Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gls-und-dpd-paketdienste-wollen-service-zu-onlinebestellung-einschraenken-1311-102663.html    Veröffentlicht: 11.11.2013 10:54    Kurz-URL: https://glm.io/102663

GLS und DPD

Paketdienste wollen Service zu Onlinebestellung einschränken

Weil Onlinehändler die Preise drücken und diese Bestellungen immer mehr zunehmen, sagt der Paketdienst GLS: "Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen." DPD erklärte, dass der Service nicht eingeschränkt werden soll.

Paketdienste wollen ihre Dienste für Onlinebesteller einschränken. Diese sollen sich künftig die Waren selbst im Paketshop abholen. "Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen", sagte der GLS-Paketdienst-Chef Rico Back der Tageszeitung Die Welt. Ähnlich wie in Skandinavien sollten die Sendungen rund eine Woche in den Läden liegenbleiben.

"Onlinebesteller müssen sich schon beim Bestellen darüber klarwerden, wohin sie ihr Paket haben wollen", so Back. Sonst werde die Menge der Onlinepakete bald nicht mehr zu bewältigen sein. Wer dann noch über dieses Unternehmen seine Onlinebestellungen anfordert, ist allerdings fraglich.

Der Paketdienst DPD prüft, von den bislang zugesagten drei Versuchen, ein Paket abzuliefern, demnächst zwei zu streichen. "Wenn wir unser Netz an Paketshops wie geplant ausgebaut haben, werden wir darüber nachdenken, ob wir weniger Zustellversuche machen", sagte DPD-Chef Arnold Schroven der Welt.

Der Druck der Onlinehändler auf die Paketdienste nehme zu. "Wir machen nicht jeden Preiskampf mit. Einen Zustellpreis von 2 Euro oder weniger akzeptieren wir nicht", sagte Back. Auch DPD-Chef Schroven betont: Firmen wie Zalando, die die Preise drücken, finden sich bei diesen Paketdiensten nicht auf den Listen.

Nachtrag vom 11. November 2013, 21:01 Uhr

Von der DHL, der Paketsparte der Deutschen Post, sind keine Pläne bekannt, die Auslieferung an die Haustür einzuschränken. Ein Konzernsprecher sagte Golem.de: "Die Deutsche Post plant keine Einschränkung ihres Angebots. Wir wollen vielmehr die Annahme von Paketen so komfortabel und kundenfreundlich wie möglich gestalten. Mit großem Erfolg haben wir auch die Abendzustellung in Köln, dem Ruhrgebiet sowie Berlin und München eingeführt und werden dies sukzessive ausweiten. Ebenfalls erfolgreich testen wir den persönlichen Paketbriefkasten bei Einfamilienhäusern: Nur der Kunde und der Paketzusteller haben einen elektronischen Schlüssel, Pakete landen so sicher und bequem direkt vor der Haustür, auch wenn niemand zuhause ist."

Nachtrag vom 27. November 2013, 16:10 Uhr

DPD erklärte in einer E-Mail an Golem.de, dass es keine Planungen gebe, den Service einzuschränken und die Zustellversuche zu reduzieren.  (asa)


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