Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0010/10414.html    Veröffentlicht: 21.10.2000 22:08    Kurz-URL: https://glm.io/10414

AmigaOne - Neuer Amiga kommt im Spätsommer 2001 (Update)

Amiga gibt Spezifikationen der AmigaOne-Plattform bekannt

Seit über sechs Jahren gab es keine neue Amiga-Hardware mehr, die Plattform galt dadurch lange Zeit als tot. Der Wandel kam im Januar dieses Jahres, als das neu gegründete Unternehmen Amiga eine Partnerschaft mit der britischen Tao Group bekannt gab und ein Plattform-unabhängiges Amiga-Betriebssystem ankündigte. Nachdem das Software-Entwicklerkit bereits erhältlich und auf reges Interesse gestoßen ist, stellte das Unternehmen nun mit dem AmigaOne die lange erwarteten Spezifikationen für die optimale Hardware-Plattform vor.

AmigaOne - Kommt 2001
AmigaOne - Kommt 2001
Der unter dem Amiga Digital Environment, kurz AmigaDE, laufende AmigaOne soll sich an den Markt für Desktop- und Workstation-Computer richten und wurde von Amiga bereits mehrmals erwähnt. Doch außer dass zukünftige Matrox-Grafikkarten unterstützt werden sollen, war bisher nur bekannt, dass entsprechende Rechner aus bestehenden PC-Hardwarekomponenten von Drittherstellern in Lizenz gefertigt werden sollen.

Mit der nun veröffentlichten breit gefassten AmigaOne-Spezifikation, die auch unter dem Namen "zico" geführt wird, nennt Amiga allerdings keine revolutionären oder spektakulären Details, sondern ausschließlich die Eckdaten einer zukünftigen Basiskonfiguration: Die Komplettsysteme jedes Herstellers werden von Amiga auf Kompatibilität geprüft, bevor sie offiziell als AmigaOne bezeichnet werden dürfen. Obwohl die zico-Spezifikation laut Amiga bereits seit drei Monaten feststeht, sollen fertige AmigaOne-Systeme auch deshalb erst im dritten Quartal 2001 auf den Markt kommen.

Für bestehende Amiga-Anhänger, die ihre alten Systeme noch pflegen und viel Zeit und Geld in diese investiert haben, hat Amiga gemeinsam mit der britischen Eyetech Group, einem nicht unbekannten Amiga-Hardwarehersteller, Systemupgrades in Aussicht gestellt. Vorerst gilt dieses jedoch nur für Amiga-A1200- und A4000-Rechner, die in Tower-Gehäusen stecken - denn für diese gibt es Austausch-Mainboards. Die Upgrades erweitern sie um einen PowerPC-Prozessor im Prozessor-Slot, einen AGP- und sechs PCI-Slots, sowie bis zu 512 MB SDRAM und einen IDE/ATAPI-Festplattencontroller.

Sowohl das AmigaOne PPC 1200 Upgrade-Board für A1200-Rechner als auch das AmigaOne PPC 4000 für A4000-Rechner ermöglichen sowohl das Starten der Classic Amiga Workbench (AmigaOS) als auch des AmigaDE. Die Geschwindigkeit des Systems soll auch unter AmigaOS nutzbar sein, was eine leichtere Migration auf die neue Plattform erlaubt. Beide Upgrade-Boards werden laut Amiga im ersten Quartal 2001 erscheinen, wesentlich früher als die eigenständigen AmigaOne-Systeme. Entsprechende Entwickler-Hardware soll bereits im Dezember 2000 erhältlich sein.

Um Amiga-Anhängern den Wechsel vom AmigaOS auf AmigaDE zu vereinfachen, wird Mitte Dezember deshalb noch eine weitere AmigaOS-Version erscheinen: OS3.9 läuft sowohl auf der alten Amigas als auch den AmigaOne-PPC-Upgrades. Das AmigaDE wird schließlich nur noch auf AmigaOne-Systemen laufen.

Auf einer neuen AmigaOne Produkt-Webseite will Amiga in Zukunft Interessierten die Möglichkeiten, Vorzüge und Details des AmigaOne aufzeigen und ihre Fragen beantworten.  (ck)


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