Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-security-essentials-microsoft-stellt-wohl-auch-virenschutz-fuer-windows-xp-ein-1311-102502.html    Veröffentlicht: 01.11.2013 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/102502

Microsoft Security Essentials

Microsoft stellt wohl auch Virenschutz für Windows XP ein

Das kostenlose Antivirenprogramm Microsoft Security Essentials garantiert ab dem 8. April 2014 keine Updates mehr. Microsoft rät den XP-Nutzern, moderne Hard- und Software zu nutzen, "die zum Schutz gegen die heutigen Bedrohungen geschaffen wurde."

Microsoft wird wohl sein kostenloses Antivirenprogramm Microsoft Security Essentials für Windows XP einstellen. Das berichtet das US-Onlinemagazin ZDnet unter Berufung auf eine Stellungnahme eines Microsoft-Sprechers.

"Microsoft garantiert keine Updates seiner Anti-Malware-Signaturen und -Engine mehr nach dem Ende der XP-Unterstützung am 8. April 2014. Eine Anti-Virus-Lösung für ein Betriebssystem zu nutzen, das nicht mehr unterstützt wird, ist keine adäquate Lösung zum Schutz vor Bedrohungen. Die Nutzung einer gut geschützten Lösung beginnt mit moderner Hard- und Software, die zum Schutz gegen die heutigen Bedrohungen geschaffen wurde", so der Sprecher.

Microsoft versucht damit weiter, Windows-XP-Nutzer mit allen Mitteln zum Umstieg auf Windows 8 zu bewegen. Laut Statcounter kam Windows XP Ende September 2013 immer noch auf etwa 21 Prozent aller Rechner weltweit und auf 14 Prozent der Rechner in Deutschland zum Einsatz.

In dieser Woche hatte das Unternehmen bereits die mangelnde Sicherheit in dem zwölf Jahre alten Betriebssystem Windows XP Service Pack 3 (SP3) beklagt: "Alarmierend ist, dass XP-Rechner sechsmal häufiger als jene mit Windows 8 infiziert wurden, obwohl deren Nutzer mit einer jeweils ähnlichen Rate an Malware in Berührung kamen", hieß es am 29. Oktober 2013 im Security Intelligence Report Microsofts auf der Sicherheitskonferenz RSA Conference Europe in Amsterdam.

Im August 2013 erklärte Microsoft, dass die Gefahr von Zero-Day-Exploits zunehme. Wenn Microsoft einen Hotfix für Windows 8 veröffentliche, könne es sein, dass die gleiche Lücke bei Windows XP ebenfalls existiere und ab April 2014 nie mehr geschlossen werde. Deswegen sei das Betriebssystem "auf ewig per Zero-Day-Exploit angreifbar". Von 45 Updates für Windows XP, die zwischen Juli 2012 und Juli 2013 ausgeliefert wurden, waren 30 auch für Windows 7 und Windows 8 relevant.  (asa)


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