Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hawaii-xt-amd-zeigt-grafikkarte-radeon-r9-290x-1309-101784.html    Veröffentlicht: 25.09.2013 21:00    Kurz-URL: https://glm.io/101784

Hawaii XT

AMD zeigt Grafikkarte Radeon R9 290X

Kurz vor der ausführlichen Ankündigung der ersten Grafikkarte mit GCN2-Architektur hat AMD den bisher als "Hawaii XT" bekannten Beschleuniger gezeigt. Auffälligstes Merkmal: Es gibt keine Crossfire-Anschlüsse mehr.

An Bord des historischen Schlachtschiffs USS Missouri im Hafen von Pearl Harbour, Hawaii, hat AMD die Grafikkarte Radeon R9 290X im Referenzdesign erstmals Journalisten gezeigt. Die genannte Bezeichnung ist der endgültige Produkt- und kein Codename, der früher vermutete Name Radeon HD 9970 wird nicht verwendet.

Das Aussehen der Karte lässt darauf schließen, dass es sich um eine recht typische Radeon handelt, die mit einem Radiallüfter am Ende der Karte und Luftauslässen am Slotblech sowie der Oberkante versehen ist. Je eine acht- und eine sechspolige PCIe-Strombuchse deuten auf eine maximale theoretische Leistungsaufnahme von 300 Watt hin. Jedenfalls erlauben das die Spezifikationen, vermutlich wird AMDs R9 290X in der Praxis deutlich unter diesem Wert bleiben. Üblich sind für Karten dieser Klasse Werte von um oder unter 250 Watt.

Bei den Anschlüssen hat AMD an mehreren Stellen umgedacht: Displays werden über 2 x DVI-D und je 1 x Displayport in voller Größe sowie HDMI angebunden. Beim direkten Vorgänger Radeon HD 7970 waren noch 2 x Mini-DP und je 1 x HDMI und DVI-D verbaut - viele Spieler mit älteren Monitoren beschwerten sich über die nötigen Adapter.

Eine gänzlich neue Technik führt zudem zum Verschwinden der bisherigen Crossfire-Anschlüsse zur Kopplung mehrerer Grafikkarten. Diese sind am oberen Rand der Karte noch durch Lötpunkte angedeutet, und auf früheren Vorserienmodellen waren die Steckverbinder auch noch ausgeführt. Das ist bei den Serienversionen aber nicht mehr der Fall.

Statt die Synchronisierung der GPUs über eigene Kabel zu erledigen, will AMD diese geringen Datenmengen ab der Hawaii-GPU über den PCI-Express-Bus leiten. Die Technik dafür heißt XDMA, sie sorgt auch für gleichmäßigere Bildraten mit weniger Mikrorucklern. An der rein in Software ausgeführten Technik des "Frame Pacing", die auch auf älteren Radeons funktioniert, arbeitet das Unternehmen ebenfalls weiter.

Weitere Daten, insbesondere zu Taktraten, Preis und Liefertermin, hat AMD noch nicht vorab verraten. Bisher durchgesickert sind ein 512 Bit breites Speicherinterface mit 4 GByte GDDR5, die Anzahl der Shader-Blöcke soll bei 44 und somit 2.816 Recheneinheiten liegen. Unbestätigten Angaben zufolge wird die Radeon R9 290X im Oktober auf den Markt kommen, Ende desselben Monats soll der kleinere Ableger R9 270X folgen.  (nie)


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