Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/transparenzoffensive-vodafone-will-wirkliche-datenrate-ausweisen-1309-101419.html    Veröffentlicht: 05.09.2013 17:49    Kurz-URL: https://glm.io/101419

Werbeversprechen

Vodafone will bei Datenrate die Wahrheit sagen

Der Vodafone-Deutschland-Chef gibt zu: "Das maximale Geschwindigkeitsversprechen in der Werbung klingt zwar gut - das reale Surferlebnis des Kunden in den Netzen der Branche ist aber oft ein anderes."

Offenbar um einer entsprechenden Verordnung der Bundesnetzagentur zuvorzukommen, will Vodafone künftig zusätzlich zur beworbenen Maximalgeschwindigkeit auch die "regelmäßig erreichte Geschwindigkeit zur Orientierung angeben." Das gab das Unternehmen am 5. September 2013 auf der Ifa bekannt. "Das maximale Geschwindigkeitsversprechen in der Werbung klingt zwar gut - das reale Surferlebnis des Kunden in den Netzen der Branche ist aber oft ein anderes. Das wollen wir mit unserer Transparenz-Offensive ändern. Bei uns sollen Kunden künftig genau wissen, was sie zu erwarten haben: Wo sie wie schnell surfen können, wie schnell der Großteil unserer Kunden in der Regel im Netz mindestens unterwegs ist - und wie hoch ihre Bandbreite im Festnetz wirklich ist", sagte Vodafone-Landeschef Jens Schulte-Bockum.

Zusätzlich zur beworbenen Maximalgeschwindigkeit werde es bei Vodafone künftig auch Angaben zur "regelmäßig erreichten Geschwindigkeit" geben.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte erklärt, sich dafür einzusetzen, dass Internetprovider die zugesagten Datenraten auch einhielten oder die Werbeaussagen anpassten. Die Bundesnetzagentur hatte im April 2013 die Ergebnisse einer Studie zur tatsächlichen Geschwindigkeit von Internetanschlüssen veröffentlicht. Danach erreicht nicht einmal jeder fünfte Nutzer die "Bis-zu"-Datenrate.

"Die Unternehmen stehen nun in der Pflicht, die Versorgung ihrer Kunden ihren vertraglichen Zusagen entsprechend zu verbessern oder zumindest im Vertrag deutlich zu machen, welche Bandbreiten tatsächlich erreicht werden können", so das Ministerium. Falls erforderlich, könne die Bundesnetzagentur wie im Telekommunikationsgesetz vorgesehen "Mindestanforderungen an die Dienstequalität auch verbindlich festlegen. Das Wirtschaftsministerium wird sich für den effizienten Einsatz dieser Mittel starkmachen."  (asa)


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