Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/john-mcafee-mit-d-central-fuer-100-dollar-die-nsa-ausschalten-1309-101877.html    Veröffentlicht: 30.09.2013 18:59    Kurz-URL: https://glm.io/101877

John McAfee

"Mit D-Central für 100 Dollar die NSA ausschalten"

Future Tense, die neue Firma von John McAfee, plant mit D-Central ein Gerät für anonyme und dezentrale Kommunikation. Ein Prototyp soll in rund sechs Monaten vorliegen.

John McAfee hat am Wochenende die Pläne für sein neues IT-Sicherheitsunternehmen Future Tense vorgestellt. Er erklärte auf dem C2SV Technology Conference and Music Festival in San José die Idee des D-Central: ein Gerät, das mit Smartphones, Tablets und Notebooks kommunizieren und ein dezentralisiertes Netzwerk aufbauen soll, welches von Geheimdiensten nicht zugeordnet werden kann.

Der Preis für D-Central solle unter 100 US-Dollar liegen, erklärte McAfee laut einem Bericht der San Jose Mercury News. "Es wird (für die Geheimdienste) unmöglich sein, festzustellen, wer Sie sind und wo Sie sich aufhalten", so McAfee. Es würden kleine private Netzwerke aufgebaut, die sich wie das Dark Internet verhielten und für andere nicht zugänglich seien.

Er arbeite bereits seit Jahren an der Idee, sagte der 67-Jährige. In den vergangenen Monaten habe er sich auf das Projekt konzentriert. Es ginge nicht darum, ein anderes Internet aufzubauen, sondern ein lokalisiertes, dynamisches Netzwerk, über das Nutzer privat kommunizieren und Daten austauschen könnten.

Die Reichweite des D-Central soll über einige Häuserblocks reichen. Ein Prototyp werde in rund sechs Monaten vorliegen. Es werde eine runde Form haben und kein Display, sagte McAfee. "Das Design haben wir fertig, wir sehen uns nach Partnern um, die die Hardware entwickeln."

Wenn das Gerät in den USA verboten werde, werde er es aus Großbritannien, Japan oder aus der Dritten Welt vertreiben. Die Verschlüsselung sei vor dem Zugriff der NSA sicher.

"Ich kann mir keinen Studenten vorstellen, der nicht Schlange steht, um so etwas zu kaufen", beschrieb er seine Zielgruppe.

Der Halbleiterhersteller Intel hatte im August 2010 für rund 7,7 Milliarden US-Dollar das Unternehmen McAfee gekauft, das John McAfee bereits 1994 verlassen hatte, um sich später in seiner Wahlheimat Belize niederzulassen. Der Verkauf brachte ihm 100 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2009 schrumpfte sein Vermögen in der Weltfinanzkrise auf 4 Millionen US-Dollar.  (asa)


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