Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/multi-messenger-kde-telepathy-ermoeglicht-kollaboratives-editieren-1309-101787.html    Veröffentlicht: 25.09.2013 14:31    Kurz-URL: https://glm.io/101787

Multi-Messenger

KDE Telepathy ermöglicht kollaboratives Editieren

Mit der Beta von KDE Telepathy 0.7 können über Jabber verbundene Personen gemeinsam an einem Dokument arbeiten. Zudem können Steam-IM und Groupwise-Accounts genutzt werden, und das Chatfenster zeigt auch Latex-Mathe-Formeln.

Als Projekt des Google Summer of Code (GSoc) ist die Möglichkeit entstanden, dass mehrere Nutzer über KDE Telepathy gemeinsam an einem Dokument arbeiten. Dazu sind keine weiteren Einstellungen oder Anwendungen notwendig, die Funktion fügt sich in die KDE-Arbeitsflächen und Editoren wie Kate ein.

Um die Funktion zu nutzen, reicht es aus, im Chatfenster auf die Fläche "Dokument mit Kontakt teilen" zu klicken, daraufhin werden die bevorzugten Editoren der Kontakte mit dem Dokument geladen. Zudem gibt es nun ein Applet, das auf neue oder veränderte Dateien der Kollaborationssitzungen hinweist.

Das Editieren funktioniert über die sogenannten Telepathy-Tubes, die eine Möglichkeit bieten, TCP-Verbindungen via Jabber aufzubauen. Die Verbindung selbst kann dann über einen Proxy-Server laufen oder auch direkt über den Jabber-Server, was die Arbeit aber etwas verlangsamt. Der GSoC-Student Sven Brauch bietet eine detaillierte Anleitung für die Funktion an.

Neue Backends, Latex-Formeln

Das Entwicklerteam hat KDE Telepathy außerdem um zwei neue Backends erweitert: Steam-IM und Groupwise. Diese stammen aber nicht direkt aus dem Telepathy-Framework, sondern werden über die Bibliothek Libpurple angesprochen, die unter anderem in Pidgin und Adium verwendet wird. Ein weiteres GSoC-Projekt soll es ermöglichen, künftig über Modem-Manager auch SMS in KDE Telepathy zu verschicken.

Nach der Portierung einiger Plugins aus dem veralteten Kopete ist KDE Telepathy nun auch in der Lage, mathematische Formeln, die in der Latex-Syntax geschrieben wurden, korrekt gesetzt anzuzeigen. Ein weiteres Plugin löst jene Links auf, die mit einem URL-Shortener erzeugt wurden, und zeigt die wirkliche Adresse an.

Libkpeople

Die Kontaktliste ist nun auch in der Lage, verschiedene Accounts eines Kontakts zusammenzufassen. Dafür nutzt KDE Telepathy die Bibliothek Libkpeople, die KDE-weit Metainformationen aus verschiedenen Quellen zusammenfasst. So zeigt die Kontaktliste dann auch E-Mail-Adressen, Telefonnummern und erlaubt weitergehende Aktionen, als nur das Starten eines Chats.

Mit der aktuellen Version sind aber nur wenige Funktionen von Libkpeople verfügbar, da die Bibliothek selbst auch noch nicht ausgereift ist. Außerdem sollten Tester beachten, dass die Bibliothek von vielen Distributionen noch nicht als Paketarchiv zur Verfügung steht.

Die Beta von KDE Telepathy 0.7 steht ab sofort zum Download im Quelltext bereit, Pakete für verschieden Distributionen sollten demnächst folgen.  (sg)


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