Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/muenchen-limux-projekt-offiziell-abgeschlossen-1312-103380.html    Veröffentlicht: 13.12.2013 17:09    Kurz-URL: https://glm.io/103380

München

Limux-Projekt offiziell abgeschlossen

Der Münchner Stadtrat hat das Limux-Projekt für beendet erklärt. Nach 10 Jahren Umstellung startet damit nun der Regelbetrieb von Linux-Systemen an fast 15.000 Arbeitsplätzen.

Mit einer kurzen Notiz gibt die Stadt München bekannt, dass das Limux-Projekt nach über zehnjähriger Laufzeit abgeschlossen ist. Im Mai 2003 hatte sich der Stadtrat dazu entschlossen, ihre in der Verwaltung eingesetzten Rechner künftig mit Linux-Systemen und, sofern dies nicht möglich war, Windows-Computer mit freier Software wie Openoffice.org auszustatten. Nun werden die fast 15.000 Limux-Arbeitsplätze in den Regelbetrieb übergehen.

Viele Verzögerungen

Ursprünglich sollte die Umstellung der Rechner bereits Ende 2008 beendet sein, doch das Limux-Projekt geriet wegen diverser Probleme immer wieder ins Stocken. So nutzten verschiedene Verwaltungsabteilungen vor der Umstellung eine Vielzahl an Office-Makros für ihre Arbeit, die portiert werden mussten. Aus dieser Arbeit entstand das Vorlagensystem Wollmux, das seit fünf Jahren als freie Software zur Verfügung steht.

Auch die Wahl der Linux-Distribution und die Pflege und Verteilung eigener Pakete gestaltete sich schwieriger als anfangs erwartet. Zunächst verwendete das Team eine stark angepasste Debian-Version und wechselte schließlich zu Ubuntu. In den vergangenen zwei Jahren ist die Umstellung jedoch schneller abgelaufen, als vom Limux-Team prognostiziert.

Spart freie Software Geld?

Für den Wechsel von Windows hin zu Linux-Systemen gab es mehrere Gründe, etwa die geringere Abhängigkeit gegenüber einem einzelnen Software-Anbieter. Aber auch die Einsparungen durch den Wegfall der Lizenzkosten waren einer der häufig angeführten Faktoren.

Ob die Stadt tatsächlich Kosten spart, wurde immer wieder auch von Stadtratsmitgliedern angezweifelt. Zuletzt wurden Anfang dieses Jahres in einer von HP erstellten Studie die offiziellen Berechnungen infrage gestellt. Demnach hätte der Einsatz von Linux-Systemen der Stadt mehr Kosten verursachen müssen, als diese angibt. Diese Vorwürfe weist die Stadt München allerdings von sich und bescheidet dem Limux-Projekt auch jenseits der Kostenfrage ein durchweg positives Ergebnis.  (sg)


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