Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-einige-schlechte-schauspieler-verfaelschen-youtube-views-1402-104395.html    Veröffentlicht: 05.02.2014 18:18    Kurz-URL: https://glm.io/104395

Google

"Einige schlechte Akteure verfälschen Youtube-Views"

Google will künftig Klickbetrüger bei Youtube intensiver aufspüren und die Zugriffszahlen sofort aus der Statistik streichen. Zuvor rühmte sich ein Youtube-Manager, die Streamingplattform habe der Musikindustrie über eine Milliarde US-Dollar gezahlt.

Google will illegal generierte Abrufrufzahlen von Youtube-Videos künftig nicht mehr mitzählen. Das gab Philipp Pfeiffenberger, Software Engineer bei Google, im Security-Blog des Konzerns bekannt. "Wenn einige schlechte Schauspieler versuchen, das Zählsystem künstlich aufzublasen, führen sie nicht nur ihre Fans über die Beliebtheit eines Videos in die Irre, sie untergraben auch eine der wichtigsten und einzigartigen Qualitäten von Youtube." Einige Marketingfirmen böten gekaufte Zugriffszahlen an, erklärte Pfeiffenberger.

Daher würden ab sofort betrügerisch erzeugte Zugriffszahlen aus der Abrufstatistik eines Videos gelöscht. Zugriffszahlen würden zudem regelmäßig überprüft.

Tom Pickett, Global Head Content Operations bei Youtube, sagte laut Guardian auf der Musikmesse Midem in Cannes: "Wir haben der Musikindustrie in den vergangenen Jahren über eine Milliarde US-Dollar gezahlt." Die Musikindustrie hatte Google vorgeworfen, sie nicht an seinen Werbeeinnahmen beteiligen zu wollen. Bisher hatte Youtube erklärt, im Jahr 2012 mehrere hundert Millionen US-Dollar an das Musikbusiness ausgeschüttet zu haben.

Der Chef des Musikstreamingdienstes Deezer, Axel Dauchez, nannte Youtube auf der Midem den "wichtigsten legalen Piraten". Google macht keine Angaben zu Gewinnen, Verlusten oder zum Umsatz mit Youtube.

Spotify betonte kürzlich, 6.000 bis 8.400 US-Dollar per eine Million Abrufe zu bezahlen, während ein "Video Streaming-Dienst", gemeint war Youtube, nur 3.000 US-Dollar zahlen würde.  (asa)


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