Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/opteron-amd-2015-mit-toronto-soc-und-excavator-modulen-fuer-server-1312-103583.html    Veröffentlicht: 26.12.2013 09:22    Kurz-URL: https://glm.io/103583

Opteron

AMD 2015 mit Toronto-SoC und Excavator-Modulen für Server

Auf der Supercomputing Conference 2013 hat AMD eine Roadmap mit den 2015 erscheinenden Opteron-SoCs Toronto und Cambridge gezeigt. Diese nutzen Excavator-Module respektive ARM-Kerne; neue Oberklasse-CPUs plant AMD hingegen nicht.

Geht es nach AMDs offizieller Server-Roadmap von November 2013, so wird der Prozessorhersteller 2015 zwei neue APUs veröffentlichen, die im unteren und mittleren Leistungssegment angesiedelt sind: Toronto ist die Servervariante des Kaveri-Nachfolgers Carrizo, Cambridge basiert wie Seattle auf ARM-Kernen. Einen neuen schlagkräftigen Chip für Server mit mehreren Sockeln entwickelt AMD offenbar nicht, stattdessen soll veraltete Technik der Konkurrenz entgegengestellt werden - immerhin leicht überarbeitet.

In seinem Vortrag "HSA in Clusters" gab AMDs Gregory Rodgers einen Ausblick auf kommende Serverprozessoren, das dazugehörige Video von Mellanox hat Snafuh im P3D-Forum gefunden. Rodgers erläuterte, dass Toronto zwei Excavator-Module (vier Integer-Kerne) und eine Grafikeinheit der "Volcanic Island"-Generation bietet. Letztere ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen GCN-Technik und wird beispielsweise in der Radeon R9 290X genutzt, über Excavator ist nur wenig bekannt. Toronto integriert die Southbridge in den Chip, damit ist die APU ein System on a Chip (SoC). Hierdurch sind einfachere, günstigere und sparsamere Platinen möglich, was im 1P-Segment (ein Sockel) ein wichtiger Faktor ist.

Schuss zum Mond, aber Moskau steht still

AMD möchte Toronto wie die aktuellen Kyoto-SoCs als Module für Moonshot-Systeme anbieten, da die Chips direkt auf BGA-Sockel verlötet werden. Laut der Roadmap unterstützen die APUs sowohl DDR3- als auch DDR4-Speicher. Der schnellere RAM würde der integrierten Grafikeinheit mehr Bandbreite zur Verfügung stellen, wodurch diese eine höhere Leistung erzielen kann - mittlerweile arbeiten viele HPC-Anwendungen (High Performance Computing, also Superrechner wie der Tianhe-2) mit OpenCL, was GPUs sehr gut liegt und eine Stärke von APUs ist. Wie schon bei Berlin und Kyoto soll es aber auch Versionen mit deaktivierter GPU geben.

Der für sparsame Mikroserver gedachte Cambridge-Chip ist von Beginn an als reiner Prozessor ausgelegt, vermutlich nutzt AMD hier erstmals selbst entwickelte ARM-Kerne mit 64-Bit-Architektur. Für Server mit zwei oder vier Sockeln hält AMD auch 2015 an der Piledriver-Technik fest, die Warsaw-Opterons bieten abseits von etwas mehr Takt und einer leicht höheren Effizienz nach derzeitigem Stand jedoch keine Neuerung gegenüber den Abu-Dhabi-Prozessoren. Für das Desktop-Segment untermauert dies die Vermutung, dass es selbst 2015 keine FX-Modelle mit Steamroller-Architektur geben wird.

Starke Konkurrenz

Intel plant für übernächstes Jahr ein namentlich noch unbekanntes SoC mit Goldmont-Kernen - aktuell ist Avoton, dem Denverton folgt. In der Mittelklasse kommt Skylake und für Server mit mehreren Sockeln Broadwell EP. Mit 18 Kernen ist dieser Prozessor ein Rechenmonster, dank 14-Nanometer-Technik zudem sehr effizient. AMD müsste die Warsaw-Modelle daher sehr günstig anbieten, um zumindest über den Preis konkurrieren zu können.  (ms)


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