Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutscher-landkreistag-landkreise-wollen-mehr-foerdermittel-fuer-schnelles-internet-1401-103795.html    Veröffentlicht: 08.01.2014 17:48    Kurz-URL: https://glm.io/103795

Deutscher Landkreistag

Landkreise wollen Milliarden für schnelles Internet

Das Ziel, 75 Prozent der Haushalte mit Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s zu versorgen, kann nur mit deutlich mehr Fördermitteln erreicht werden. Das sagt der Präsident des Landkreistages und macht damit Druck auf die Bundesregierung.

Der Deutsche Landkreistag hat am 8. Januar 2014 bei seiner Präsidiumssitzung gefordert, dass der Breitbandausbau stärker als in der Koalitionsvereinbarung vorgesehen vorangetrieben werden muss. Der Präsident des Landkreistages, Hans Jörg Duppré, sagte, neben verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen seien insbesondere deutlich mehr Fördermittel notwendig, um die von der Bundesregierung selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Duppré rechnete vor: "Für einen flächendeckenden Breitbandausbau unter optimaler Nutzung aller Technologien sind nach einer Studie des TÜV Rheinland rund 20 Milliarden Euro erforderlich. Andere Berechnungen gehen bei einem Glasfaserausbau sogar von Kosten deutlich über 40 Milliarden Euro aus. Nur durch einen konsequenten Förderansatz lassen sich daher die gesetzten Ausbauziele auch tatsächlich erreichen." Ein flächendeckender Glasfaserausbau bis zum letzten Bauernhof würde bis zu 93 Milliarden Euro kosten, so Berechnungen des TÜV Rheinland und der TU Dresden.

Bis 2014 sollen nach der Breitbandstrategie der Bundesregierung für 75 Prozent der Haushalte und bis 2018 für alle Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s zur Verfügung stehen.

Landrat Robert Fischbach betonte, dass es wegen der dezentralen Wirtschaftsstrukturen in Deutschland keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land geben dürfe. "Gerade für den ländlichen Raum ist die Breitbandanbindung eine der, wenn nicht mittlerweile sogar die zentrale Infrastruktur." Zur Erreichung dieses Ziels sei allerdings eine stärkere Kraftanstrengung notwendig.

Rund 1,9 Millionen Haushalte hatten im Mai 2013 in Deutschland keine Breitbandgrundversorgung von mindestens 1 MBit/s aus dem Festnetz. Eine Anzahl von rund 240.000 Haushalten verfügte per LTE über die Breitbandgrundversorgung von mindestens 1 MBit/s.

Der Anteil der Haushalte, die bereits über Anschlüsse mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 MBit/s verfügen, habe Ende des letzten Jahres 54,8 Prozent betragen, so Fischbach.  (asa)


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