Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kaspersky-ein-viertel-der-online-betrugsopfer-sieht-geld-nie-wieder-1308-101257.html    Veröffentlicht: 28.08.2013 18:20    Kurz-URL: https://glm.io/101257

Kaspersky

Ein Viertel der Online-Betrugsopfer sieht Geld nie wieder

Wer sich von Trojanern etwa die Login-Daten für sein Bankkonto abnehmen lässt, bekommt das Geld nicht immer zurück. Nur 72 Prozent der Opfer von Onlinebetrug werden entschädigt.

In Europa gehen 24 Prozent der beim Online-Shopping und -Banking Geschädigten leer aus. Das ergab eine Umfrage von Kaspersky Lab, die von B2B International erstellt wurde. Danach haben 4 Prozent den Verlust zum Teil erstattet bekommen, und 72 Prozent der Befragten erhielten eine komplette Entschädigung ihrer Bank, des genutzten Zahlungsdienstes oder Shops. Bei der Studie wurden weltweit insgesamt 8.605 Nutzer aus 19 Ländern befragt, darunter 397 aus Deutschland.

Ein Viertel der Befragten gab an, bei der Verwendung von Online-Bezahlsystemen betrogen worden zu sein, gefolgt von Online-Banking (21 Prozent) und der Nutzung von Online-Shops (19 Prozent).

Laut dem aktuellen Kaspersky Lab Spam-Report gab es im Juli 2013 einen sehr hohen Anteil an schädlichen Attachments und Links, mit denen Kriminelle Bankzugangsdaten der Anwender abgreifen wollen. Allein 23 Prozent der schädlichen Dateianhänge und Links im weltweiten Spam-Aufkommen waren Modifikationen der Schädlingsfamilie Zbot/Zeus, einem weit verbreiteten Trojaner, der es auf den Diebstahl verschiedener vertraulicher Daten und Kreditkartenangaben von Windows- und von Android-Nutzern abgesehen hat.

Der Bundesgerichtshof hatte im April 2012 die Klage eines Phishing-Opfers abgewiesen. Der Mann hatte von seiner Bank Schadenersatz gefordert, nachdem Betrüger 5.000 Euro von seinem Konto an eine griechische Bank überwiesen hatten. Der Kunde nutzte seit 2001 Onlinebanking und fiel 2008 nach eigenen Angaben auf Phishing herein. Die Bank nutzte zu diesem Zeitpunkt eine Kombination aus PIN und iTAN, also einer Transaktionsnummer (TAN) aus einer dem Kunden zuvor zur Verfügung gestellten, durchnummerierten TAN-Liste. Die Bank warnte zudem auf ihrer Website vor Phishing-Mails.

Der Kläger habe mit seiner Reaktion auf die Phishing-Mail "die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen, indem er beim Login-Vorgang, also nicht in Bezug auf einen konkreten Überweisungsvorgang, trotz des ausdrücklichen Warnhinweises der Bank gleichzeitig zehn TAN eingegeben hat".

Nach Angaben der Bundesregierung hatten die Finanzinstitute Skimmingopfer am Geldautomaten dagegen immer entschädigt. "Der Bundesregierung sind keine Fälle bekannt, in denen Kunden, deren Kartendaten durch Skimming erlangt wurden, den Schaden selbst tragen mussten", hieß es im Jahr 2011. "Da der Bankkunde bei erfolgreichen Skimmingtaten keinen Zahlungsvorgang autorisiert hat, besteht gegen ihn in aller Regel kein Anspruch auf Erstattung des Schadens." Vielmehr müsse der Zahlungsdienstleister dem Kunden den Betrag unverzüglich erstatten.  (asa)


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