Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/uebernahme-google-einstieg-ins-heimische-nest-1401-103886.html    Veröffentlicht: 13.01.2014 23:46    Kurz-URL: https://glm.io/103886

Übernahme

Google - Einstieg ins heimische Nest

Google übernimmt mit Nest einen Hersteller für vernetzte Thermostate und Rauchmelder, der von einem ehemaligen Apple-Manager gegründet wurde. Der Preis liegt bei 3,2 Milliarden US-Dollar.

Google steigt in den Markt für das intelligente Zuhause ein und kauft mit Nest einen Anbieter für einen Heizungsthermostat und einen Rauchgasmelder. Das Unternehmen wurde vom ehemaligen Apple-Manager Tony Fadell gegründet, der für die Entwicklung des iPods mitverantwortlich war. Das sieht man dem ersten Produkt auch an. Der Nest ist ein runder Thermostat, der eher an Unterhaltungselektronik erinnert als an dröge Haushaltstechnik. Er sieht mit seinem runden Display und dem Scrollrad aus wie ein Musikspieler.

Die Bedienung erfolgt wie bei einem herkömmlichen Temperaturregler. Der Anwender stellt lediglich die gewünschte Zieltemperatur ein. Im Gegensatz zu anderen Thermostaten merkt sich Nest jedoch die Uhrzeit und den Wochentag, an dem die Einstellung vorgenommen wurde. Nach einer Woche soll das Gerät genügend Informationen über die Heizgewohnheiten der Hausbewohner gesammelt haben, um selbst die Temperatur regeln zu können. Der Nest lernt bei manuellen Eingriffen kontinuierlich weiter.

Außerdem hat Nest mit dem Protect einen vernetzten Rauchmelder entwickelt, der auch das giftige Gas CO erkennen kann. Bei Fehlalarmen kann das Gerät mit einer Handgeste abgeschaltet werden. Den Ladestand seiner Batterien meldet er, genau wie einen Alarm, per WLAN auch an eine App und sorgt mit gesprochenen Warnhinweisen dafür, dass sein Besitzer weiß, wo Rauch oder Kohlenmonoxid entdeckt wurde. Im Fall eines CO-Alarms wird die Heizung und so ein möglicher Emittent von Kohlenmonoxid abgeschaltet.

Vor kurzem spekulierte die Website "The Information" darüber, ob Google eigene, intelligente Heizungsthermostate plant. Das erwies sich nun als teilweise richtig. Zwar baut Google wohl weiterhin diese Geräte nicht selbst, aber mit der Übernahme von Nest hat das Unternehmen auf diesem Markt einen Fuß in die Tür bekommen.

Nest soll auch künftig weiterhin unabhängig von Google arbeiten, teilte der neue Eigentümer mit. Tony Fadell teilte mit, dass Nest mit der Unterstützung von Google nun in einer noch besseren Lage sei, einfache und mitdenkende Geräte zu bauen, die das Leben vereinfachen und einen positiven Einfluss auf die Welt haben.

Google hatte allerdings schon einmal versucht, im Haushaltsbereich zu punkten. Doch dem Webdienst Powermeter, mit dem ein intelligenter Stromzähler realisiert werden sollte, war kein Glück beschieden. Das Programm wurde 2011 von Google wegen Schwierigkeiten bei der Umsetzung eingestellt. Google versprach im Vorfeld, dass sich bis zu 15 Prozent der Energiekosten einsparen lassen, wenn man sehen würde, welche Geräte wie viel verbrauchen - und sie dann ausschaltet beziehungsweise seltener verwendet.  (ad)


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