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HP Converged System 100

Moonshot mit 180 Desktops auf AMDs Jaguar-Basis in 4 HE

HP verkauft sein Moonshot-Chassis mit drei weiteren Modulvarianten. Angeboten wird bereits jetzt Intels Avoton-Atom C2750 und eine ARM-Variante mit zahlreichen DSPs von Texas Instruments für Telekommunikationsunternehmen. AMDs Lösung für 180 Hosted Desktops mit schneller Grafik kommt Anfang Februar 2014.

HP will Anfang Februar 2014 damit anfangen, seine Moonshot-Systeme mit AMDs Opteron X auszuliefern, das gab HP auf der Hausmesse Discover in Barcelona bekannt. Die unter dem Namen Converged System 100 verkauften Systeme sollen dabei nicht nur statische Webseiten ausliefern, wie das etwa bei den Atom-basierten Moonshot-Systemen der Fall ist, sondern für das Hosten von Desktops verwendet werden.

Bis zu 180 Nutzer können jeweils einen eigenen Hosted Desktop in einem Moonshot-Chassis bekommen, das in einem 19-Zoll-Rack wie gehabt 4,3 Höheneinheiten belegt. Im Vergleich zu virtuellen Desktops geht HP von deutlichen Leistungsverbesserungen aus, insbesondere, wenn die Grafikeinheit der Prozessoren benötigt wird.

Vier Opterons pro Modul

Jedes M700-Modul hat jeweils vier Opteron X2150, die auf dedizierten RAM und Speicher zugreifen können. HP verwendet hier iSSDs, die auch als µSSDs bekannt sind, mit jeweils 32 GByte Speicher. Eine Verdoppelung für kommende Generationen ist angedacht. Diese Hosted Desktops können sowohl flexibel genutzt als auch fest einem Nutzer zugewiesen werden (Persistant Mode). Dabei können einzelne Systeme fest konfiguriert werden, während andere als flexibler Pool für Anwender genutzt werden.

Der Opteron X ist auch als Projekt Kyoto bekannt und basiert auf der Jaguar-CPU-Architektur. AMD überlässt es seinen Partnern, die Leistungsfähigkeit des Prozessors zu bestimmen. Der TDP-Bereich liegt zwischen 11 und 22 Watt, die dazugehörigen Frequenzen der vier Kerne liegen entsprechend zwischen 1,1 und 1,9 GHz. Auch die Frequenz der GPU ist mit 266 bis 600 MHz flexibel gestaltet. Die Einstellungen werden normalerweise über das Bios vorgenommen. Wir konnten auf Nachfrage noch nicht herausfinden, wie genau die Konfiguration aussieht.

Hosted Desktops mit hoher Grafikleistung

HP will mit den Systemen auch genug Grafikleistung anbieten können, um Arbeitsplätze multimediafähig zu machen. Dabei verspricht HP dank der hohen Packungsdichte von Moonshot-Systemen eine Reduktion der Kosten bei Wartung, elektrischer Leistungsaufnahme und Platz. Ein Moonshot-System nimmt in einem 19-Zoll-Rack rund vier Höheneinheiten ein und bietet Platz für insgesamt 45 Module. Dieser Vollausbau kostet allerdings viel Geld. Ab Februar soll es zunächst nur komplett bestückte Moonshot-Systeme geben, die dann stolze 137.000 US-Dollar kosten. Jeder Hosted Desktop kostet also rund 760 US-Dollar. Kosten für Infrastruktur, unter anderem für die Thin Clients, und Steuern nicht eingerechnet.

Das System bietet sich daher nicht als Einstieg für Hosted Desktop Infrastructure an. HP geht davon aus, dass Anwender bereits Erfahrung mit solchen Umgebungen haben und diese nutzen können, um das Converged System 100 schnell einzurichten. Ein erfahrener Administrator benötigt laut HP nur wenige Stunden für die Citrix/Xen-Umgebung. Erst später sind Starterkits geplant. Diese bieten ein Moonshot-Chassis mit nur 15 statt 45 M700-Modulen und sollen im ersten Quartal 2014 ausgeliefert werden. Upgrade-Pakete gibt es mit jeweils weiteren 15 Modulen. Wie teuer ein auf ein Drittel reduziertes Converged System 100 wird, konnte HP vor Ort auf Nachfrage noch nicht sagen.

HP bietet nun zwei Moonshot-Systeme mit Intels Atom-Prozessor an

Zusätzlich zu dem bereits angebotenen Moonshot-System der ersten Generation, das einen einfachen Atom-Prozessor nutzt und für statische Webseiten geeignet ist, werden nun noch zwei weitere Systeme angeboten. Speziell für das Hosten dynamischer Webinhalte wird Intels Avoton-Atom C2750 verwendet. Der hat acht Kerne und kann auf bis zu 32 GByte RAM zugreifen. Außerdem ist auf dem M300-Modul Platz für eine 2,5-Zoll-Festplatte. In den dicht gepackten AMD-Modulen ist das nicht möglich. Die Auslieferung der Moonshot-Chassis mit Avoton-Modulen soll sofort beginnen. Ein Austausch ist bisher nicht vorgesehen. Wer bereits ein Moonshot-System hat, kann die alten Atom-Module nicht gegen die neuen austauschen.

ARM-Server erst einmal nur für Telekommunikationsanbieter

Auch eine ARM-Variante wird nun angeboten. Die Auslieferung der Moonshot-Chassis mit M800-Modulen soll im Rahmen des Discover-Programms für ausgewählte Kunden bereits beginnen. Es richtet sich mit 32-Bit-ARM-Prozessoren von Texas Instruments und den dazugehörigen acht DSPs insbesondere an Telekommunikationsunternehmen. Die breite Vermarktung soll im April 2014 starten.

Damit hat HP die zweite Stufe des Moonshot-Programms gestartet und bietet nun vier unterschiedliche Angebote. In der nächsten Stufe will HP weitere Module anbieten. Geplant sind Module mit x86er Prozessoren sowie weitere Angebote mit ARM-SoCs. Moonshot ist ein alternativer Ansatz für Serverumgebungen, den HP ergänzend zu Blade-Systemen oder Rackservern entwickelt. Weitere Informationen zu Moonshot finden sich in unserem Artikel Wofür HPs neue Miniserver gedacht sind.  (ase)


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