Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sensoren-bienen-mit-rfid-chips-auf-dem-ruecken-1401-103966.html    Veröffentlicht: 17.01.2014 08:22    Kurz-URL: https://glm.io/103966

Sensoren

Bienen mit RFID-Chips auf dem Rücken

Australische Forscher wollen Tausende von Bienen mit einem wenige Millimeter großen RFID-Chip ausrüsten, um sie zu überwachen. Damit soll untersucht werden, warum immer mehr Bienenvölker sterben.

Die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) will die Bewegungen von wilden Honigbienen überwachen. Damit die winzigen Insekten einzeln erkannt werden können, bekommen 5.000 von ihnen einen 2,5 x 2,5 mm großen RFID-Sensor auf den Rücken geschnallt, nachdem sie für kurze Zeit betäubt wurden.

Die Bienen werden in Hobart, der Hauptstadt von Tasmanien in Australien, gefangen. Die Forscher müssen außerdem Erfassungsgeräte in der Nähe von Bienenstöcken und bekannten Nahrungsquellen in der Umgebung platzieren, damit die Insekten erfasst werden können.

Die Bewegungen der Honigsammler sollen es den Forschern ermöglichen, ein Verhaltensmodell im Zeitverlauf zu erstellen. Damit soll das seit Jahren weltweit zu beobachtende Bienensterben genauer untersucht werden. Es wird nur teilweise durch einen Parasiten verursacht. In anderen Fällen sind Krankheiten und Pestizide der Landwirtschaft als Ursachen ausgemacht worden.

Paulo de Souza leitet das Projekt beim CSIRO: Er betonte, wie wichtig Bienen in unserem täglichen Leben sind. Ein Drittel der Pflanzen, die wir essen, wird durch Bienen bestäubt.

Die RFID-Tags für die Bienen sind für andere Insekten wie Moskitos und Fruchtfliegen noch viel zu groß. De Souza will deshalb künftig noch erheblich kleinere Tags einsetzen, um auch diese Insekten zu bestücken. Zudem sollen sie künftig mit Sensoren zum Messen von Temperaturen und Gasen ausgerüstet werden. Selbst für die Stromerzeugung soll das Insekt durch seinen Flügelschlag beitragen, um die Sensoren zu betreiben. Doch das dürfte noch Zukunftsmusik sein.  (ad)


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