Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-tablets-preiskampf-weitet-sich-auf-10-zoll-modelle-aus-1312-103464.html    Veröffentlicht: 28.12.2013 13:46    Kurz-URL: https://glm.io/103464

Android-Tablets

Preiskampf weitet sich auf 10-Zoll-Modelle aus

In diesem Jahr hat sich der Preiskampf rund um Android-Tablets zugespitzt. Ausgelöst wurde er im Bereich der Kompakttablets durch Googles Nexus 7. Jetzt beginnt auch bei 10-Zoll-Geräten der Kampf um das günstigste Tablet. Für das kommende Jahr erwarten wir einen weiteren Preissturz.

Der Beginn des Preiskampfes bei den Android-Tablets hat im Grunde mit dem Verkauf des Nexus 7 begonnen, das Google zusammen mit Asus entwickelt hat. Vorher gab es zwar auch das eine odere andere preisgünstige Kompakttablet, aber deren Ausstattung ließ doch meist sehr zu wünschen übrig. Das änderte sich fundamental mit dem Nexus 7, das zu seiner Markteinführung eine außergewöhnlich gute Ausstattung zu einem attraktiven Preis bot.

Es kam in Deutschland im August 2012 auf den Markt, die günstige Ausführung mit gerade mal 8 GByte Flash-Speicher kostete 200 Euro. Schon zwei Monate später gab es einen Preisrutsch, und für 200 Euro bekam der Käufer nun das 16-GByte-Modell. Damit hatte es die Konkurrenz erst einmal schwer, vergleichbare Tablets zu einem ähnlich günstigen Preis anzubieten.

Im Laufe dieses Jahres kamen dann aber doch eine Reihe kompakter Android-Tablets zu einem niedrigen Preis mit vergleichsweise guter Ausstattung auf den Markt, die den Preis des Nexus 7 noch unterboten. Damit wurden die kompakten Android-Tablets auch für Interessenten attraktiv, die nicht so viel Geld dafür ausgeben wollen.

Kompakttablets mit guter Ausstattung

Acer war in diesem Jahr mit Varianten des Iconia B1 aktiv. Die erste Ausführung des 7-Zoll-Tablets mit 8 GByte kam im Januar 2013 zum Listenpreis von 120 Euro auf den Markt. Asus folgte im Februar 2013 mit dem Memo Pad ME172V für 150 Euro. Mit dem Fonepad brachte Asus im April 2013 noch einen weiteren Konkurrenten des Nexus 7 auf den Markt und visierte diesmal das Google-Tablet mit Modem an. Das Fonepad erschien für 230 Euro, war damit 70 Euro günstiger als das Nexus 7 mit Modem und konnte direkt zum Telefonieren verwendet werden.

Parallel zum Fonepad brachte Acer eine leicht überarbeitete Variante des Iconia B1 auf den Markt. Für 140 Euro gab es nun mit 16 GByte doppelt so viel Flash-Speicher. Dem folgte im Sommer eine Ausführung mit UMTS-Modem für 180 Euro, die damit noch einmal 50 Euro günstiger als das Fonepad von Asus war.

Preiskampf weitet sich auf 10-Zoll-Bereich aus

Auch HP versuchte seinen Neueinstieg in den Tabletmarkt vor allem mit einem preisgünstigen Gerät. Im Frühsommer 2013 erschien das Slate 7 für 150 Euro. Ein Mobilfunkmodem hatte es nicht. Mit dem Fonepad 7 erschien im Oktober 2013 eine überarbeitete Version von Asus' Telefonie-Tablet, das mit 8 GByte Flash-Speicher 180 Euro kostete und mit 16 GByte für Speicher 230 Euro zu haben war. Vor allem im Preissegment um die 200 Euro brachten im Laufe des Jahres noch verschiedene andere Hersteller 7- und 8-Zoll-Tablets auf den Markt, um mit Google mithalten zu können.

Im Oktober 2013 verkaufte Medion über Aldi-Nord dann erstmals ein 7-Zoll-Tablet für 100 Euro. Das Modell Lifetab E7312 kam dann im Dezember 2013 auch bei Aldi-Süd in den Verkauf, während Aldi-Nord das verbesserte Modell Lifetab E7316 für ebenfalls 100 Euro im Sortiment hatte. Zum Ende des Jahres zeigten Lenovo und LG, dass mit dem Yoga Tablet 8 und dem G Pad 8.3 zwei Kompakttablets mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis verfügbar waren.

Dabei wurde die Ausstattung der günstigen 7- und 8-Zoll-Tablets immer besser, Käufer eines günstigen Kompakttablets hatten somit nicht übermäßig viele Einbußen. Ganz anders sah es bei günstigen 10-Zoll-Tablets aus. Hier ließen Ausstattung oder Qualität doch sehr zu wünschen übrig.

Preiskampf im 10-Zoll-Bereich beginnt

Während der Preiskampf bei den Kompakttablets das Jahr über dafür sorgte, dass die Preise für gut ausgestattete Kompaktgeräte niedrig blieben, war im 10-Zoll-Bereich zunächst keine Bewegung in Sicht. Google hatte das Nexus 10 im Oktober 2012 vorgestellt, es war aber bis Anfang 2013 nur vereinzelt zu bekommen. Es bot für den Preis eine sehr gute Ausstattung, aber es sorgte nicht für einen Preiskampf und verkaufte sich auch nicht sonderlich gut, vermutlich auch wegen der späten Verfügbarkeit. Im Handel war das Nexus 10 meist deutlich teurer als im Play Store.

Das 10-Zoll-Tablet Surftab Ventos 10.1 von Trekstor mit einem Preis von 200 Euro blieb in der ersten Jahreshälfte als günstiges 10-Zoll-Tablet eher eine Ausnahme. Doch im Dezember 2013 begann der Preiskampf schließlich auch in diesem Segment: Medion stellte mit dem Lifetab E10316 ein 10-Zoll-Tablet für 180 Euro vor. Damit konnte Trekstor mit dem Surftab Xiron 10.1 nicht ganz mithalten, das fast gleichzeitig für 200 Euro in den Verkauf ging. Ansonsten musste im vergangenen Jahr weiterhin für ein halbwegs anständiges 10-Zoll-Tablet ein Preis von um die 400 Euro einkalkuliert werden.

Ausblick

Im Laufe des Jahres 2014 dürften sich die Preise für Einstiegstablets weiter verringern. Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass es bald mehr anständige 10-Zoll-Tablets zu einem günstigen Preis geben wird. Denn die Hersteller wollen damit die Verkaufszahlen steigern.

Zur Unterhaltungselektronikmesse CES Anfang Januar 2014 in Las Vegas und auch zum Mobile World Congress Ende Februar 2014 in Barcelona werden die Hersteller sicher neue Tablets zeigen. Es ist damit zu rechnen, dass auch das eine oder andere Modell dabei sein wird, das den Preiskampf weiter vorantreiben wird. Und selbst die günstigen Modelle werden dabei sicherlich eine bessere Ausstattung als Einsteigermodelle von vor einem Jahr haben, so dass der Käufer in jedem Fall mehr für sein Geld bekommen wird.  (ip)


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