Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/legacy-angespielt-schritt-fuer-schritt-durch-might-magic-10-1310-102093.html    Veröffentlicht: 11.10.2013 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/102093

Legacy angespielt

Schritt für Schritt durch Might & Magic 10

Taktische Tiefe dank eines rundenweisen Kampfsystems, eine schicke Fantasywelt - und viel Nostalgie: Might & Magic 10 Legacy will die Fans alter Rollenspieltugenden ansprechen. Golem.de hat einen Blick auf eine frühe Version des Spiels geworfen, das bei einem hessischen Entwicklerstudio entsteht.

Jedes große Abenteuer beginnt mit einem Schritt. Bei Might & Magic 10 folgt dann noch einer, und noch einer: Das Rollenspiel ist ein sogenannter "Stepper". So heißen Games, bei denen sich der Spieler nicht völlig frei wie in Skyrim in der Welt bewegt, sondern in denen er sich blockweise bewegt und sich nur um jeweils 90 Grad drehen kann. In den Anfangstagen des Genres ging das technisch nicht anders, in aktuellen Titeln wie Legend of Grimrock und eben Might & Magic 10 vermittelt es einen Hauch von Nostalgie und erlaubt etwas taktischeres Gameplay. Etwa, weil sich rundenbasierte Kämpfe so sehr geschickt direkt in den Spielfluss einbinden lassen.

Might & Magic 10 entsteht derzeit im Auftrag von Ubisoft bei Limbic Entertainment in der hessischen Kleinstadt Langen. Das Spiel basiert auf der Unity-Engine, neben der Windows-Version folgt möglicherweise später auch eine Fassung für Mac-Rechner - endgültig entschieden sei das noch nicht, wie einer der Entwickler im Gespräch sagte. Nach aktuellem Stand erscheint das Programm im Frühjahr für rund 30 Euro über Portale wie Steam und Uplay.

Die Handlung dreht sich um einen Erzengel namens Uriel - was schon ein bisschen böse klingt, und tatsächlich hat das übersinnliche Wesen nichts Gutes im Schilde. Beim Anspielen führt uns der erste Schritt in Richtung der Stadt Sorpigal. Am Bildschirmrand sind vier Helden zu sehen - und zwar nur am Bildschirmrand, in der Welt selbst müssen wir uns den Trupp vorstellen. Im Angebot sind zwölf aus Might & Magic bekannte Klassen, darunter Barbaren, Schamanen, Magier und diverse Fernkämpfer.

Außerdem begegnen wir kurz vor dem Stadttor einer Wache, die sich dann der Gruppe anschließt. Einen echten Mitstreiter haben wir so aber nicht gewonnen, sondern lediglich eine Verstärkung unserer Werte - die Wache, links oder rechts neben den vier Hauptporträts angezeigt, ist also ein Buff, der etwas bessere Weitsicht gewährt.

Community und Grafik

Die Community ist über ein Early-Access-Programm eng in die Produktion von Might & Magic 10 eingebunden und hat schon einiges an Änderungen bewirkt. Beispielsweise wurde die Möglichkeit verbessert, Notizen innerhalb der Kartenansicht anzubringen. Und auch die Porträts der vier Haupthelden haben die Designer überarbeitet: Jetzt ist deutlich besser zu sehen, wie sie gerade drauf sind. Wenn etwa einer der Krieger vergiftet ist, sieht sein Gesicht grün aus.

Limbic Entertainment rechnet damit, dass Spieler mit der Hauptkampagne rund 25 Stunden beschäftigt sein werden. Das erste und das letzte Kapitel sind handlungsbedingt recht linear, in den beiden mittleren Kapiteln soll es aber mit sehr vielen Nebenmissionen sehr offen zugehen. Der Schwierigkeitsgrad soll durchaus etwas höher ausfallen - Legacy richtet sich in erster Linie an erfahrene Spieler.

In Orten gibt es keinen Quest-Kompass, damit sich die Spieler wirklich mit der Umgebung und den Hinweisen auseinandersetzen. Bei Nebenquests, die in Höhlensysteme führen, sollen die Spieler bereits im Vorfeld erfahren, ob es vor allem um Rätsel oder um Kämpfe geht, und so früh entscheiden können, ob sie sich den Herausforderungen stellen möchten.

Die Grafik kann und soll zwar nicht mit Blockbustern wie Skyrim mithalten, wirkt aber aufwendiger und vor allem abwechslungsreicher als im spielerisch vergleichbaren Legend of Grimrock. Es gibt Wälder, Sümpfe und andere oberirdische Landschaften. Vielen Umgebungen ist der Aufbau aus Quadraten kaum oder sogar gar nicht anzusehen.

Dazu kommen stimmige Licht- und Schatteneffekte sowie gut in Szene gesetzte Tag- und Nachtwechsel. Letztere haben sogar spielerische Auswirkungen, etwa weil manche Personen und Gegner nur zu bestimmten Zeiten anzutreffen sind.  (ps)


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