Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-smartphone-yotaphone-mit-zweitem-e-paper-display-kommt-im-november-1309-101479.html    Veröffentlicht: 10.09.2013 11:12    Kurz-URL: https://glm.io/101479

Android-Smartphone

Yotaphone mit zweitem E-Paper-Display kommt im November

Im November 2013 soll das Yotaphone in Deutschland zu haben sein. Die Besonderheit des Android-Smartphones ist das zweite E-Paper-Display, das auch bei intensiver Nutzung die Akkulaufzeit nicht drastisch verkürzen soll.

Das russische Unternehmen Yota Devices hat den Termin für die Markteinführung des Yotaphones konkretisiert. Im Gespräch mit Golem.de auf der Ifa 2013 in Berlin sagte der Chef von Yota Devices, Vladislav Martynov, dass das Gerät im November 2013 auf den Markt kommen soll. Zunächst soll es nur über Onlinehändler angeboten werden. In einem zweiten Schritt ist ein Verkauf über den stationären Handel vorgesehen. Dafür wurde aber noch kein Zeitplan genannt.

Zudem nannte Martynov einen groben Preisrahmen für Deutschland. Demnach wird das Yotaphone hierzulande zu einem Listenpreis von um die 500 Euro erscheinen. Das Yotaphone wird dann 2 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher haben, das 16-GByte-Modell kommt nicht. Ein Steckplatz für Speicherkarten ist nicht vorhanden. Seit der Präsentation erster Prototypen auf dem Mobile World Congress im Februar 2013 in Barcelona wurden nur einige Detailänderungen an der Hardware vorgenommen und die Software weiter optimiert.

Hervorstechendes Merkmal des Yotaphone ist das E-Paper-Display (EPD) auf der Gehäuserückseite, das parallel zu einem herkömmlichen Touchscreen vorhanden ist. Damit soll erreicht werden, dass der Nutzer auf dem Yotaphone viel lesen kann, wenn er dazu das EPD verwendet. Zudem dient es dazu, eingehende Statusnachrichten sofort anzuzeigen. Der Nutzer sieht dann mehr Details als nur eine blinkende LED, wie es derzeit bei vielen Smartphones der Fall ist, wenn der Touchscreen ausgeschaltet ist.

Dadurch wird der Strombedarf des Smartphones erheblich verringert, denn ein EPD benötigt für das Anzeigen der Informationen keinen Strom, sondern nur beim Wechsel der Informationen. Dadurch kann etwa Text auf dem EPD gelesen werden, ohne dass das Smartphone viel Strom benötigt.

E-Paper-Display mit Sperrfunktion

Eine magnetische Lademöglichkeit wird das Yotaphone nun doch nicht erhalten. Der Prototyp vor einem halben Jahr hatte sie noch. Stattdessen gibt es eine normale USB-Buchse zum Laden des Akkus. Der verwendete Dual-Core-Prozessor wurde beibehalten. Martynov begründet das damit, dass das Yotaphone auf eine möglichst lange Akkulaufzeit hin entwickelt wurde und das Unternehmen daher bewusst auf den Einsatz eines leistungsfähigeren Prozessors verzichtet habe, weil dieser die Akkulaufzeit wieder verkürzen würde.

Unterhalb des E-Paper-Displays befindet sich ein Gestenbereich, mit dem der Nutzer mit Wischbewegungen vor- und zurücknavigieren kann. Er kann so einfach in E-Books blättern. Auch unterhalb des Touchscreens gibt es einen solchen Bereich, so dass sich das Gerät auf beiden Seiten ähnlich bedienen lässt und sich der Nutzer nicht auf komplett unterschiedliche Bedienungskonzepte einstellen muss. Eine halbe Wischgeste zurück entspricht dem Zurück-Knopf bei Android-Geräten und mit einer vollen Zurück-Wischgeste wird der Startbildschirm aufgerufen.

Den auf dem MWC gezeigten Prototypen fehlte noch eine Möglichkeit, das E-Paper-Display gegen versehentliches Bedienen zu sperren. Yota Devices hat nach Aussage von Martynov Rückmeldungen von Android-Entwicklern erhalten, die eine Sperrmöglichkeit für die EPD-Seite empfahlen. Diese kann nun aktiviert werden, so dass der Nutzer das Gerät nicht versehentlich darüber mittels der oben genannten Gesten bedient.

Datenschutzeinstellungen für das E-Paper-Display

Zudem gibt es nun Datenschutzeinstellungen für das EPD. So kann der Nutzer einstellen, ob etwa bei eingehenden SMS, E-Mails, Twitter- oder Facebook-Nachrichten nur die Anzahl neuer Nachrichten erscheint, ob ein Textanriss zu sehen ist oder ob die Nachricht im Volltext auf dem EPD erscheint. Yota Devices will versuchen, das Yotaphone mit der aktuellen Android-Version 4.3 auf den Markt zu bringen.

Beim Einsatz des Yotaphones sollte der Gerätebesitzer möglichst viele Informationen auf dem E-Paper-Display lesen, um die Akkulaufzeit zu erhöhen. Wer weiterhin vor allem den Touchscreen zum Lesen benutzt, sollte keine Akkulaufzeitverlängerung erwarten. Aber auch beim Lesen ist ein EPD von Vorteil, weil es unter direktem Sonnenlicht viel besser ablesbar ist als ein Touchscreen.

Zweitdisplay erlaubt etwas mehr Multitasking

Die zwei Displays ermöglichen dem Gerätebesitzer zudem etwas mehr Multitasking: Während das 4,3 Zoll große E-Paper-Display Informationen anzeigt, können andere Aufgaben auf dem Hauptbildschirm erledigt werden. Es werden also nicht alle Informationen des Hauptbildschirms ständig auf dem EPD gespiegelt: Wer etwa gerade in einem E-Book liest und zwischendurch eine SMS auf dem Touchscreen tippt, braucht das Gerät zum Weiterlesen dann nur zu drehen.

Alle Informationen lassen sich von dem 4,3 Zoll großen Touchscreen auf das E-Paper-Display übertragen. Wenn eine App diese Funktion nicht direkt unterstützt, geschieht das, indem ein Screenshot auf das rückwärtige Display geschickt wird. Dazu muss auf dem Touchscreen mit zwei Fingern nur von oben nach unten gewischt werden und die Information ist auf dem Zweitdisplay - das ist sehr bequem.

Anders als auf dem Mobile World Congress 2013 ist Yota Devices auf der Ifa 2013 nicht mit einem eigenen Stand vertreten. Firmenvertreter von Yota Devices sind zwar auf dem Berliner Messegelände, aber die meisten Messebesucher haben keine Möglichkeit, das Yotaphone in Aktion zu sehen.  (ip)


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