Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/displair-alles-feuchte-luft-1401-103855.html    Veröffentlicht: 12.01.2014 10:55    Kurz-URL: https://glm.io/103855

Displair

Alles feuchte Luft

Mit einem Prototyp sucht Displair nach einem Fertigungspartner für seine Digital-Signage-Lösung. Das System projiziert ein Bild auf feuchte Luft und bietet sogar eine Art Touchscreen. Doch dem Startup geht es nicht gut.

Displair ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm in der Luft. Dabei passt der Begriff Bildschirm im Wortsinn nicht ganz und auch Touchscreen ist keine passende Bezeichnung. Denn mit dieser Technik wird das Bild von einem Projektor über einen Spiegel auf eine Luftwand projiziert.

Die Luftwand entsteht dadurch, dass von unten feuchte Luft nach oben mit hoher Geschwindigkeit gedrückt wird. Den Nebel, der dabei sichtbar wird, kann Displair als Projektionsfläche nutzen. Der Nebel verschwindet sehr schnell, so dass nicht zu befürchten ist, dass es in dem Raum zu schlechten Sichtverhältnissen kommt. Zumindest auf der CES war dies nicht der Fall, obwohl dort zwei Maschinen eingesetzt wurden.

Als Besonderheit konnte der neugierige Besucher zudem mit dem Bild interagieren. Eine Sensorleiste erkannte Wischbewegungen und das Antippen der Bildfläche im Raum. Das funktionierte zwar nicht immer zuverlässig, doch das System lud Anwender zum Spielen mit dem System ein.

Hier soll auch die Stärke des Systems verglichen mit anderen Digital-Signage-Systemen liegen. Die Firma erklärte, dass Beworbene über eine Minute mit dem System spielten und interagierten. Ein Touchscreen soll solche Zeiten nicht erreichen. Auch bei Laufkundschaft soll durch den ungewöhnlichen Effekt besser Aufmerksamkeit erregt werden können. Displair soll aber nicht nur in der Werbung eingesetzt werden. Auch für Veranstaltungen oder Unterhaltung eigne sich das System.

Bedingt durch das Prinzip ist die Bildqualität jedoch schlecht. Schwarzlevel gibt es nicht und kräftige Farben kann das System ebenfalls nicht erzeugen. Inhalte müssen also speziell für die Nachteile des Systems angepasst werden.

Wie das Unternehmen Golem.de auf der Messe darlegte, sucht sie mit dem aktuellen Prototyp nun einen Partner für die Fertigung. Das kommt parallel zu Berichten, dass Displair in Schwierigkeiten sei. Tatsächlich war dieses Unterfangen bisher nicht besonders erfolgreich. Gebraucht werden offenbar weitere 3 Millionen US-Dollar von einem Investor, der bisher nicht gefunden wurde. Möglicherweise war die CES 2014 eine letzte Chance, das Konzept in die Praxis umzusetzen.  (ase)


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