Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vkontakte-edward-snowden-findet-job-bei-russischer-website-1310-102484.html    Veröffentlicht: 31.10.2013 17:13    Kurz-URL: https://glm.io/102484

VKontakte

Edward Snowden findet Job bei russischer Website

Edward Snowden hat offenbar eine Arbeit bei einem russischen Internetunternehmen angenommen. Es könnte sich um VKontakte.ru handeln, den russischen Facebook-Konkurrenten.

Der Whistleblower Edward Snowden habe einen Job in Russland angenommen, berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti unter Berufung auf den Snowden-Anwalt Anatoly Kucherena. Er werde ab dem 1. November 2013 bei einer großen russischen Website im Wartungsbereich beschäftigt sein. Den Namen des Unternehmens nannte Kucherena mit Verweis auf die Sicherheit Snowdens nicht.

Snowden war am 20. Mai 2013 nach Hongkong geflohen, von dort reiste er am 23. Juni 2013 weiter nach Moskau, wo er Asyl in 21 Ländern beantragte. Am 12. Juli 2013 erklärte er, vorübergehendes Asyl in Russland zu beantragen, um später in ein anderes Asylland auszureisen. Am 24. Juli 2013 sagte sein Anwalt, Snowden wolle dauerhaft in Russland bleiben. Am 1. August 2013 verließ er den Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo. Seine Papiere erlauben ihm einen einjährigen Aufenthalt in Russland.

Yandex und Mail.ru dementieren

Die russische IT-Nachrichtenseite Digit.ru berichtete, bei Snowdens Arbeitgeber könnte es sich um VKontakte.ru, den russischen Facebook-Konkurrenten handeln. Andere große Internetunternehmen des Landes wie Yandex und Mail.ru hätten dagegen entschieden dementiert, Snowden zu beschäftigen. VKontakte-Sprecher Georgy Lobushkin sagte, er könne über das Thema nicht sprechen, aber nicht ausschließen, dass sein Unternehmen Snowden eingestellt habe.

Lobushkin hatte auf einer Veranstaltung des Unternehmens im August 2013 erklärt, er könne sich vorstellen, dass Snowden die Sicherheit des Chatprogramms von VKontakte überprüft und verbessert, so Ria Novosti. Im Dezember 2012 hatte VKontakte.ru nach eigenen Angaben rund 195 Millionen Nutzer.  (asa)


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