Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wii-u-gamepad-5678-rot3-und-gamecube-streaming-mit-linux-1312-103621.html    Veröffentlicht: 30.12.2013 13:39    Kurz-URL: https://glm.io/103621

Wii U Gamepad

5678, ROT3 und Gamecube-Streaming mit Linux

Die Hacker Delroth und Shuffle2 konnten in die WPA-Kommunikation zwischen Wii U und Wii U Gamepad eindringen. Was sie dort fanden, überraschte sie.

Ein Wii-U-Gamepad kann auch ohne eine Wii U genutzt werden. Den Hackern Delroth und Shuffle2 ist es gelungen, auf dem Dolphin-Emulator laufende Gamecube-Spiele zum Wii-U-Gamepad zu schicken und mit den Kontrollelementen das Spiel auch zu spielen. In einer Demonstration auf dem 30C3 wurde das Cel-Shading-Zelda Wind Waker gezeigt. Stabil ist der Hack jedoch noch nicht, und so stürzte das Gerät während der Demo ab.

Wie bekannt ist, arbeitete Nintendo als einer der ersten Konsolenhersteller mit 5-GHz-WLAN, allerdings nur zwischen den Wii-U-Komponenten. Das stellte die Hacker vor Probleme, denn 5-GHz-Access-Points an einem Rechner sind keine leichte Aufgabe. Am besten funktioniert ein rt2800usb-Treiber unter Linux. Andere Chips arbeiten nicht so gut oder gar nicht, wenn der Treiber dies nicht beherrscht oder es sich um eine Single-Band-Ausführung handelt.

Um überhaupt so weit zu kommen, mussten die Hacker zunächst herausfinden, welche Standards genutzt werden. Nach Analysen stellte sich heraus, dass Nintendo hier nichts Besonderes verwendet, allenfalls ein wenig maskiert. Die Verbindung wird per WPA2/AES gesichert und die einmalige Kopplung geschieht erwartungsgemäß mit WPS. Es gelang ihnen auch, die WPS-Pin herauszufinden. 5678 lautete die Pin der getesteten Wii U, die Nintendo mit Symbolen eines Kartenspiels maskiert. So gelingt es keinem anderen Gerät, sich mit der Wii U zu verbinden. Die Hacker mussten also herausfinden, welches Symbol für welche Zahl steht.

Obwohl alle Voraussetzungen geschaffen wurden - die Demaskierung war nicht schwer -, gelang es trotzdem nicht, das Gamepad mit einem anderen WLAN zu verbinden. Die Lösung war extrem einfach. Nintendo shiftet den WPA-Schlüssel per ROT3 (nicht ROT13), was zu schallendem Gelächter unter den anwesenden Hackern führte. Auffallend ist, dass Nintendo sich kaum bemüht, seine Hardware abzusichern, aber den Hackern mit kleinen Hürden leichte Schwierigkeiten bereitet. Warum das so ist, weiß niemand.

Nach der Lösung dieses Problems konnten das Netzwerk und der Videostream VSTRM analysiert werden. Genutzt werden bekannte IP-Adressen wie 192.168.1.10 (Wii U) und 192.168.1.11 (Gamepad). Das Projekt hat noch einen Prototyp-Status. Die Tools, wie etwa Wireshark-Plugins oder die Patches für den Videostream, sind unter bitbucket.org/memahaxx zu finden. Libdrc für Linux und eine Dokumentation dazu gibt es auf libdrc.org. Damit können der Touchscreen und die Knöpfe bei gestreamten Spielen genutzt werden.  (ase)


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