Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bay-trail-intel-investiert-eine-milliarde-in-tablet-verkaeufe-1311-103015.html    Veröffentlicht: 28.11.2013 13:38    Kurz-URL: https://glm.io/103015

Bay Trail

Intel investiert eine Milliarde in Tablet-Verkäufe

Intel soll für 2014 planen, Hersteller mit Marketingzuschüssen, besonders günstigen sowie teilweise kostenlosen Chips dazu zu bringen, mehr Intel-Tablets zu veröffentlichen.

Wie die Digitimes berichtet, möchte Intel im nächsten Jahr wie angekündigt mobil machen und sich im Tablet-Segment einen größeren Marktanteil verschaffen. Aus diesem Grund soll Intel an die Hersteller eine Milliarde US-Dollar an Marketingzuschüssen verteilen und ihnen Tablet-Chips zu sehr niedrigen Preisen verkaufen oder sie gleich kostenlos liefern.

Angeblich plant Intel, im kommenden Jahr 60 Millionen Tablet-Prozessoren auszuliefern, was laut Schätzungen von taiwanischen Herstellern der sechs- bis siebenfachen Menge entspricht, die der Hersteller bis Ende 2013 verkauft haben wird. Die Fertiger gehen zwar nur von 40 Millionen Prozessoren aus, aber auch dies wäre ein gewaltiger Sprung nach vorne, mit dem sich Intel Marktanteile sichern würde.

Eine Milliarde US-Dollar an Marketingzuschüssen und damit das Dreifache dessen, was Intel zu Beginn in die Ultrabook-Sparte investierte, soll die Hersteller dazu bewegen, künftig mehr Tablets mit Intel-Prozessoren auszustatten und diese zugleich günstig anzubieten. Der Fokus liegt hierbei auf Bay Trail, Intels größter Hoffnung: Offiziell kostet der günstigste Prozessor bei Abnahme von 1.000 Stück 31 US-Dollar, in der Praxis sollen Hersteller jedoch bei sehr großen Stückzahlen unter 10 US-Dollar pro Prozessor bezahlen. Zudem legt Intel angeblich Funkmodule kostenlos bei, LTE-Modelle wie das XMM 7160 kosten laut unseren Schätzungen auch in großen Stückzahlen über 20 US-Dollar.

Die eine Milliarde US-Dollar Marketingzuschüsse sind bei 60 Millionen Tablet-Prozessoren alleine schon eine Subventionierung von knapp 17 US-Dollar pro Gerät. Hinzu kommt der günstige Verkauf oder das Verschenken von Chips. Letzteres ist je nach örtlicher Regulierungsbehörde noch legal, wenn nur Bundles angeboten werden. Die Funkmodule gibt es also nicht einzeln kostenlos, sondern nur im Paket mit dem Tablet-SoC als Beigabe besonders günstig.

Das erinnert an das Konzept von 'Centrino', bei dem Intel ab 2003 diese Marke stark selbst bewarb. Verwenden konnten die Marke nur die Notebookhersteller, die CPU, Chipsatz und das damals im Vergleich zur Konkurrenz sehr teure WLAN-Modul im Paket von Intel kauften.

Intel stellt also dem Bericht zufolge erneut Umsatz und Gewinn vorerst hintenan, um einen größeren Marktanteil zu erlangen, denn die Kosten für Entwicklung und Herstellung trägt der Hersteller selbst.  (ms)


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