Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/unruhe-microsoft-nimmt-schliessung-von-bueros-in-deutschland-zurueck-1312-103283.html    Veröffentlicht: 10.12.2013 15:57    Kurz-URL: https://glm.io/103283

Unruhe

Microsoft nimmt Schließung von Büros in Deutschland zurück

Wegen "einiger Unruhe" in der Belegschaft gegen die Pläne werden die Microsoft-Standorte Bad Homburg, Böblingen und Hamburg nicht geschlossen und in Homeoffice umgewandelt.

Wegen Unruhe in der Belegschaft werden die Microsoft-Standorte Bad Homburg, Böblingen und Hamburg nicht geschlossen. Das geht aus einer E-Mail an die Mitarbeiter hervor, die Golem.de vorliegt. Bisher war geplant, alle Beschäftigten aus den Standorten ins Homeoffice zu versetzen.

Weil Telefon- und Videokonferenzen selbstverständlich geworden seien, bedinge "gute Zusammenarbeit nicht mehr den täglichen Weg ins Büro", hatte Microsoft am 1. August 2013 erklärt. Der Konzern habe sich "deshalb entschlossen, in unserer Welt des neuen Arbeitens bei Microsoft Deutschland ein neues Kapitel aufzuschlagen".

"Diese Absicht hat viele Diskussionen und einige Unruhe ausgelöst, die wir bedauern", heißt es in dem Schreiben mit Datum vom 10. Dezember 2013. "Auch künftig werden örtliche Betriebsräte die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertreten." In den drei betroffenen Niederlassungen arbeiten rund 500 der 2.700 Beschäftigten des Softwarekonzerns in Deutschland. Zuvor wurde Spiegel Online berichtet, dass der Microsoft-Betriebsrat in Bad Homburg eine Arbeitszeitregelung gefordert hatte, um ständige unbezahlte Überstunden zu beenden. Stattdessen sei der Standort geschlossen und die Mitarbeiter ins Homeoffice versetzt worden.

Microsoft werde "im Ergebnis" auch "künftig Offices in Böblingen, Bad Homburg und Hamburg haben, die wie Berlin und Köln und künftig München in der Fläche reduziert" würden, erklärte das Unternehmen in der Rundmail. Für Böblingen stehe die Anmietung einer neuen Fläche unmittelbar bevor. Für Bad Homburg und Hamburg sei der Konzern noch auf der Suche.

Der Bad Homburger Betriebsratschef Michael Striffler sagte Spiegel Online, dies zeige, "ohne Arbeitnehmervertreter hätte die Unternehmensführung die Schließungen einfach durchführen können."

Microsoft-Sprecher Thomas Mickeleit erklärte Golem.de, die Strategie des Homeoffice, das sogenannte Workplace-Advantage-Konzept (WPA), bleibe an allen Standorten erhalten. "Es ist keine Abkehr von der bisherigen Strategie. Wir haben allerdings festgestellt, dass wir das nur sinnvoll umsetzen können, wenn wir an den Standorten festhalten. Die ursprüngliche Idee, nur Service-Points mit Meetingräumen zu haben, reicht nicht aus. Deshalb diese Entscheidung". Es sei keine Entscheidung gegen Heimarbeit.

Nachtrag vom 10. Dezember 2013, 16:21 Uhr

Striffler erklärte Golem.de: "Es gab an allen drei Standorten Mitarbeiterumfragen durch die Betriebsräte. Alle ergaben, dass die Mitarbeiter zwischen 75 und 95 Prozent weiter eine Niederlassung haben wollten."  (asa)


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