Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hawken-im-betatest-der-f2p-ue3-indie-mech-shooter-1309-101659.html    Veröffentlicht: 18.09.2013 16:09    Kurz-URL: https://glm.io/101659

Betatest Hawken

Der F2P-UE3-Indie-Mech-Shooter

Adhesive Games hat mit dem Ascension-Update den bisher größten Patch für den Mech-Shooter Hawken veröffentlicht. Neben einer neuen Map bringt die Version 0.9.4 einen weiteren Mech, eine frische Oberfläche und viele Verbesserungen - Golem.de hat sich Hawken näher angeschaut.

Hawken ist ein Free-to-Play-Shooter in einer düsteren Zukunftsdystopie, entwickelt wird das Mech-Spiel beim kleinen Indie-Studio Adhesive Games in Los Angeles, Kalifornien, unter den Fittichen des Publishers Meteor Entertainment. Seit Mitte Dezember 2012 läuft die offene Beta, mit dem Ascension-Update hat der Entwickler die Spieloberfläche drastisch überarbeitet und neue Funktionen in Hawken integriert, darunter eine Dschungel-Map sowie einen weiteren Roboter - die Patchnotes sind sehr umfangreich.

Von den stählernen Kolossen - angelehnt an die japanischen Mechas und nicht mit den Battlemechs zu verwechseln - bietet das Spiel mittlerweile ein Dutzend Stück, unterteilt in die Kategorien leicht, mittel und schwer. Der Rocketeer beispielsweise verschießt Hellfire-Raketen und kann sich zu einem langsamen Geschütz transformieren, der flinke Berserker hingegen greift blitzschnell mit einem Maschinengewehr an. Je nach Typ bewegen sich die Mechs schwerfällig oder agil, halten viel aus oder sollten möglichst in Deckung bleiben. Somit spielt sich der Free-to-Play-Titel wie ein klassenbasierter Shooter, selbst einen Reparatur-Mech gibt es.

In Hawken steuert der Spieler zwar mächtige Kampfroboter, die wuchtig vor sich hin stapfen, dank einer Schubdüse kann aber jeder Mech eine begrenze Zeit sprinten oder fliegen oder sich um 180 Grad drehen - das macht die Kämpfe sehr flott, zumal Jumppads die Gefechte beschleunigen und kein Autohealing vorhanden ist. Stattdessen müssen sich beschädigte Roboter selbst reparieren und ihre überhitzten Waffen in sicherer Deckung abkühlen lassen. Schutzschild- und EMP-Granaten, Hologramme, Störsender sowie stationäre Geschütze helfen ebenso wie die Zusammenarbeit als Sechsergruppe, eine taktische Komponente ist also vorhanden.

Klassische Spielmodi und umfangreiche Mech-Konfiguration ohne Pay-to-Win

Neben Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture The Flag bietet Hawken noch einen Siege (zu deutsch Belagerung) genannten Spielmodus: Hier gilt es, mit einem Mech Energie zu tanken um damit ein Mutterschiff startklar zu machen, das dann die feindliche Basis attackiert - die wehrt sich mit Luftabwehrgeschützen. Die bisher sechs Multiplayer-Karten ergänzt das Ascension-Update um Last Eco, eine Map mit dichtem Wald samt Unterholz auf mehreren Höhenebenen. Weitere Karten sind unter anderem eine Wüstenlandschaft (Bazaar) und eine halb zerfallene Stadt (Origin), alle bieten für jeden Spielertyp genügend Möglichkeiten. Neben Matchmaking gibt es die Option, die Maps und Spielmodi direkt auszuwählen. Hawken warnt hier sogar, wenn der durchschnittliche Level der Mitspieler deutlich über dem eigenen liegt - das war früher nicht der Fall.

Für jeden Abschuss gibt es Erfahrungspunkte (XP - Experience Points), wodurch schlussendlich der Piloten- und der Mech-Level steigen. Das bringt neue Mechs, Bauteile wie Schulterplatten und Tuningpunkte, mit denen unter anderem die Panzerung oder Schussgeschwindigkeit erhöht wird, aber auch frische Wummen: So erhält der erwähnte Rocketeer als alternative Primärwaffe eine Art Granatwerfer, der explodierende und an Wänden haftende Geschosse auswirft, und ein Raketengeschütz. Durch Erfahrungspunkte kann Letzteres aufgewertet werden und feuert dann beispielsweise schneller. Zudem müssen die bereits genannten Granaten, Hologramme sowie Störsender einmalig erworben und dann ausgerüstet werden - mehrere Slots erlauben individuelle Zusammenstellungen.

Die XP dienen neben dem Kauf von Mechs und deren Ausrüstung auch dazu, passive Fähigkeiten zu kaufen und den Mech etwa mit einem Konverter auszustatten, der erlittenen Schaden in Sprit für die Schubdüse umwandelt. Hat ein Kampfroboter seinen maximalen Level erreicht, so können dessen Erfahrungspunkte auf andere Maschinen übertragen werden, allerdings sind hierfür Meteor-Credits fällig.

Das einzige, was ansonsten nicht nur durch XP - von denen es genug gibt - erhältlich ist, sind optische Veränderungen der Mechs und Booster. Letztere steigern für bis zu 30 Tage die Geschwindigkeit, mit der Erfahrungspunkte gesammelt werden, das kostet 1.440 sogenannte Meteor-Credits, was etwa 7 Euro entspricht. Pay-to-Win ist daher kaum möglich, denn alle Waffen und Fähigkeiten lassen sich ohne übertriebene Zeitinvestition erspielen. Die optischen Veränderungen wie spezielle Lackierungen oder Bauteile hingegen gibt es nur für Meteor-Credits, ändern aber nichts an der Spielbalance.

Unreal Engine 3 mit GPU-beschleunigtem PhysX und Oculus-Rift-Unterstützung

Hawken, das seinen Namen durch den Entwickler James Hawkins erhielt, nutzt Epics kaum wiederzuerkennende Unreal Engine 3, allerdings in einer etwas älteren Version mit einem modifizierten DX9-Renderer. Das Ascension-Update ändert abseits des nun viel schlichteren HUD (Head-up-Display), also der Spieloberfläche während der Gefechte, nichts, die neue Last-Eco-Karte ist optisch jedoch ziemlich eindrucksvoll. Die Lightmass-Beleuchtung sorgt für akkurate Licht- und Schattenspiele, typische Effekte wie Tiefen- und Bewegungsunschärfe, Umgebungslichtverdeckung, Filmkörnung, Lens Flares sowie Bloom bietet Hawken ebenfalls. Als Kantenglättung dient Nvidias Shader-basiertes FXAA (Fast Approximate Anti-Aliasing), hinzu kommen optionale PhysX-Effekte.

Ist dieses aktiviert, zeigt Hawken deutlich mehr Partikel: Die Mech-Schubdüse raucht, Schritte wirbeln Staub auf, Explosionen wie Schutzschilde lassen Unmengen Debris spritzen, erledigte Kampfroboter zerbersten in einem Funkenregen und die Energieterminals im Siege-Modus sprühen förmlich. Diese Effekte laufen zwar prinzipiell auch auf dem Prozessor, Spaß kommt aber nur mit einer aktuellen, flotten Geforce-Grafikkarte auf. Die Hardwareanforderungen sind jedoch insgesamt eher gering, selbst die integrierte Grafikeinheit HD 4000 aus dem vergangenen Jahr erreicht bei minimalen Details in 720p noch 25 Bilder pro Sekunde. Mit höchsten Qualitätseinstellungen in 2.560 x 1.440 Pixeln liefert unsere EVGA Geforce GTX 680 Classified meist um die 50 fps.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Hawken zu den ersten Spielen gehörte, welche die VR-Brille Oculus Rift unterstützen. Da man im Mech-Shooter praktisch aus dem Cockpit eines Kampfroboter herausblickt, sorgt die Rift für eine sehr immersive Spielerfahrung. Dafür, dass bei Adhesive Games kaum ein Dutzend Entwickler arbeiten, ist das eine große Leistung. Hawken macht optisch wie akustisch einen tollen Eindruck, kommt ohne Pay-to-Win aus und bietet abwechslungsreiche Spielmodi, Maps sowie Mechs.  (ms)


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