Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bloatware-suedkorea-verbietet-nicht-loeschbare-vorinstallierte-apps-1401-104153.html    Veröffentlicht: 24.01.2014 16:02    Kurz-URL: https://glm.io/104153

Bloatware

Südkorea verbietet nicht löschbare vorinstallierte Apps

In Südkorea wird im April 2014 eine Richtlinie verabschiedet, die es Smartphone-Herstellern und Netzanbietern verbietet, nicht löschbare Apps auf Smartphones vorzuinstallieren. Damit sollen unter anderem Wettbewerbsvorteile beseitigt werden. Nutzer sollen auch die Google-Apps löschen können.

Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie und Zukunftsplanung hat angekündigt, künftig vorinstallierte Apps, die der Nutzer nicht löschen kann, zu untersagen. Eine entsprechende Richtlinie werde noch im April dieses Jahres verabschiedet und gelte für einheimische Smartphone- und Tabletproduzenten sowie Netzanbieter. Betroffen seien alle Geräte, die ab April 2014 produziert werden.

Beseitigung von Wettbewerbsvorteilen

"Dieser Schritt zielt darauf ab, die abnormale Praxis zu unterbinden, die zu Unannehmlichkeiten bei den Nutzern und zu einem unfairen Wettbewerb führt", sagte das Ministerium der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge. Die neue Vorschrift besagt, dass der Nutzer vorinstallierte Apps löschen können muss. Davon ausgenommen sind lediglich vier elementare Programme, die die WLAN-Verbindung, bestimmte Einstellungen, die NFC-Verbindung und den Play Store betreffen.

In Südkorea installieren Samsung und LG jeweils bis zu 40 Apps auf ihren Geräten vor. Hinzu kommen dann noch die Programme der Netzanbieter: SK Telecom hat beispielsweise auf dem Galaxy S4 zusätzliche 25 Apps installiert. Hersteller und Netzanbieter sollen diese Apps nicht nur löschbar machen, sondern generell auch ihre Anzahl reduzieren.

In Deutschland ist die Praxis der nicht löschbaren Apps ebenfalls verbreitet, jedoch weniger schlimm. Samsung, HTC und andere Hersteller installieren hier neben Programmen für eigene Dienste unter anderem eine Hotelsuch-App vor.

Auch Google-Apps sollen gelöscht werden können

Das zuständige Ministerium kündigt an, auch mit Google über die neue Richtlinie zu sprechen. Die Möglichkeit zur Löschung soll auch auf die Google-Apps ausgeweitet werden. Der Internetseite The Next Web hat Google bestätigt, die Richtlinie erhalten zu haben, kommentiert den Vorgang allerdings nicht.  (tk)


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