Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nsa-skandal-big-data-wird-in-deutschland-kritischer-gesehen-1308-101204.html    Veröffentlicht: 26.08.2013 19:25    Kurz-URL: https://glm.io/101204

NSA-Skandal

Big Data wird in Deutschland kritischer gesehen

Die Geheimdienstskandale führen dazu, dass die Menschen in Deutschland Big Data oft ablehnen. Nutzer sozialer Netzwerke sind zu 58 Prozent gegen das Aggregieren und Analysieren von Kundendaten.

Die massenhafte weltweite Überwachung der elektronischen Kommunikation durch Geheimdienste lässt die Menschen das Sammeln und Analysieren von Massendaten (Big Data) erheblich kritischer sehen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von T-Systems. Die Befragung wurde im August 2013 und zu Beginn der Ausspähskandale durchgeführt. "Der Vergleich belegt, dass die Enthüllungen der letzten Wochen die Haltung der Bevölkerung stark negativ beeinflusst haben", so T-Systems über die Studie.

Kritisch sehen die Befragten, wenn Unternehmen Massendaten etwa aus sozialen Foren nutzen. Im August waren 50 Prozent dafür und 49 Prozent lehnten ab, dass Pharmafirmen Beiträge in Diskussionsforen zum Erkennen von Nebenwirkungen auswerten. Im Juni waren noch 57 Prozent dafür und 42 Prozent dagegen.

Bei der Frage, ob Unternehmen Beiträge in Internetforen nutzen dürfen, um eigene Produkte zu verbessern, änderte sich die Stimmung massiv: Im August waren 57 Prozent der Befragten dagegen, im Juni gab es noch 51 Prozent Zustimmung.

Auch das Argument, automatisches Speichern von Kundendaten vereinfache den Einkaufsprozess, überzeugt die Käufer immer weniger: Die Ablehnungsquote stieg hier von 72 auf 78 Prozent.

Nutzer sozialer Netzwerke sprechen sich zu 58 Prozent gegen das Aggregieren und Analysieren von Kundendaten aus. Nutzen Unternehmen die Daten ihrer Kunden, um so individuelle Empfehlungen machen zu können, stößt das bei 59 Prozent auf Ablehnung. Im August sahen nur 39 Prozent darin einen persönlichen Vorteil und befürworteten solche Angebote, in Juni waren es noch 47 Prozent.

Rund drei Viertel der Befragten fühlen sich als Kunden nicht ausreichend darüber informiert, ob Unternehmen ihre Daten speichern und wozu sie ihre Daten verwenden.

Um tatsächlich Straftaten aufzuklären, befürworten im August 75 Prozent (im Juni waren es noch 78 Prozent), dass staatliche Stellen Telefon- und Internetdaten auswerten.  (asa)


Verwandte Artikel:
Trustico/Digicert: Chaos um 23.000 Zertifikate und private Schlüssel   
(01.03.2018, https://glm.io/133077 )
DUHK-Angriff: Vermurkster Zufallszahlengenerator mit Zertifizierung   
(24.10.2017, https://glm.io/130777 )
Galaxy S9 und S9+ im Test: Samsungs Kamera-Kompromiss funktioniert   
(08.03.2018, https://glm.io/133164 )
Google: Alphaversion von Android P ist da   
(08.03.2018, https://glm.io/133218 )
E-Mail-Clients für Android: Kennwörter werden an App-Entwickler übermittelt   
(06.03.2018, https://glm.io/133172 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/