Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/displayserver-wayland-und-weston-1-3-erschienen-1310-102090.html    Veröffentlicht: 11.10.2013 14:38    Kurz-URL: https://glm.io/102090

Displayserver

Wayland und Weston 1.3 erschienen

Wenige Änderungen am Wayland-Protokoll zeugen von der mittlerweile erreichten Stabilität. Der Compositor Weston erlaubt hardwarebeschleunigte Aufnahmen und unterstützt offiziell Libybris zur Nutzung von Android-Treibern.

Kristian Høgsberg, der Wayland-Begründer und Chefentwickler, schreibt in der Ankündigung, es sei ein positives Zeichen, dass mit Wayland 1.3 die Änderungen an dem Displayserver eher gering ausfallen. Das Kernprotokoll sei "einsatzfähig, stabil und arbeite wie gewünscht". Ebenso sei die geringe Zahl an gefundenen und in dieser Version behobenen Fehlern ein Anzeichen dafür.

Zu den Neuerungen in Wayland zählt unter anderem die Möglichkeit einer Sprachanbindung in den Bibliotheken Libwayland-client und -server. Außerdem wird die Protokolldefinition in Wayland.xml nun installiert und öffentlich für andere Programme verfügbar, was es den Sprachanbindungen erlaubt, die Datei zu parsen oder dynamisch einzubinden. Ebenso können andere Projekte nun Protokollerweiterungen an einem zentralen Ort speichern.

Zudem erstellte das Team sogenannte Release-Requests für wl_pointer, wl_keyboard und wl_touch. Damit kann der Wayland-Server dazu bewegt werden, keine Eingabe-Ereignisse mehr an einen bestimmten Client zu schicken. Die Schnittstelle zur Nutzung von Shared Memory, wl_shm, unterstützt mehr Pixelformate, wie etwa High-Color. So lassen sich verschiedene SHM-Surfaces erzeugen und der Compositor kann entscheiden, welches der Profile unterstützt wird und dieses verwenden.

Weston mit hardwarebeschleunigten Aufnahmen

Anwender, die den Referenz-Compositor Weston 1.3 einsetzen, können nun per Tastaturkürzel eine hardwarebeschleunigte Aufnahme ihrer Oberfläche starten. Diese wird über die Bibliothek Libva ausgeführt und liefert eine Echtzeitaufnahme in H.264. Da über das VA-API aber fast nur Intel-GPUs angesprochen werden können, überlegen die Entwickler, künftig auf das GStreamer-Framework zu wechseln, um mehr Hardware und Codecs zu unterstützen. Das Streamen der Aufnahme über das Netzwerk soll künftig ebenfalls möglich sein.

Der Jolla-Entwickler Carsten Munk erarbeitete mit Libhybris eine Möglichkeit, Wayland auch auf Geräten mit Android-Treibern zu benutzten, nun unterstützt auch Weston die Bibliothek offiziell. Allerdings nur für das Fbdev-Backend und die Funktion kann abhängig von unterstützten Treibern und Kerneln nur auf bestimmten Geräten genutzt werden. Ubuntu setzt mit Mir für Ubuntu-Touch ebenfalls auf Libhybris.

Darüber hinaus kann Weston nun Eingabe-Ereignisse mit mehreren Ressourcen verarbeiten. So können den verschiedenen Subsystemen einzelne Ressourcen zugeteilt werden, um die Eingaben zu erhalten. Bisher konnte immer nur die erste Eingabe-Ressource eines Clients verwendet werden.

Bugs und Ausblick auf 1.4

Noch hat die Version 1.3 sehr viele bekannte Bugs, was Høgsberg darauf zurückführt, dass ein Release Candidate erst eine Woche vor der finalen Veröffentlichung bereitgestellt wird. Mit Version 1.4 soll bereits einige Wochen vor dem finalen Termin eine Alpha veröffentlicht werden, um Fehler bis zum Erscheinungstermin auffinden zu können. In den vergangenen zwei Wochen vor Erscheinen sollen letztlich nur noch Fehler behoben werden.

Für die nächste stabile Version geplante Funktionen sind unter anderem das Einpflegen von Subsurfaces und der Eingabe-Methoden in Wayland selbst, Arbeiten an der Fensterdekoration, Anpassungen an Logind und Weiteres.

Weston und Wayland 1.3 stehen ab sofort zum Download im Quellcode bereit.  (sg)


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