Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wristify-nie-mehr-froesteln-dank-temperatur-armband-1310-102248.html    Veröffentlicht: 21.10.2013 08:26    Kurz-URL: https://glm.io/102248

Wristify

Nie mehr frösteln dank Temperatur-Armband

US-Forscher haben ein Armband entwickelt, mit dem das Wärme- und Kälteempfinden des Körpers beeinflusst werden kann. Dazu werden kurze Temperaturimpulse auf das Handgelenk abgegeben, die dafür sorgen, dass sich der Träger wohlfühlt.

Vier Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben mit dem temperaturregulierenden Armband Wristify den ersten Preis des diesjährigen Wettbewerbs "Making And Design Materials Engineering Competition" (Madmec) gewonnen, der mit 10.000 US-Dollar dotiert ist.

Das thermoelektrische Armband ist ein funktionierender Prototyp, der die Heiz- und Kühlkosten drastisch reduzieren soll. Damit sich der Träger des Wristify dennoch nicht unwohl fühlt, weil es ihm subjektiv zu warm oder zu kalt ist, wird sein Körper getäuscht. Das geschieht mit Hilfe von kurzen thermischen Impulsen, die auf das Handgelenk abgefeuert werden.

Wristify misst kontinuierlich die Luft- und Hauttemperatur und wärmt oder kühlt dann punktuell eine kleine Fläche am Handgelenk. Sehr kleine, schnelle Wechsel der Temperatur auf kleinen Teilen der Haut, die stark durchblutet ist, täuschen den ganzen Körper und lassen ihn sich wärmer oder kälter fühlen. Das Armband kann die Körpertemperatur punktuell am Handgelenk um bis zu 0,4 Grad pro Sekunde verändern, was sich dann bezogen auf den gesamten Körper wie mehrere Grad anfühlt.

Der Strom dafür stammt von einem Lithium-Polymer-Akku. Der Prototyp soll damit acht Stunden laufen. Die Wärme wird über den Kupferkühler weitergegeben.

Die Idee, ein solches Gerät zu entwickeln, entstand, als einer der Studenten beobachtete, dass seine Mutter im Winter immer Fleece-Wärmer für die Handgelenke verwendete, weil ihr immer kalt war. Ein anderer Student teilte sich das Zimmer mit einem Mitbewohner, der aus einem Land mit tropischem Klima stammte. Für den sei es im Zimmer immer zu kalt gewesen, während es dem Studenten durch die Heizung viel zu warm wurde, berichtet die Website Bostinno.

Mit dem Preisgeld wollen die Studenten den Prototyp technisch verbessern und ihn optisch ansprechender machen.  (ad)


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