Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/quadrocopter-muwa-fliegt-rollt-und-schwimmt-1311-102585.html    Veröffentlicht: 06.11.2013 11:55    Kurz-URL: https://glm.io/102585

Quadrocopter

Muwa fliegt, rollt und schwimmt

Der Quadrocopter Muwa ist dazu gedacht, 3D-Karten zu erstellen. Bei seinen Einsätzen, etwa in beengten Räumen, kann der Roboter landen und sich anders als fliegend fortbewegen.

Das "Multi-field Universal Wheel for Air-land Vehicle with Quad Variable-pitch Propellers" ist eigentlich ein Quadrocopter. Der kann allerdings nicht nur fliegen, sondern auch noch rollen und schwimmen.

Der Roboter, kurz Muwa genannt, ist rund - Wa ist japanisch für Ring. Ein Schaumstoffring dient als Rollfläche und als Schwimmkörper. Im Innern des Rades ist ein Kreuz, an dem die vier Rotoren befestigt sind, die den Roboter antreiben. Und das nicht nur in der Luft, sondern auch auf dem Wasser oder an Land: Die Rotoren sind schwenkbar, so dass der Schub in verschiedene Richtungen gelenkt werden kann.

So kann sich der Muwa beispielsweise aus dem Liegen in die Senkrechte aufrichten und losrollen. Er muss aber nicht nur aufrecht rollen: Der Muwa kann auch in einer beliebigen Schräglage halten und dabei rollen. Er kann sich auf der Stelle um einen Punkt auf dem Boden drehen - senkrecht stehend oder in starker Schräglage. Letztere Figur nennen die Entwickler Tornado-Modus.

Rollen statt schwimmen

Die nächste Version des Muwa solle noch zwei weitere Bewegungsmodi erhalten, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum: Er soll auf dem Wasser nicht nur schwimmen, sondern auch rollen können. Außerdem soll er aufrecht fliegen.

Gedacht ist der Roboter unter anderem für die Erstellung von 3D-Ansichten. Hier ergibt die multiple Fortbewegung durchaus Sinn: Der Muwa kann zu seinem Einsatzort rollen, was weniger Energie verbraucht als Fliegen. Um etwa eine 3D-Karte einer Fabrikhalle zu erstellen, fliegt der Muwa durch die Halle und nimmt diese aus der Luft auf. Anschließend landet er, richtet sich auf, rollt in die schmalen Lücken zwischen den Maschinen und kann auch deren Seiten aufnehmen. Auch im Tornado-Modus kann Muwa eine 3D-Karte seiner Umgebung erstellen.

Rettungsring

Muwa soll sich auch bei der Rettung einsetzen lassen: In einem Video zeigen die Entwickler, wie Muwa den Schaumstoffring abwirft - als Rettungsring für einen Menschen, der ins Wasser gefallen ist.

Entwickelt wurde Muwa von Koji Kawasaki, Moju Zhao, Kei Okada und Masayuki Inaba von der Universität von Tokio. Sie haben den Roboter auf der International Conference on Intelligent Robots and Systems (IROS) vorgestellt. Diese findet derzeit in der japanischen Hauptstadt Tokio statt.  (wp)


Verwandte Artikel:
Hoverbike: Dubais Polizisten sollen Streife fliegen   
(16.10.2017, https://glm.io/130633 )
Tensorflow: Das US-Militär nutzt KI-Systeme von Google   
(07.03.2018, https://glm.io/133194 )
Bilderkennung: Roboter löst Rubik's Cube in 380 Millisekunden   
(08.03.2018, https://glm.io/133228 )
Hyperschallgeschwindigkeit: Projektil schießt sich durch den Boden   
(09.03.2018, https://glm.io/133257 )
Wintersport: Roboter Curly spielt Curling   
(08.03.2018, https://glm.io/133219 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/