Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cyanogenmod-eigene-firma-bald-mit-windows-installer-und-im-play-store-1309-101674.html    Veröffentlicht: 19.09.2013 09:27    Kurz-URL: https://glm.io/101674

Cyanogenmod

Eigene Firma, bald mit Windows-Installer und im Play Store

Die Macher von Cyanogenmod haben sich viel vorgenommen. Aus dem Projekt ist eine Firma geworden, die 7 Millionen US-Dollar Wagniskapital hat, ein Cyanogenmod-Gerät plant und künftig einen bequemen Installer für die alternative Android-Distribution anbieten will. Das alles mit einem klaren Ziel.

Die Nummer drei bei mobilen Betriebssystemen wollen die Macher von Cyanogenmod werden. Sie wollen also Cyanogenmod nach dem Marktführer Android und dem langjährigen Zweitplatzierten iOS positionieren. Hier lautet die Devise, mehr Geräte mit Cyanogenmod im Markt zu haben als etwa Microsoft mit der Windows-Phone-Plattform.

Dabei geht es allerdings weniger um den Absatz neuer Geräte, sondern um die genutzte Basis. Derzeit nutzen laut den Machern mehr als 8 Millionen Cyanogenmod, das sind alle diejenigen, die Daten mit dem Projekt austauschen. Möglicherweise läuft das System auch auf deutlich mehr Geräten. Cyanogenmod gehört derzeit zu den beliebtesten alternativen Android-Distributionen.

Wie die Macher von Cyanogenmod berichten, ist aus dem Projekt nun eine eigene Firma mit der Bezeichnung Cyanogenmod Inc. geworden, die von Benchmark Capital sowie Redpoint Venture mit Wagniskapital von 7 Millionen US-Dollar bestückt wurde. Das Unternehmen soll die Community rund um Cyanogenmod künftig besser als bisher unterstützen.

17 Mitarbeiter vom Projekt zur Firma gewechselt

Von den Personen, die sich bisher für Cyanogenmod engagiert haben, arbeiten nun 16 für das Unternehmen und haben ihre bisherigen Arbeitsplätze aufgegeben. Derzeit werden weitere Entwickler und Mitarbeiter gesucht. Das Unternehmen ist in Palo Alto und in Seattle mit einem Büro vertreten.

Der Chief Ececutive Officer (CEO) des Unternehmens ist Kirt McMaster, dessen Idee es war, aus dem Projekt eine Firma zu gründen und damit Ende 2012 an den Gründer Steve Kondik herantrat. Seitdem wurde daran gearbeitet, aus dem Projekt ein Unternehmen zu machen. Kondik ist Chief Technology Officer, während der Koushik "Koush" Dutta als Vice President of Engineering tätig ist.

Cyanogenmod bleibt kostenlos

Langfristig soll Cyanogenmod für möglichst alle Geräte verfügbar sein. Dafür wird derzeit mit Hochdruck an einer Installer-App gearbeitet, die in den kommenden Wochen in Googles Play Store angeboten werden soll. Diese soll es auch technisch weniger versierten Anwendern erlauben, Cyanogenmod auf ihr Gerät zu installieren. Zudem sei für die kommenden Wochen eine Installationssoftware für Windows-Systeme geplant, die ebenfalls das Aufspielen auf ein Gerät deutlich vereinfachen soll, erklärte McMaster The Verge.

Dabei wird die Cyanogenmod-Software weiterhin auf Googles Android basieren und auch künftig kostenlos angeboten. Wie sich das Unternehmen langfristig finanzieren will, wurde noch nicht verraten. Aber die Macher gehen davon aus, dass sie spannende Dienste anbieten können, wenn erst einmal 50 Millionen Nutzer Cyanogenmod verwenden. Und wenn die Dienste gut genug sind, sind Kunden auch bereit, dafür Geld zu bezahlen, so der Cyanogenmod-Chef.

Verhandlungen mit Gerätehersteller laufen

Um dieses Ziel zu erreichen, laufen derzeit auch Verhandlungen mit einem Gerätehersteller, erklärte McMaster. In den kommenden Wochen soll es dazu weitere Details geben.

In jedem Fall soll der bisherige Ansatz fortgeführt werden, eine aktuelle Android-Version für möglichst viele Geräte anzubieten. Während Gerätehersteller oft keine aktuellen Android-Versionen für ihre Smartphones und Tablets anbieten, können Nutzer dann auch künftig auf Cyanogenmod setzen. Darüber hinaus ist geplant, verstärkt eigene Funktionen in die Distribution zu implementieren. Dazu wollen die Macher auch auf Wünsche der Nutzer eingehen und versuchen, diese zu realisieren, um sich damit von anderen Plattformen abzuheben.

Zuletzt waren das die Funktionen Cyanogenmod Account samt Lokalisierungsfunktion und Fernlöschoption oder der Inkognito-Modus, in dem für jede App eingestellt werden kann, ob dieser persönliche Daten weitergeben darf. In dieser Richtung soll die Entwicklung nun weitergehen.  (ip)


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