Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/simko-3-zugelassen-hintertueren-lassen-sich-bei-smartphones-nicht-ausschliessen-1309-101467.html    Veröffentlicht: 09.09.2013 11:17    Kurz-URL: https://glm.io/101467

Simko 3 zugelassen

Hintertüren lassen sich bei Smartphones nicht ausschließen

Der Verantwortliche für das Merkelphone kann Hintertüren in handelsüblichen Betriebssystemen nicht ausschließen. Daher wurde der L4-Mikrokern als Betriebssystem entwickelt.

Die Deutsche Telekom hat das Security-Smartphone Simko 3 vorgestellt. Die neue Generation des Merkelphones basiert auf dem Samsung Galaxy S 3 und wurde vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zugelassen.

Der Kern habe nur wenige 10.000 Zeilen Programmcode, handelsübliche Smartphones dagegen Millionen Zeilen. Stephan Maihoff, bei der Telekom für Simko verantwortlich, sagte: "So große Betriebssysteme, die sich auch noch sehr schnell weiterentwickeln, sind praktisch nicht prüfbar. Hintertüren lassen sich da nicht ausschließen." Gegen das Hacker-Risiko werde "ein transparenter Kern" besetzt, der "kein Versteck für Überraschungen" biete.

Das Merkelphone bekam die Zulassung für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch). Mitgliedern der Bundesregierung sowie Mitarbeitern von Ministerien und Bundesbehörden steht es für besonders vertrauliche Nachrichten mit einem neu entwickelten L4-Hochsicherheits-Mikrokern als Betriebssystem zur Verfügung.

Die Kryptokarte kommt von Certgate, für verschlüsselte Verbindungen sorgt NCP, beides Unternehmen aus Nürnberg. Das L4-Mikrokern-System haben die TU Dresden, das Dresdener Startup Kernkonzept, die Telekom Innovation Laboratories sowie das Berliner Startup Trust2Core entwickelt. Trust2Core setzt auf Linux-basierte Betriebssysteme. Durch Virtualisierung der Hardwaretreiber soll die Kommunikation der Einzelprozesse untereinander und der Zugriff auf Hardwareressourcen und Speicher einer strikten Kontrolle unterworfen werden.

Möglich wurde die Implementierung des Kerns durch die Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung, wie die Telekom erklärte.

Mit einem Wischen über den Bildschirm wechselt der Nutzer zwischen den Betriebsarten Secure und Open. Der L4-Kern sorgt dabei dafür, dass zwei separate Betriebssysteme auf dem Gerät laufen, deren Daten getrennt sind.

Die Certgate-Kryptokarte sorgt für die Benutzer-Authentifizierung und verschlüsselt die Daten auf dem Gerät. Zudem lässt sich der Inhalt des Geräts bei Verlust aus der Ferne löschen.

Die neuen Simkos sind ab sofort verfügbar und werden bei einer Vertragszeit von zwei Jahren ab 1.700 Euro kosten. Die Telekom arbeitet bereits an einer Simko-Produktfamilie mit Tablets oder Notebooks. Ebenfalls in Kürze kommt eine Simko-3-Version auf den Markt, die LTE unterstützt.

Mit den Simko-Geräten will die Telekom neben der Regierung auch Kunden aus der Wirtschaft gewinnen.  (asa)


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