Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobile-payments-mit-itunes-und-dem-iphone-an-der-supermarktkasse-bezahlen-1401-104162.html    Veröffentlicht: 26.01.2014 12:42    Kurz-URL: https://glm.io/104162

Mobile Payments

Mit iTunes und dem iPhone an der Supermarktkasse bezahlen

Apple besitzt über den iTunes Store ein seit vielen Jahren funktionierendes mobiles Bezahlsystem, doch es wird bislang nur für Einkäufe für E-Books, Musik, Apps und Filme verwendet. Apple scheint das System auch zum Bezahlen von anderen Gütern öffnen zu wollen.

Apple unterhält enorm viele Kundenbeziehungen. Nach Angaben des Unternehmens sind im iTunes Store 575 Millionen Konten registriert. Doch die Einkaufsmöglichkeiten sind begrenzt und beschränken sich auf elektronische Bücher, Apps, Musik, Filme und Fernsehserien, die online erworben werden können, um sie auf Apple-Geräten abspielen beziehungsweise installieren zu können.

Diese funktionierenden Kundenbeziehungen und das Abrechnungssystem ließen sich auch auf reale Güter übertragen. Das Bezahlen an der Supermarktkasse mit dem iPhone wäre ein denkbarer Anwendungszweck, und genau den scheint Apple nun zu verfolgen, wie das Wall Street Journal berichtet.

Nach Insiderinformationen hat sich Eddy Cue, verantwortlich für iTunes und den App Store von Apple, mit Industrievertretern getroffen, um eine Erweiterung von Apples Bezahlsystem zu besprechen. So sollen auch Waren und Dienstleistungen außerhalb der Apple-Welt mit Apple-Geräten bezahlt werden können. Darüber hinaus sei Jennifer Bailey, die als Managerin für die Onlineshops von Apple verantwortlich war, jüngst in den Bereich Bezahlsysteme versetzt worden, berichtet das WSJ unter Berufung auf gleich drei namentlich nicht genannte Personen.

In den Markt für mobile Bezahlsysteme würde Apple recht spät einsteigen und unter anderem auf Paypal, Amazon, Google, Stripe und Square treffen, wobei letzteres Unternehmen auch Hardware für Händler zum Auslesen des Kreditkarten-Magnetstreifens anbietet, die an Smartphones angeschlossen wird.

Apple würde keine zusätzliche Hardware benötigen, wenn der iTunes Store und dessen Bezahlsystem auf Drittanbieter ausgedehnt würde. Zur Erhöhung der Sicherheit könnte das Unternehmen auf den Fingerabdrucksensor zurückgreifen, den es derzeit aber nur beim iPhone 5S gibt. Zudem hat Apple mit dem iBeacons ein auf Bluetooth basierendes System vorgestellt, das zur Geolokalisierung abseits von GPS auch in Gebäuden funktioniert. Damit können zum Beispiel direkt im Laden Produktinformationen auf dem Smartphone angezeigt werden, wenn sich der Kunde in dessen Nähe befindet.

Apple hatte jüngst in den USA einen Patentantrag eingereicht, der ein mobiles Bezahlsystem beschreibt, bei dem das Smartphone über zwei unterschiedliche Funkprotokolle einerseits Kontakt mit der Ladenkasse aufnimmt und dann über eine zweite Funkverbindung die Zahlungsinformationen nach der Bestätigung durch den Käufer übermittelt. Zur Absicherung wird der Fingerabdruckscanner eingesetzt.  (ad)


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