Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-internet-explorer-11-fuer-windows-7-ist-da-1311-102634.html    Veröffentlicht: 08.11.2013 08:25    Kurz-URL: https://glm.io/102634

Microsoft

Internet Explorer 11 für Windows 7 ist da

Microsoft hat den Internet Explorer 11 für Windows 7 veröffentlicht. Die neue Browserversion bietet eine Synchronisierungsfunktion und ist auf Touchbedienung optimiert. Insgesamt soll der Browser Webseiten mittels verschiedener Techniken deutlich schneller anzeigen.

Der Internet Explorer 11 für Windows 7 steht unter anderem in deutscher Sprache kostenlos zum Download bereit. Damit gibt es die neue Version des Internet Explorers nun auch jenseits von Windows 8.1. In den kommenden Wochen will Microsoft den neuen Internet Explorer über die automatische Updatefunktion von Windows ausliefern.

Wer die automatische Updateverteilung des Internet Explorer 11 nicht wünscht, kann dies mit Microsofts Update-Blocker Toolkit verhindern. Damit ist eine manuelle Installation des Internet Explorer 11 weiterhin jederzeit möglich, aber die automatische Installation für den Browser wird damit abgeschaltet.

Der Internet Explorer 11 für Windows 7 ist nun auf eine Fingerbedienung hin optimiert, so dass er besser als die Vorversion auch auf Geräten mit Touchscreen bedient werden kann, verspricht Microsoft. In den neuen Browser hat Microsoft eine automatische Synchronisierung eingebaut, damit die betreffenden Browserdaten auf mehreren Geräten zur Verfügung stehen. Damit soll erreicht werden, dass der Nutzer etwa auf einem Windows-Tablet die gleichen Daten zur Verfügung hat wie auf seinem Windows-PC.

Mit dem Internet Explorer 11 führt Microsoft den mit dem Internet Explorer 10 bereits eingeschlagenen Weg fort und bietet eine nochmals verbesserte Unterstützung von Webstandards und neuen HTML5-Techniken. So verspricht die Unterstützung des von Google entwickelten Protokolls SPDY v3.0 eine höhere Geschwindigkeit. SPDY ist auch die Grundlage für HTTP/2.0, an dessen Entwicklung sich unter anderem Google und Microsoft beteiligen.

Ebenfalls zur Geschwindigkeitsbeschleunigung wird Hardwarebeschleunigung stärker eingesetzt. So wird das Zoomen per Pinch-and-Zoom sowie das gesamte Scrollen komplett in der GPU abgewickelt, was für eine schnelle Darstellung sorgt und den Prozessor entlasten soll. Auch das Anzeigen von JPEG-Bildern übernimmt die GPU für den Browser.

Prerendering für schnellere Seitendarstellung

Auch mittels Prefetching und Prerendering soll die Anzeige von Webseiten beschleunigt werden. Webentwickler können einzelne Links so markieren, dass der Browser sie bereits lädt, bevor der Nutzer sie anklickt. Das ist etwa bei mehrseitigen Artikeln hilfreich, damit der Inhalt bereits geladen ist, wenn der Nutzer ihn anklickt. Dabei wird auch der Inhalt vorab gerendert, so dass die Seite bei einem Klick nur noch angezeigt werden muss.

Diesen Ansatz verfolgt der Browser auch, wenn der Nutzer zu einer vorher besuchten Website zurückkehrt. Dann wird die bereits gerenderte Version angezeigt. Damit schließt der Internet Explorer zur Konkurrenz auf, die das zum Teil schon lange so macht.

Der Internet Explorer 11 unterstützt Resource Priorities, mit denen können Webentwickler festlegen, in welcher Reihenfolge die in einer Webseite eingebundenen Ressourcen geladen werden sollen. Damit soll erreicht werden, dass etwa direkt sichtbare Bilder und notwendige Schriften eher geladen werden als Bilder, die erst nach langem Scrollen erscheinen.

WebGL-Unterstützung, aber kein WebRTC

Zudem unterstützt der Internet Explorer 11 WebGL zur Darstellung von 3D-Grafik im Browser. Dabei prüft der Browser WebGL-Inhalte auf Muster, die auf einen Angriff hindeuten, und sperrt diese bei Bedarf, um den Nutzer zu schützen. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, kann Windows allein die GPU neu starten, was Microsoft "Timeout Detection and Recovery" nennt. Damit sollen Systemabstürze verhindert werden.

Beim Internet Explorer 11 erweitert Microsoft die Videounterstützung um neue Standards für Untertitel und adaptives Streaming mittels Dynamic Adaptive Streaming over HTTP (MPEG DASH). Damit kann die Videoqualität dynamisch an die verfügbare Bandbreite angepasst werden. Zudem unterstützt der Internet Explorer 11 die umstrittenen Encrypted Media Extensions, um per DRM geschützte Videoinhalte abzuspielen.

WebRTC zur Echtzeitkommunikation im Web unterstützt der Internet Explorer 11 nicht, andere Browser tun dies bereits. Microsoft beteiligt sich aber an der Entwicklung von WebRTC und stellt in Aussicht, dass die Technik künftig auch im Internet Explorer zur Verfügung stehen wird. Noch ändere sich die Spezifikation aber recht häufig, meint Microsoft.

F12-Entwicklerwerkzeuge neu aufgelegt

Neu entwickelt hat Microsoft die F12 genannten Entwicklerwerkzeuge des Internet Explorers. Neben einer neuen Bedienoberfläche gibt es nun Werkzeuge, um die Reaktionsgeschwindigkeit von Apps und Speichernutzung zu untersuchen, sowie Emulatoren und neue Funktionen für die bereits existierenden Werkzeuge.

Der Internet Explorer 11 erhält einen neuen User-Agent-String. Dieser soll sicherstellen, dass der Browser nicht mit einer älteren Version verwechselt wird. Zudem rendert der Browser nun standardmäßig im Edge-Modus, der die meisten neuen Webstandards unterstützt. Auch wurden einige veraltete Techniken aus dem Browser entfernt und das URL-Encoden von Zeichen so geändert, dass es dem Verhalten anderer Browser entspricht.

Microsoft führt darüber hinaus Unterstützung für HTML5-Data-Attribute ein, unterstützt das neue Flexbox-Modell sowie Mutation-Observers und Pointer Events. In Sachen Javascript unterstützt der Internet Explorer 11 nun ECMAScript 6 und "__proto__".

Die Do-Not-Track-Funktion des Browsers hat Microsoft erweitert, so dass Webseiten eine Ausnahme erfragen können. Gewährt der Nutzer diese, sendet der Browser einen entsprechenden Header, der das Tracken erlaubt.  (ip)


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