Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lg-g-flex-im-test-bananenform-und-gurkendisplay-1402-104255.html    Veröffentlicht: 07.02.2014 12:10    Kurz-URL: https://glm.io/104255

LG G Flex im Test

Bananenform und Gurkendisplay

LGs krummes Android-Smartphone bietet neben dem gebogenen Display einen großen Bildschirm, eine lange Akkulaufzeit, eine kratzfeste Rückseite und ein geringes Gewicht. So gut uns die geschwungene Form gefällt - die Displayqualität enttäuscht gleich bei zwei Testgeräten.

Im Oktober 2013 eiferten die südkoreanischen Hersteller LG und Samsung darum, das erste Android-Smartphone mit gekrümmtem Display vorzustellen. Samsung hat es zwar mit knapp drei Wochen Vorsprung geschafft, in Deutschland wird allerdings das Smartphone von LG zuerst erhältlich sein: Das G Flex kann bereits exklusiv bei Vodafone gekauft werden. Die neue Displaytechnologie hat allerdings ihren Preis: 800 Euro kostet das Gerät. Ob der geschwungene Bildschirm den Preis rechtfertigt, hat Golem.de im Test überprüft.

Das G Flex ist das erste Smartphone, das einen von oben nach unten gebogenen Bildschirm hat, also bananenförmig ist. LG will mit dieser Krümmung dem Nutzer zahlreiche Vorteile bieten. Zunächst ist das Mikrofon des G Flex dank der Krümmung näher am Mund des Anwenders als bei geraden Smartphones - wie früher bei Telefonhörern oder auch bei vielen Klapphandys. Die gebogene Form ist auch vorteilhaft für Nutzer, die ihr Smartphone trotz 6-Zoll-Displays in der Hosentasche tragen wollen. Aufgrund der Biegung spüren wir das Gerät besonders im Sitzen weniger als beispielsweise das Oppo N1.

Angenehme Krümmung

Filme und Spiele soll der Nutzer dank der Bildschirmkrümmung im Querformatmodus angenehmer betrachten können, da der Abstand des Displays zu den Augen an jeder Stelle gleich ist. Hier verfolgt LG eine ähnliche Strategie wie bei seinen neuen Flachbildfernsehern. Schauen wir im direkten Vergleich einen Film auf dem G Flex und auf dem Oppo N1, ist die Displaykrümmung des LG-Smartphones tatsächlich angenehmer.

Auch im Hochformat bei der alltäglichen Nutzung empfinden wir das G Flex dank der Krümmung des Bildschirms häufig als angenehmer als ein gerades Smartphone. Dabei ist es nicht so, dass uns das gebogene Display ständig auffällt - das Gerät fühlt sich einfach gut an. Die Bedienung des geschwungenen Displays mit dem Finger erfolgt in einer natürlicheren Bewegung. Diese Beobachtung deckt sich mit den Angaben eines LG-Sprechers, der betonte, dass das gekrümmte Display bei den meisten Nutzern eine eher unterbewusste positive Reaktion im Betrachtungsverhalten hervorrufe.

Trotz Krümmung kein Wackeln

Die Bildschirmkrümmung ist auch in Situationen nicht hinderlich, für die wir im Vorfeld einige Bedenken hatten - beispielsweise die Kamerabenutzung oder das Spielen. Auch hatten wir befürchtet, dass das G Flex aufgrund der gebogenen Form kippelt, wenn es auf einer geraden Oberfläche liegt.

LG hat die Kamera und den rückseitigen Einschalter so angebracht, dass beide Elemente das Smartphone abstützen, wenn es auf der Rückseite liegt. Dadurch wackelt das G Flex nicht und kann wie ein herkömmliches, flaches Smartphone auch auf einem Tisch liegend gut bedient werden. Lediglich wenn der Nutzer im unteren Bereich auf das Display tippt, hebt sich das G Flex leicht von der Unterlage ab.

Enttäuschende Displayqualität

Das G Flex hat ein 6 Zoll großes OLED-Display, das mit 1.280 x 720 Pixeln auflöst - für diese Bildschirmgröße ist das eine eher geringe Auflösung, die Pixeldichte beträgt vergleichsweise geringe 245 ppi. Die Biegung des Bildschirms wird durch ein aus Kunststoffsubstrat hergestelltes Display-Paneel ermöglicht, das flexibel ist und gebogen werden kann. LG nennt diese Technologie Plastic OLED (POLED). Laut LG ist das POLED des G Flex mit 0,44 mm aktuell das weltweit dünnste Display bei mobilen Geräten.

Im Hintergrund des Displaybildes ist das Muster des darunterliegenden Paneels erkennbar: Dieses zeigt sich als eine Art feinkörniges Rauschen, das bei allen Farben außer Schwarz zu sehen ist. Bildschirminhalte erscheinen so wie auf einer Art Leinwand, was beim Scrollen stört, da sich das Muster nicht mitbewegt - etwa im Internetbrowser. Auch bei Videos fällt dieser Effekt auf.

Des Weiteren haben wir eine Art Geisterbild beobachten können: Starten wir beispielsweise eine App, bleiben manchmal für kurze Zeit die Icons des Startbildschirms als Schatten sichtbar. Um auszuschließen, dass es sich um einen defekten Bildschirm unseres Testgerätes handelt, haben wir bei LG ein zweites G Flex angefordert - der Hersteller hielt unser erstes Testgerät für defekt. Das zweite Testmuster zeigt allerdings die gleichen Displayeigenschaften - offenbar stellen das Hintergrundmuster und die Geisterbilder eine technische Limitierung des POLEDs dar.

Bei voller Helligkeit fallen die beiden Effekte nicht mehr so stark auf, sind aber bei genauem Hinschauen immer noch vorhanden. Bereits bei mittlerer Helligkeitseinstellung empfinden wir besonders das Hintergrundmuster als sehr störend, hier sind wir von anderen LG-Geräten wie dem G Pad 8.3 eine deutlich bessere Bildschirmqualität gewöhnt.

Kein kratzfestes Displayglas

Aufgrund der 720p-Auflösung sind bei genauerer Betrachtung einzelne Pixel sichtbar, bei kleiner Schrift tritt auch ein Treppeneffekt auf. Die Schutzabdeckung des Bildschirms besteht beim G Flex aus Kunststoff. Einen kratzfesten Schutz aus Glas hat das Smartphone nicht, das Display dürfte demnach anfälliger für Kratzer sein als andere Smartphones. Fingerabdrücke und Wischspuren bleiben leicht haften, lassen sich aber recht schnell wieder abwischen. Der Lagesensor des G Flex reagiert ausgesprochen schnell, der Helligkeitssensor arbeitet ohne nennenswerte Verzögerung. Das Display ist auch in heller Umgebung gut ablesbar.

Leichtes Gehäuse mit Kratzschutz

Das Gehäuse des G Flex misst 160 x 81,5 x 8,9 mm und ist damit dünner, schmaler und kürzer als das Oppo N1 mit gleich großem Display. Auch Nokias 6-Zöller Lumia 1520 ist größer als das LG-Gerät. Mit 175 Gramm ist das G Flex zudem deutlich leichter als andere Riesensmartphones. Das Oppo N1 wiegt 216 Gramm, das Nokia Lumia 1520 209 Gramm. Das geringe Gewicht erreicht LG unter anderem durch das flexible Display, das auf ein Kunststoffsubstrat gegossen ist.

Das gebogene Gehäuse des G Flex ist aus Kunststoff. Auf der nicht entfernbaren Rückseite hat LG eine Schicht aus Polyrotaxan aufgetragen - ein Lack, der kleine Kratzer ausgleicht. Dadurch soll die Rückseite länger neu aussehen. Einen fühlbaren Unterschied zu anderen Kunststoffoberflächen haben wir nicht bemerkt, lediglich farblich unterscheidet sich der Lack vom eigentlichen Kunststoff des Smartphones. An den Rändern ist der Übergang zu erkennen.

Oberflächliche Kratzer verschwinden problemlos

In unserem Test haben wir der Rückseite ohne Druck mit einem Schlüssel einen oberflächlichen Kratzer zugefügt. LG hat bei internen Tests eine Selbstreparaturzeit von 50 bis 90 Sekunden bei durch eine Drahtbürste verursachten Kratzern ermittelt. Bei uns dauerte es etwas länger, der Polytoraxan-Lack erledigte seine Arbeit allerdings tadellos: Unser Kratzer war nach knapp 10 Minuten vollständig weg, die Stelle war wieder so glatt wie vorher.

Das G Flex ist an sich kein flexibles Smartphone, das der Nutzer in eine gewünschte Form biegen kann. Allerdings ist LG bewusst, dass aufgrund der gebogenen Form ein gewisses Beschädigungspotenzial vorhanden ist, besonders, wenn das Gerät mit der Displayseite nach unten liegt. In Tests hat das G Flex Belastungen bis zu 100 Kilogramm ausgehalten und sich danach wieder in seine gekrümmte Form gebogen. Tatsächlich können wir das Smartphone flach auf eine ebene Oberfläche drücken, ohne dass es zu Beschädigungen kommt. Allzu oft und zu lange sollte dies aber womöglich nicht ausprobiert werden, ein Nebeneffekt ist, dass das Gehäuse knarzt.

Tasten auf der Rückseite

Das G Flex hat wie das G2 keine Bedienungselemente auf der Vorderseite oder an den Rändern. Der Einschalter befindet sich auf der Rückseite unterhalb der Kamera zwischen zwei Tastern für die Lautstärke. Da der Einschalter nicht zu erreichen ist, wenn das G Flex mit der Rückseite auf dem Tisch liegt, kann das Gerät wie das G2 per Doppeltipp auf das Display aus dem Standby geweckt werden.

Der Einschalter dient gleichzeitig auch als Benachrichtigungs-LED, parallel zur eigentlichen LED auf der Displayseite. Neben Standardbenachrichtigungen über neue Nachrichten oder entgangene Anrufe kann sich der Nutzer über den Einschalter unter anderem auch farblich anzeigen lassen, wann die Kamera-App ein Gesicht erkannt hat.

Für uns hat sich aus der rückseitigen Position der Tasten kein unmittelbarer Vorteil für die Bedienung des G Flex ergeben. Stattdessen mussten wir häufig beim Ausschalten danach tasten und erwischten stattdessen einen der beiden Lautstärkeregler - dies dürfte Gewöhnungssache sein. Die Ansicht LGs, dass ein Smartphone keine Bedienungselemente an der Seite haben sollte, teilen wir jedoch nicht.

Gute Kamera mit umfangreicher Software

Die rückseitige Kamera hat eine Auflösung von 13 Megapixeln. LG hat nach eigenen Angaben die Pixel vergrößert, weshalb auch bei weniger guter Beleuchtung gute Bilder entstehen sollen. Tatsächlich macht die Kamera des G Flex auch in dunkleren Umgebungen gut ausgeleuchtete Bilder - diese rauschen dann allerdings sehr stark.

In normalen Belichtungssituationen ist die Qualität der Fotos allerdings gut. Der automatische Weißabgleich regelt die Farben korrekt, auch die Belichtungs- und Fokussierautomatik arbeitet problemlos. Bilder bei Tageslicht sind angenehm scharf, auch weiter entfernte Objekte werden gut erkennbar und ohne matschig zu wirken abgebildet. Lediglich feine Strukturen wie Baumkronen erscheinen in der Vergrößerung nicht mehr besonders detailliert. Ein Aquarelleffekt tritt nicht auf.

Kamera-App mit zahlreichen Aufnahmemodi

Die Kamera-App von LG ist umfangreich und hat zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Neben grundlegenden Einstellungen wie der Art des Autofokus kann der Nutzer zahlreiche Aufnahmeprogramme auswählen. Dazu zählen ein HDR-, ein Panorama-, ein Beauty- und ein Sportmodus sowie ein Aufnahmemodus, bei dem nachträglich störende Objekte entfernt werden können.

Auch bei den Videoaufnahmen kann der Nutzer aus einigen Programmen wählen. Im Zoom-Verfolgen-Modus legt er beispielsweise vor dem Start der Aufnahme einen Punkt im Bild fest, der während der Aufnahme vergrößert in einem eingeblendeten Fenster dargestellt und automatisch im Bild gehalten wird. Das G Flex kann Aufnahmen in Ultra HD mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln machen.

Die Frontkamera hat 2,1 Megapixel und eignet sich für Videotelefonie.

Schneller Snapdragon-800-Prozessor

Im Inneren des G Flex arbeitet wie beim G2 ein Quad-Core-Prozessor vom Typ Snapdragon 800 mit einer Taktrate von 2,3 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der Flash-Speicher 32 GByte. Davon stehen dem Nutzer 24 GByte zur Verfügung. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat das Smartphone nicht.

Das G Flex unterstützt Quad-Band-GSM und UMTS auf den Frequenzen 900 und 2.100 MHz. LTE beherrscht das Smartphone auf den Frequenzen 800, 1.800 und 2.600 MHz. WLAN funkt das Gerät nach 802.11a/b/g/n auf den beiden Frequenzen 2,4 und 5,0 GHz. Den schnellen Standard ac unterstützt das G Flex nicht. Bluetooth läuft in der Version 4.0 LE, ein NFC-Chip und ein GPS-Modul sind eingebaut.

Lange Akkulaufzeit

Der eingebaute, ebenfalls gekrümmte Akku hat eine Nennladung von 3.500 mAh. Laut LG ermöglicht er im UMTS-Modus eine Standby-Zeit des G Flex von über 43 Tagen - was für ein Smartphone ein sehr hoher Wert ist. Im LTE-Modus reduziert sich diese auf 28 Tage. Die Sprechzeit beträgt laut LG bei UMTS-Verbindung 20,5 Stunden.

In unserem Akkutest bestätigt sich, dass das G Flex eine lange Laufzeit hat. Im Videotest beträgt der Akkustand nach 6 Stunden Betrachtung eines 1.080p-kodierten Films noch 50 Prozent - ein Spitzenwert, der sogar die Laufzeit unserer bisherigen Spitzenreiter Huawei Ascend Mate und Lenovo Yoga Tablet 8 übertrifft.

Android-System mit LG-Erweiterungen

Das G Flex wird mit Android in der bereits etwas älteren Version 4.2.2 ausgeliefert. Darüber installiert LG seine eigene Benutzeroberfläche, deren Funktionen bereits vom G2 und vom Android-Tablet G Pad 8.3 bekannt sind.

So hat auch das G Flex die Slide-Aside-Funktion, mit der der Nutzer bis zu drei Apps per Wischgeste separat ablegen und schnell wieder aufrufen kann. Auch die Qslide-Mini-Apps sind beim G Flex verfügbar, die der Nutzer als kleine Fenster über der aktuellen App verwenden kann.

Zahlreiche Apps können auch in einem Split-Screen-Modus wie bei einigen Samsung-Geräten parallel genutzt werden. Ein Gästemodus ermöglicht es dem Nutzer, nur bestimmte Apps anzeigen zu lassen, wenn das G Flex von anderen Personen verwendet wird.

Quick-Theater-Modus ohne Theater

LG hat beim G Flex erstmals den sogenannten Quick-Theater-Modus vorinstalliert. Dieser ermöglicht dem Nutzer schnellen Zugriff auf seine Fotos, auf Videos und auf Youtube und soll eigentlich per Eingabegeste direkt vom Startbildschirm aus gestartet werden können. Wischt der Nutzer im Querformat mit beiden Daumen von der Bildmitte, soll die App eigentlich starten - was sie allerdings nicht tut. Stattdessen werden alle Bildschirmelemente ausgeblendet, so dass nur noch das Hintergrundbild zu sehen ist. Da Quick Theater allerdings eine App ist, kann der Nutzer sie auch manuell starten.

Verglichen mit dem Design der Oberfläche des G Pad 8.3 fällt beim G Flex auf, dass die Icons zwar immer noch recht bunt, aber weniger verspielt wirken. Grund sind laut LG Einwände der Nutzer, die das in Südkorea wohl sehr beliebte Oberflächendesign des G Pad 8.3 und des G2 nicht mochten. Daher hat der Hersteller beim G Flex einen etwas dezenteren Ansatz gewählt. Dieser schließt Spielereien wie den je nach Tageszeit Sonne oder Mond anzeigenden Sperrbildschirm, der auf Bewegungen reagiert, offenbar nicht aus.

Nutzer können beim G Flex einen Ein-Hand-Modus auswählen, bei dem sich die Tastatur oder die Pin-Eingabe der Tastensperre in die linke oder rechte Bildschirmseite verlagert. So können Texte bequemer geschrieben werden, da auch Nutzer mit großen Händen die normale Bildschirmtastatur mitunter nicht mit einer Hand abdecken können, wenn diese wie üblich mittig angeordnet ist.

Leistung und Benchmarks

Das G Flex läuft dank des schnellen Snapdragon-Prozessors und 2 GByte Arbeitsspeicher schnell und reagiert gut auf Eingaben. Durch die Menüs und die Seiten des Startbildschirms navigiert der Nutzer ohne Ruckler. Auch bei mehreren geöffneten Programmen kommt das Smartphone nicht ins Stocken. Im Stock-Browser werden Internetseiten ruckelfrei angezeigt, grafisch intensive Spiele wie das Rennspiel Riptide GP2 laufen auf dem G Flex erwartungsgemäß ebenso flüssig.

Dies spiegelt sich auch in den Benchmark-Werten wider, die wir mit dem G Flex gemessen haben. So erreicht das Smartphone im T-Rex-Test des GFX 3.0 Grafikbenchmarks einen Wert von 27 fps, was in unserer Testtabelle nur vom Nvidia Shield übertroffen wird. Auch der Wert des Icestorm-Unlimited-Tests des 3D-Mark-Benchmarks ist mit 16.696 Punkten sehr hoch, wenngleich knapp 1.000 Zähler niedriger als der des Sony Xperia Z1, das ebenfalls einen Snapdragon 800 eingebaut hat. Die beiden anderen Icestorm-Tests konnten wir mit dem G Flex nicht durchführen, da sie zu anspruchslos für das Smartphone sind und nur das "Maxed Out"-Ergebnis anzeigen.

Im Geräte-Benchmark Geekbench 3 schafft das G Flex im Single-Modus ein Ergebnis von 883 Punkten, knapp 40 Punkte weniger als das Xperia Z1. Im Multimodus kommt das LG-Gerät auf 2.202 Zähler, das Xperia Z1 erreicht hier mit 2.754 Punkten merklich mehr.

Verfügbarkeit und Fazit

Das LG G Flex ist zunächst nur exklusiv bei Vodafone erhältlich. Laut LG soll das Gerät ab März 2014 auch im regulären Handel verfügbar sein. Bei Vodafone kann es für 800 Euro ohne Vertrag gekauft werden.

Fazit

Mit dem G Flex zeigt LG, dass gebogene Smartphones zum einen machbar und zum anderen durchaus komfortabel zu nutzen sind. Dabei verbaut der Hersteller nicht nur seinen neuen POLED-Touchscreen, sondern auch eine kratzresistente Rückseite und einen Topprozessor.

Im Alltag lässt sich gut mit dem großen G Flex arbeiten, was zu einem großen Teil am geringen Gewicht und den für ein 6-Zoll-Smartphone recht kompakten Maßen liegt. Das gebogene Display trägt ebenfalls zum angenehmen Nutzungsgefühl bei: Die geschwungene Form macht sowohl beim Surfen Spaß als auch beim Schauen von Videos oder beim Spielen. Dabei haben wir uns schnell an die Rundung gewöhnt.

Die große Enttäuschung des G Flex ist die Bildschirmqualität: Das feinkörnige Muster des Bildschirm-Paneels scheint bei unseren beiden Testgeräten gleichermaßen durch, so dass wir nicht von einem Einzelfehler ausgehen können. Nur bei voller Helligkeit ist das Display für uns erträglich - was allerdings bei einem 800 Euro teuren Gerät keine Option sein kann.

Etwas unverständlich finden wir zudem, dass LG beim G Flex nur ein Display mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln einbaut. Die restliche verbaute Hardware ist anständig, auch die Kamera macht gute Bilder. Dank der umfangreichen Kamera-App stehen dem Nutzer zahlreiche Aufnahmemodi zur Verfügung.

Die Polytoraxan-Schutzschicht auf der Rückseite funktioniert in unserem Test tadellos. Kleinere Kratzer dürften dank dieser Schicht für das G Flex keine Probleme darstellen - anders als bei der Vorderseite, die wohl konstruktionsbedingt keinen Kratzschutz hat. Die erweiterten Softwarefunktionen ähneln denen des G2 und des G Pad 8.3, beim neuen Quick-Theater-Modus muss LG noch nachbessern. Das Smartphone reagiert schnell und bietet einige nützliche Extras.

Mit einem Preis von 800 Euro ist das G Flex momentan zu teuer. Für deutlich weniger Geld erhalten Käufer auch ein günstigeres großes Smartphone mit zwar nicht gebogenem, aber qualitativ besserem Display, wie beispielsweise das Huawei Ascend Mate, das Oppo N1 oder auch das Galaxy Note 3 von Samsung.  (tk)


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