Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spam-dienst-bundestag-sperrt-web-de-und-gmx-mail-adressen-1310-102000.html    Veröffentlicht: 07.10.2013 16:58    Kurz-URL: https://glm.io/102000

Spamdienst

Bundestag sperrt Web.de- und GMX-Mail-Adressen

Die Abgeordneten aus dem Bundestag können seit heute nicht mehr auf bestimmte Webmailadressen zugreifen. "Keine E-Mail kommt an", berichtet Niema Movassat.

Der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat beklagt, dass seit dem 7. Oktober 2013 keine Webmailadressen von United Internet aus dem Bundestag zu nutzen sind. Movassat (Die Linke) erklärte bei Facebook: "Montags-Chaos im Bundestag: Der Spam-Dienst des Bundestags hat alle Web.de- und Gmx-Mail-Adressen gesperrt. Lösung nicht in Sicht. Keine E-Mail kommt an. Keiner will sich drum kümmern. Man wird von A nach B geschickt. Wie es sich bei deutschen Behörden gehört ... genervt." United Internet erklärte Golem.de, dass seine Maildienste nicht auf eine Blacklist geraten seien.

Laut einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, an der sich 126 Politiker aller Fraktionen beteiligten, gaben 54 Prozent an, für dienstliche Mails auch externe E-Mail-Konten zu verwenden. 12 Prozent nutzen US-Anbieter wie Google-Mail. 71 Prozent setzen bei der täglichen Arbeit keine Verschlüsselung ein.

Im Bundestag wird E-Mail-Kommunikation mit S/Mime angeboten. Für die Kommunikation der Abgeordneten untereinander, mit Ministerien, dem Bundesverfassungsgericht oder obersten Behörden wie der Bundesbank wird das Netz des Bundes genutzt, das die Regierungsnetze IVBB und IVBV/BVN in einer gemeinsamen Netzinfrastruktur zusammenfasst.

Die Deutsche Telekom und die United-Internet-Marken GMX und Web.de wollen E-Mails zwischen ihren Rechenzentren verschlüsselt übertragen. Das gaben die Unternehmen am 9. August 2013 im Rahmen der Initiative "E-Mail Made in Germany" bekannt. Von Anfang 2014 an werden die Partner aus Sicherheitsgründen nur noch SSL-verschlüsselte Mails transportieren, erklärten die Unternehmen.

Der Chaos Computer Club (CCC) hatte die Ankündigung über den Einsatz von SSL/TLS-gesicherten Verbindungen als "Sommermärchen von der sicheren E-Mail" bezeichnet.

Nachtrag vom 7. Oktober 2013, 22:38 Uhr

Movassat meldet, dass das Problem behoben ist.  (asa)


Verwandte Artikel:
BND-Gesetz: Journalisten klagen gegen Überwachung   
(30.01.2018, https://glm.io/132478 )
Bundeshack: Ausländischer Geheimdienst soll Regierung gewarnt haben   
(02.03.2018, https://glm.io/133112 )
Spionage: Angriff auf Bundesregierung dauert noch an   
(01.03.2018, https://glm.io/133075 )
NSA-Skandal: Jimmy Schulz macht Cryptoparty für Bundestagsabgeordnete   
(26.08.2013, https://glm.io/101203 )
Staatstrojaner und Quick-Freeze: Österreich verschärft frühere Überwachungspläne   
(22.02.2018, https://glm.io/132940 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/