Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/steve-ballmer-windows-vista-war-mein-groesster-fehler-1312-103362.html    Veröffentlicht: 13.12.2013 09:31    Kurz-URL: https://glm.io/103362

Steve Ballmer

"Windows Vista war mein größter Fehler"

Noch-Microsoft-Chef Steve Ballmer hat erläutert, warum er Windows Vista als den größten Fehler sieht, den er bei Microsoft gemacht hat. Auch an Microsofts Spielekonsole Xbox äußert er Kritik.

Der Noch-Microsoft-Chef Steve Ballmer hat erneut über seine Jahre bei Microsoft gesprochen. Zu Windows Vista äußerte er sich besonders selbstkritisch: "Das war der größte Fehler, den ich gemacht habe", erklärte Ballmer der Microsoft-Expertin Mary Jo Foley von ZDNet.

Windows Vista sei nicht nur kein gutes Produkt gewesen, es habe auch viel zu lange gedauert, bis es ausgeliefert wurde. Fünf bis sechs Jahre habe es gedauert, bis Windows Vista in den Verkauf ging. Trotz der langen Entwicklungszeit habe es viele Fehler gegeben. Diese Korrekturen seien in Form von Windows 7 gekommen: Erst als Windows 7 erschienen sei, sei sich die Fachwelt einig gewesen, dass es eine gute Windows-Version sei und all das habe, was schon von Windows Vista erwartet worden war.

Windows Vista hat wertvolle Ressourcen verschlungen

Nach Auffassung von Ballmer wurden mit Windows Vista wertvolle Ressourcen vergeudet, die an anderer Stelle fehlten. Viele Topleute bei Microsoft seien für sieben bis acht Jahre mit dem Projekt betraut gewesen. In dieser Zeit habe Microsoft keine großen Fortschritte gemacht. Die Vista-Mitarbeiter hätten stattdessen besser an anderen Projekten wie etwa Mobiltelefonen arbeiten sollen, räumte Ballmer ein.

Ballmer begründete damit seine kritischen Äußerungen zu Windows Vista, die er schon im August 2013 gemacht hatte. Ballmer betonte nun, dass er persönlich die Verantwortung für diese Situation übernehme. Vista sei nicht nur ein Fehler der Microsoft-Führung gewesen. "Es war auch ein technisch strategischer Fehler." Es sei auch nicht richtig gewesen, die Strategie so oft zu ändern. Wichtiger sei es, dass sich eine Firma auf wichtige Dinge konzentriere. Als Beispiele dafür nannte er Apple und Google. Apple habe auf Touch-Bedienung und auf stromsparende Geräte gesetzt, während Google voll auf die Suche gesetzt habe.

Ballmers Kritik an der Xbox

Kritisch sieht Ballmer auch Microsofts Spielekonsole Xbox. Er bedauere, dass es zu lange gedauert habe, bis Microsoft mit der Xbox auch Geld verdient habe. Die erste Xbox kam 2001 auf den Markt und wurde vier Jahre später durch die Xbox 360 abgelöst. Bis 2010 machte Microsoft mit jeder verkauften Xbox Verlust. Erst neun Jahre nach der Markteinführung der Spielekonsole macht Microsoft damit auch Gewinn.  (ip)


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