Geleitet wird das Magazin von Glenn Greenwald, Laura Poitras und Jeremy Scahill.

Skandalauslöser

Greenwald, Poitras und Scahill hatten zusammen mit Snowden den NSA-Skandal ausgelöst. Der Journalist hatte im Oktober 2013 angekündigt, dass er die britische Tageszeitung The Guardian verlasse und bei Omidyars First Look Media arbeiten werde.

Neben den drei habe er weitere bekannte investigative Journalisten, die alle über den Themenbereich Sicherheit arbeiten, gewinnen können, schreibt Omidyar. Der genaue Starttermin werde in den kommenden Tagen über die Twitter-Konten von Greenwald und Scahill bekanntgegeben.

Diverse digitale Publikationen

First Look will diverse digitale Publikationen herausbringen. Dazu gehören eine Nachrichtenseite, die alle Ressorts abdeckt, sowie eine Reihe von digitalen Magazinen, die sich jeweils einem bestimmten Themengebiet widmen. Jedes Objekt soll von einem erfahrenen Journalisten geleitet werden. First Look will seinen Journalisten freie Hand bei ihrer Arbeit lassen. Zudem sollen diese Unterstützung bekommen durch Dokumentare, Grafiker, Daten- und Videojournalisten.

Für die Finanzierung hat sich Omidyar ein besonderes Modell ausgedacht: First Look Media soll aus zwei Unternehmensteilen bestehen, dem Medienunternehmen und einem Unternehmen, das technische Werkzeuge für Medien entwickeln wird. Diese sollen First Look Media selbst zur Verfügung stehen, aber auch vermarktet werden.

Gemeinnütziger Journalismus

Die Einnahmen aus diesem Unternehmensteil sollen die journalistischen Aktivitäten von First Look finanzieren. Die sollen nämlich eine gemeinnützige Einrichtung werden, die nicht auf Gewinn ausgerichtet ist. So will Omidyar sicherstellen, dass der Journalismus unabhängig und im Sinne des Gemeinwohls ist.

Omidyar hatte das Konzept im Dezember angekündigt und für die Anschubfinanzierung 50 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Insgesamt will er First Look Media mit 250 Millionen US-Dollar unterstützen.  (wp)


Verwandte Artikel:
First Look Media: Omidyars Journalismus wird nicht gewinnorientiert   
(20.12.2013, https://glm.io/103525 )
Facebook: Mark Zuckerberg will Großteil seines Vermögens spenden   
(09.12.2010, https://glm.io/80003 )
BND-Gesetz: Journalisten klagen gegen Überwachung   
(30.01.2018, https://glm.io/132478 )
Statt Begnadigung: Snowdens Aufenthalt in Russland verlängert   
(18.01.2017, https://glm.io/125648 )
Adyen: Ebay trennt sich von Paypal als wichtigstem Partner   
(01.02.2018, https://glm.io/132528 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/