Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cyberspionage-snowden-dokument-beweist-offensive-us-cyberoperationen-1308-101306.html    Veröffentlicht: 31.08.2013 14:16    Kurz-URL: https://glm.io/101306

Cyberspionage

Snowden-Dokument beweist offensive US-Cyberoperationen

Ein von Edward Snowden weitergegebenes Dokument zeigt, dass die USA nicht nur Ziel von Cyberspionage sind, sondern auch selbst kräftig in dem Bereich mitmischen. Allerdings, so betont die NSA, spionieren die USA anders als China.

US-Geheimdienste brechen regelmäßig in fremde Computersysteme ein. Das gehe aus einem geheimen Dokument hervor, das der Whistleblower Edward Snowden in seinen Besitz gebracht habe, berichtet die Washington Post.

Das Dokument, ein vertrauliches Geheimdienstbudget, liefere neue Beweise, dass die Cyberkrieger der US-Regierung "ausländische Computernetze infiltrieren und stören", schreibt die Tageszeitung. Allein im Jahr 2011 hätten US-Geheimdienste 231 offensive Cyberoperationen durchgeführt. Darunter verstehen die US-Behörden die Manipulation, Störung oder Zerstörung von Daten, Computern oder Computernetzen.

Knapp drei Viertel dieser Operationen richteten sich gegen Ziele von größter Bedeutung. Zu den wichtigsten Gegnern zählten der Iran, Russland, China und Nordkorea, zu den wichtigsten Aktivitäten die Weitergabe von Nuklearmaterial, sagten Informanten aus Regierungskreisen der Zeitung.

Projekt Genie

Das Dokument listet zudem eine Geheimoperation Genie, in deren Rahmen die US-Cyberspione in fremde Rechner eindringen und dort Schadsoftware installieren, mit der sie die Rechner unter ihre Kontrolle bringen können. Der Etat für Genie beläuft sich auf 652 Millionen US-Dollar.

Bis Ende dieses Jahres wollen die Genie-Mitarbeiter 85.000 Schadsoftwareinstallationen auf fremden Rechnern vornehmen. Nach dem Dokument sind das viermal so viele wie im Jahr 2008. Die National Security Agency (NSA) will die Zahl noch deutlich erhöhen. Das sei bisher nicht möglich gewesen, da die Installationen von Menschen kontrolliert wurden. Die NSA hat aber mit Turbine ein System geschaffen, das Millionen solcher Installationen automatisiert kontrollieren soll.

Cyberspionage

Die US-Behörden klagen, selbst ständig Ziel von Cyberspionage sein - vor allem aus China. Das Thema stand sogar auf der Tagesordnung beim ersten Treffen von US-Präsident Barack Obama und Chinas neuem Präsidenten Xi Jinping im Juni dieses Jahres.

Allerdings ist Cyberspionage nicht gleich Cyberspionage, wie ein NSA-Sprecher der Zeitung mitteilte: Das US-Verteidigungsministerium, zu dem die NSA gehört, führe zwar auch Operationen gegen Computer und Computernetze durch. Aber anders als den Chinesen gehe es der NSA nicht um den schnöden Mammon: "Das Ministerium beschäftigt sich ***nicht*** mit Wirtschaftsspionage in irgendeiner Weise". Das gelte auch im Cyberspace, schreibt der NSA-Sprecher in der E-Mail an die Washington Post.  (wp)


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