Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verwertungsgesellschaft-einbetten-von-youtube-videos-soll-kostenpflichtig-werden-1402-104333.html    Veröffentlicht: 03.02.2014 16:03    Kurz-URL: https://glm.io/104333

Verwertungsgesellschaft

Einbetten von Youtube-Videos soll kostenpflichtig werden

In der öffentlichen Beratung zum Urheberrecht der EU hat die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM einen radikalen Standpunkt eingebracht, der die Nutzung von Youtube verändern würde.

Die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM (Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger) fordert, das Einbetten von Youtube-Videos kostenpflichtig zu machen. Das berichtet das IT-Onlinemagazin Futurezone unter Berufung auf eine Stellungnahme der Gesellschaft zu einem Fragebogen der EU-Kommission.

So habe die Rechtsabteilung der AKM in einem an ihre Mitglieder versandten Konsultationsdokument der EU auf eine Frage zu dem Thema Verlinkungen die Antwortmöglichkeiten "Nein" oder "Keine Meinung" entfernt und nur die Antwortmöglichkeit "Ja" belassen. Die Frage 11 lautet: "Sollte das Bereitstellen eines Hyperlinks, welcher zu einem urheberrechtlich geschützten Werk oder anderen Inhalt führt, entweder im Allgemeinen oder unter bestimmten Umständen die Erlaubnis des Rechteinhabers erfordern?" In der vorformulierten Antwort wird ein "angemessener Ausgleich" für Musikvideos gefordert, die "in fremde Websites eingebettet" werden.

Auf Nachfrage von Futurezone antwortete der Direktionsbereich Recht der AKM, dass das Setzen von Hyperlinks, die direkt auf geschützte Inhalte verweisen, wie zum Beispiel beim Einbetten, eine urheberrechtlich relevante Handlung sei und eine Zustimmung der Rechteinhaber erfordere.

Hyperlinks, die lediglich auf andere Websites mit urheberrechtlich geschützten Inhalten verweisen, aber nicht den Eindruck erweckten, die Inhalte würden sich auf der eigenen Seite befinden, seien nicht davon betroffen.

Die EU-Kommission hatte im Dezember 2013 eine öffentliche Beratung zum Urheberrecht gestartet. Sie erhofft sich Beiträge von "Konsumenten, Nutzern, Autoren, Darstellern, Verlagen, Produzenten, Rundfunkunternehmen, Vermittlern, Verteilern und anderen Dienstleistern, Verwertungsgesellschaften, öffentlichen Behörden und Mitgliedstaaten" zu dem Thema. Dazu hat die Kommission ein 36-seitiges Dokument vorbereitet, das 80 Fragen stellt.

Die deutsche Gema hat eine Anfrage zu ihrer Ansicht zum Einbetten von Youtube-Videos bisher nicht beantwortet.  (asa)


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