Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/angriff-auf-apple-und-samsung-was-lenovo-mit-motorola-vorhat-1401-104264.html    Veröffentlicht: 30.01.2014 11:21    Kurz-URL: https://glm.io/104264

Angriff auf Apple und Samsung

Was Lenovo mit Motorola vorhat

Lenovo will mit der Übernahme von Motorola die Marktführer Samsung und Apple angreifen. Die Marke Motorola soll bestehen bleiben und dabei helfen, bald 100 Millionen Smartphones zu verkaufen.

Lenovo-Chef Yang Yuanqing hat erklärt, mit der Übernahme von Motorola Mobility zum weltweiten Anbieter von Smartphones aufsteigen zu wollen. Yang sagte dem Wall Street Journal: "Wir sind noch nicht auf dem US-Markt. Damit haben wir einen guten Start, um die Marktführer im Smartphone-Markt herauszufordern."

Motorola sei eine sehr starke Marke, die beibehalten werde. Die Marken Lenovo und Motorola seien komplementär. Lenovo sei stark in China und in den Märkten der Schwellenländer. Motorola sei in den USA und Lateinamerika stark. "Wir denken auch darüber nach, die Marke Motorola in China zu verwenden", sagte Yang.

Als IBMs PC-Sparte von Lenovo übernommen wurde, sei die Marke Thinkpad für Notebooks und Desktop-PCs beibehalten worden. Möglich sei auch eine Wortwahl wie "Motorola by Lenovo".

Motorola könne profitabel werden, so Yang. "Im Jahr nach dem Abschluss der Übernahme wollen wir weltweit 100 Millionen Smartphones verkaufen."

Motorolas Forschungsteam wechselt nicht zu Lenovo. Google hatte am 29. Januar 2014 den Verkauf der Smartphone-Sparte für 2,91 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Computerhersteller angekündigt. Wie Ars Technica berichtet, bleibt die Forschungsabteilung Motorolas bei Google und wird ins Android-Team integriert.

Motorolas Forschungsteam wechselt zu Android

Im August 2012 wurde bekannt, dass ein kleines Team mit dem Namen Advanced Technology and Projects (ATAP) unter Führung von Regina Dugan bei Motorola ein neuartiges Smartphone entwickelt. Dugan kam von der Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency), einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums, die Weltraum- und andere Forschungsprojekte durchführt. Sie engagierte für ATAP Metallurgie-Wissenschaftler, Akustik-Ingenieure und Experten für künstliche Intelligenz. Laut Unternehmenskreisen sei zu der Zeit auch die Entwicklung einer speziellen Android-Version möglich gewesen, die anderen Smartphone-Herstellern nicht zur Verfügung stehen sollte. Einige Google-Manager befürchteten jedoch, dass ein Android-Fork die Beziehungen mit Samsung belasten könne. Google-Konzernchef Larry Page hatte dem Motorola-Team den Auftrag gegeben, sich hohe Ziele zu setzen und nach Marktanteilen wie Samsung Electronics zu streben.

Page erklärte nun im Blog des Internetkonzerns, der Verkauf des Smartphone-Geschäfts ermögliche Google, "seine Energie der weiteren Innovation des Android-Ökosystems zu widmen". Google habe Motorola 2012 gekauft, "um das Android-Ökosystem massiv zu stärken, indem das Patent-Portfolio gestärkt wird".

Mit Project Ara hat Google viel vor. Es könnte die nächste Revolution im Smartphone-Segment werden. Denn damit soll der Käufer bestimmen können, was für einen Touchscreen das Smartphone haben soll, mit welchem Prozessor es läuft und welche Kapazität der Akku haben wird. Aber auch die verwendete Kamera, die Größe des internen Speichers oder die Art der Tastatur soll der Käufer festlegen können.

Die jeweiligen Komponenten sollen dann nicht nur von Google kommen, sondern könnten auch von anderen Anbietern stammen. Der Erfolg des Projekts steht und fällt also damit, ob sich auch andere Hersteller daran beteiligen. Je mehr Hersteller mitmachen, desto besser könnte es vom Markt angenommen werden. Wann aus dem Projekt ein fertiges Produkt wird, ist derzeit nicht bekannt.

Unter der Google-Regie erschienen bislang nur zwei Motorola-Smartphones. Mit dem Moto X setzte Motorola auf hohe Anpassbarkeit, was das Gehäuse betrifft. Allerdings gibt es diesen Luxus nur in den USA.

Mit dem Moto G gibt es ein gutes und günstiges Smartphone, das aber bei der Markteinführung einiges an Möglichkeiten verspielt hat. Eigentlich sollte das Moto G auch mit 16 GByte noch vor Weihnachten in den Verkauf gehen, aber auch Wochen später war es noch immer nur vereinzelt zu bekommen. Im Oberklassebereich hat Motorola nichts zu bieten und überlässt dieses Feld der Konkurrenz, die in diesem Bereich einen Verkaufsrekord nach dem anderen aufstellt.  (asa)


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