Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/automatic-das-auto-als-portemonnaie-1401-104285.html    Veröffentlicht: 31.01.2014 08:22    Kurz-URL: https://glm.io/104285

Automatic

Das Auto als Portemonnaie

Das Modul Automatik, das in die Bordelektronik des Autos gesteckt wird, um iPhone und Fahrzeug zu verbinden, kann ab sofort das Fahrzeug zum rollenden iBeacon machen. Damit kann zum Beispiel in Parkhäusern oder an Tankstellen über Bluetooth bezahlt werden.

Das Modul Automatic wird in den OBD-II Data Link Connector des Autos gesteckt und per Bluetooth 4.0 mit dem iPhone verbunden. Durch ein Firmware-Update werden die Geräte nun zu iBeacons.

Diese Blueooth-Signalgeber senden in kurzen Zeitintervallen Signale. Wenn ein Empfänger wie zum Beispiel an der Ausfahrt eines Parkhauses oder an einer Zapfsäule in Reichweite kommt, können gezielt Informationen am Smartphone angezeigt oder abgerufen werden.

Bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus könnten nach Angaben des Herstellers dann das Auto identifiziert und die Bezahldaten nach Bestätigung am Smartphone übermittelt werden. Ähnlich könnte der Benutzer auch an der Tankstelle den Sprit bezahlen oder Parkgebühren entrichten, die Waschanlage nutzen oder Mautgebühren zahlen. Noch ist das aber alles Utopie, denn dazu müsste erst einmal eine entsprechende Hard- und Software-Infrastruktur aufgebaut werden.

Die iBeacons benutzen Bluetooth 4.0, um energiesparend Daten zu übertragen. Apple setzt die auch zur Geolokalisierung in Innenräumen nutzbare Technik beispielsweise in seinen Ladengeschäften ein, um Besucher über Angebote zu informieren. Die Daten erscheinen aber nur auf dem iPhone oder iPad, wenn der Nutzer die Apple-Store-App installiert und die Funktion explizit freigeschaltet hat.

Automatic wird über den standardisierten Port OBD-II Data Link Connector angeschlossen, der in die meisten Fahrzeugen seit ungefähr 1997 eingebaut wird. Damit lassen sich Daten wie die aktuelle Geschwindigkeit und der Spritverbrauch und je nach Fahrzeug auch noch weitere Informationen aus der Motorelektronik erlangen. Auch auf den Fehlerspeicher des Motors und der restlichen Elektronik kann das Modul zugreifen.

Das Modul kostet rund 100 US-Dollar und wird derzeit nur in den USA angeboten. Der Hersteller will sein Angebot aber künftig auch auf weitere Länder ausdehnen.  (ad)


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