Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cos-chinas-smartphone-os-soll-keine-android-kopie-sein-1401-104022.html    Veröffentlicht: 20.01.2014 12:07    Kurz-URL: https://glm.io/104022

COS

Chinas Smartphone-OS soll keine Android-Kopie sein

Es basiert auf Linux, soll sonst aber eine Eigenentwicklung sein - das COS genannte Betriebssystem, das chinesische Firmen und Wissenschaftler mit staatlicher Hilfe entwickelt haben. Es ist für Smartphones, Tablets und auch PCs vorgesehen.

Nachdem in einer großen Zeremonie an Chinas Akademie der Wissenschaften (CAS) Mitte Januar 2014 das "China OS" vorgestellt worden war, regte sich schnell Kritik. So soll laut der New York Times im chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo der einige Zeit am besten bewertete Kommentar die Abkürzung COS als "Copy Other System" übersetzt haben. Das Betriebssystem, so auch andere Quellen, sei eine Kopie von Googles Android.

Dem widerspricht Wu Yanjun, einer der beteiligten Wissenschaftler, in einem Bericht der staatlichen Zeitung Global Times. Zwar soll COS auf einem Linux-Kernel basieren, alle darüber liegenden Schichten seien jedoch eigene Entwicklungen. "In unserem Bereich ist es anerkannt, dass die Entwicklung unabhängigen geistigen Eigentums bedeutet, dass der entscheidende Teil des Produkts sich von anderen unterscheidet", sagte Wu Yanjun.

Einer der Unterschiede zu Android könnte sein, dass COS laut dem Bericht nur die Installation von Apps über einen einzigen Store zulässt. Das soll laut den Entwicklern für mehr Sicherheit sorgen, kann aber wohl auch dazu eingesetzt werden, nur staatlich erwünschte Inhalte auf die Geräte zu transportieren.

COS soll nicht nur ein Forschungsprojekt bleiben. Hinter dem Betriebssystem steht eine Investmentgesellschaft aus Schanghai, welche die Verbreitung bei Geräteherstellern übernehmen soll. Als Grund für die Entwicklung nennt die CAS, dass sich China unabhängiger von US-Betriebssystemen machen will. So war laut Angaben der Marktforscher von IDC im Jahr 2013 Android auf fast 90 Prozent aller chinesischen Smartphones installiert. Auch Sicherheitsbedenken durch die Enthüllungen von Edward Snowden sowie das Ende des Supports für Windows XP gibt die CAS als Motivation an.

Daher soll COS nicht nur auf mobilen Geräten, sondern auch PCs laufen. Ein Einsatz auf Settop-Boxen für digitales Fernsehen mit Internetfunktionen ist ebenfalls vorgesehen.  (nie)


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