Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/improv-eine-platine-nicht-nur-fuer-mer-entwickler-1311-102953.html    Veröffentlicht: 25.11.2013 21:30    Kurz-URL: https://glm.io/102953

Improv

Eine Platine - nicht nur - für Mer-Entwickler

Die ARM-basierte Platine Improv mit Mer OS ist nicht nur für Mer-Entwickler gedacht. Es können auch andere Linux-Distributionen installiert werden. Mit SATA-II- und HDMI-Anschlüssen lässt sich die Platine als kleiner Rechner nutzen.

Der KDE-Entwickler Aaron Seigo stellt in seinem Blog die Entwicklerplatine Improv vor. Mit dem vorinstallierten Mer OS einschließlich Qt4 mit QtQuick1, Qt5 mit QtQuick2 und den KDE-Plattform-Bibliotheken in Version 4 kann der kleine Rechner zur Entwicklung genutzt werden. Improv hat auch zahlreiche Schnittstellen, die es zu einem kompakten, aber vollwertigen Rechner machen, etwa eine SATA-II-Schnittstelle. Improv besteht eigentlich aus zwei aufeinandergesteckten Platinen. Auf der einen - CPU-Karte genannt - ist eine Zweikern-CPU. Die beiden Cortex-A7-Kerne, die in dem SoC Allwinner A20 stecken, sind mit maximal 1 GHz getaktet. Die GPU ist eine Mali 400 MP2, die OpenGL ES 2.0/1.1 unterstützt. Der Arbeitsspeicher beträgt 1 GByte. Zudem sind auf der Platine 4 GByte Flash-Speicher verbaut, in dem das Betriebssystem und eigene Anwendungen untergebracht werden können.

Zwei Platinen

Der Zugriff auf die Platine erfolgt etwa über Micro-USB, was auch OTG (On-the Go) beherrscht und somit die Nutzung eines USB-Datenträgers erlaubt. Außerdem gibt es auf der CPU-Karte noch einen I2C- und einen UART0-Bus sowie einen Bus für acht GPIO-Pins. Zusätzlich verfügt die CPU-Karte über einen 10/100-MBit-Ethernet-Chip. Sie folgt damit den Spezifikationen der Embedded Open Modular Architecture nach EOMA-68.

Die Anschlüsse sind allesamt auf der Erweiterungsplatine - genannt Feature Board - verbaut, etwa die RJ-45-Buchse, über die zusätzlich Gigabit-Ethernet genutzt werden kann. Dort ist auch eine zweite USB-Buchse als Ergänzung zu der Micro-USB-Buchse. Ein Steckplatz für eine Micro-SD-Karte sowie die SATA-II-Buchse gibt es ebenfalls. Über eine PIN-Leiste lassen sich die acht GPIOs, zwei I2C-Kanäle sowie RX/TX des UART0 ansteuern. Über einen PIN verschafft sich der Anwender Zugriff auf den Uboot-Loader. Die verbleibenden PINs sind für die RGB/TTL-Schnittstelle gedacht. Auf dem Feature Board ist auch der Stromanschluss. Das Improv verträgt 6 bis 12 Volt und bis zu 2,5 A.

Mer, Linux und Android

Die beiden Platinen sind über einen PCMCIA-Stecker verbunden, wobei die CPU-Karte in einem Metallgehäuse untergebracht ist. Auf der Erweiterungskarte sind entsprechende Schienen auf der Unterseite, in die die CPU-Karte eingeführt wird.

Neben dem vorinstallierten Mer OS lässt sich auf dem Improv auch Debian oder Linaro und selbst Android nutzen. Die Betriebssysteme lassen sich entweder von einer SD-Karte oder dem OTG-USB-Anschluss starten sowie alternativ auf den Flash-Speicher installieren. Statt der Konsole lassen sich auch grafische Umgebungen mit Framebuffer, X.org oder Wayland starten.

Die Platine kostet 75 US-Dollar zuzüglich Versand.  (jt)


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