Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutschland-microsoft-beschaeftigte-arbeiten-bis-zu-60-wochenstunden-1311-102696.html    Veröffentlicht: 12.11.2013 19:02    Kurz-URL: https://glm.io/102696

Deutschland

Microsoft-Beschäftigte arbeiten bis zu 60 Wochenstunden

Der Microsoft-Betriebsrat in Bad Homburg hat eine Arbeitszeitregelung gefordert, um ständige unbezahlte Überstunden zu beenden. Stattdessen wurde der Standort geschlossen und alle Mitarbeiter ins Homeoffice versetzt.

Wegen harter Zielvorgaben arbeiten viele Beschäftigte bei Microsoft Deutschland 50 bis 60 Stunden pro Woche. Das berichtet Spiegel Online unter Berufung auf einen Beschäftigten. Diese Überstunden seien unausweichlich, könnten aber nicht abgebummelt werden und würden auch nicht bezahlt. "Microsoft verstößt seit Jahren massiv gegen Arbeitsrecht", so der Mitarbeiter.

Der Microsoft-Betriebsrat in Bad Homburg legte deshalb im Frühjahr 2013 einen Entwurf für eine Arbeitszeitregelung vor. Im Juli gab der Konzern bekannt, die drei Standorte Bad Homburg, Böblingen und Hamburg zu schließen.

Microsoft-Sprecher Thomas Mickeleit sagte Spiegel Online, der Vorwurf, der Konzern wolle damit Betriebsräte loswerden, sei nicht zutreffend. "Unsere Mitarbeiter sind sehr zufrieden mit der Vertrauensarbeitszeit."

In den kleinen Büroräumen für Treffen mit Kunden, die Microsoft anmieten wolle, sollen "nie mehr als vier Mitarbeiter beschäftigt sein", so einer der Beschäftigten. Ab fünf könne das Team nämlich einen lokalen Betriebsrat gründen.

Weil Telefon- und Videokonferenzen selbstverständlich geworden seien, bedinge "gute Zusammenarbeit nicht mehr den täglichen Weg ins Büro", erklärte Microsoft am 1. August 2013. Der Konzern habe sich "deshalb entschlossen, in unserer Welt des neuen Arbeitens bei Microsoft Deutschland ein neues Kapitel aufzuschlagen".

In einer Organisation, die schwerpunktmäßig aus Vertriebs-, Service- und Marketingfunktionen bestehe, sei der "Arbeitsplatz" zumeist beim Kunden. In den drei betroffenen Niederlassungen arbeiten rund 500 der 2.700 Beschäftigten des Softwarekonzerns in Deutschland.  (asa)


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